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Jagd

England verbietet Import von Jagdtrophäen

Die britische Regierung will die Einfuhr von Jagdtrophäen gefährdeter Tiere verbieten. 7'000 Tierarten sollen geschützt werden.

Redaktion Wild beim Wild — 10. Dezember 2021
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Die britische Regierung will die Einfuhr von Jagdtrophäen gefährdeter Tiere verbieten.

Mit der geplanten Gesetzgebung sollen Trophäen-Hobby-Jägerinnen und -Jäger daran gehindert werden, Körperteile von 7’000 Tierarten einschliesslich Löwen, Nashörnern, Elefanten und Eisbären nach England zu bringen.

Zwei Jahre Verzögerung kritisiert

Tierschützerinnen und Tierschützer begrüssten die am 10.12.2021 vorgestellten Pläne. Sie sagten aber auch, dass der Schritt längst überfällig sei. «Der Gesetzentwurf scheint in guter Form zu sein, aber es sind jetzt zwei Jahre, seit das angekündigt wurde in der Regierungserklärung, und viele Wildtiere wurden seitdem grausam und ohne Grund getötet», sagte Eduardo Goncalves von der Initiative Ban Trophy Hunting. Bis das Gesetz vermutlich in Kraft treten könne, würden voraussichtlich noch weitere 100 Tiere von Trophäen-Hobby-Jägern getötet, sagte der Tierschützer.

Gonçalves sagte, die Minister hätten ihm mitgeteilt, dass der Gesetzentwurf im nächsten Frühjahr oder Sommer im Parlament eingebracht werden könnte.

Umweltminister George Eustice sagte, die Massnahme werde voraussichtlich eine der strengsten der Welt sein und über die im Manifest der Regierung eingegangene Verpflichtung hinausgehen, indem sie nicht nur gefährdete, sondern auch vom Aussterben bedrohte Arten einschliesst.

«Wir werden eine Vorreiterrolle beim Schutz gefährdeter Tiere einnehmen und dazu beitragen, die langfristige Erhaltung zu stärken und zu unterstützen», sagte er.

Bis zu fünf Jahre Haft

Das Verbot gilt unabhängig davon, ob die Trophäe von einem Wildtier oder einem speziell für die Trophäenjagd in Gefangenschaft gezüchteten Tier gewonnen wurde. Bei einem Verstoss gegen die Vorschriften drohen den Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jägern bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Boris Johnson hat die Trophäenjagd als «ekelhaftes Gewerbe» bezeichnet, und sein Vater, Stanley Johnson, hat sich intensiv für ein Verbot eingesetzt.

Nashörner am Rand des Aussterbens

Tierschützerinnen und Tierschützer sehen vor allem den Artenschwund. Ein Beispiel: Von den schätzungsweise 500’000 Nashörnern Anfang des 20. Jahrhunderts sind laut World Wide Fund for Nature (WWF) heute in Asien und Afrika noch etwa 27’000 Tiere übrig. Die Zerstörung des natürlichen Lebensraums und vor allem die massive Wilderei haben drei der fünf Nashornarten an den Rand des Aussterbens gebracht. Das Horn der Tiere, das wie menschliche Fingernägel aus Keratin besteht, wird vor allem nach China und Vietnam geschmuggelt. Es ist auf dem Schwarzmarkt mit Höchstpreisen von bis zu 60’000 Dollar pro Kilogramm mehr wert als Gold. Es gilt als Statussymbol oder wird fein gemahlen als angebliches Heilmittel beispielsweise gegen Krebs und zur Entgiftung eingesetzt.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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