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Kriminalität & Jagd

Deutschland: Verein schickte mehr als 5’000 Tauben in den Tod

Trotz angekündigter schwerer Regenfälle, lokaler Gewitterwarnungen und Sturmböen mussten am 21. Juli bei einem Taubenauflass im österreichischen Wels 9.353 Tauben die Strecke von teilweise mehr als 640 Kilometern bis zu ihren Heimatschlägen im Ruhrgebiet zurücklegen – über die Hälfte der Tiere kam jedoch nicht am Ziel an. Wegen vorsätzlicher Tierquälerei erstattete die Tierrechtsorganisation PETA Anzeige gegen die Beteiligten, darunter auch der erste Vorsitzende des organisierenden und durchführenden Vereins „Freunde der Ruhrgebietsflüge e. V.“, Hans Ohloff. Zu den Hauptangezeigten gehören zudem Josef Rott, Peter Horn, Manfred Wöhrmann und

Redaktion Wild beim Wild — 12. Oktober 2018

Trotz angekündigter schwerer Regenfälle, lokaler Gewitterwarnungen und Sturmböen mussten am 21. Juli bei einem Taubenauflass im österreichischen Wels 9’353 Tauben die Strecke von teilweise mehr als 640 Kilometern bis zu ihren Heimatschlägen im Ruhrgebiet zurücklegen – über die Hälfte der Tiere kam jedoch nicht am Ziel an.

Wegen vorsätzlicher Tierquälerei erstattete die Tierrechtsorganisation PETA Anzeige gegen die Beteiligten, darunter auch der erste Vorsitzende des organisierenden und durchführenden Vereins «Freunde der Ruhrgebietsflüge e. V.». Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt nun gegen den Verein aus dem Ruhrgebiet.

Taubenwettflüge müssen verboten werden

«Die Verantwortlichen haben billigend in Kauf genommen, dass sehr viele Tauben sterben – ein derart brutaler Fall von Tierquälerei muss strafrechtliche Konsequenzen haben», so Dr. Christian Arleth, Rechtsanwalt bei PETA. «Vögel wegen eines möglichen Preises und aus Prestigegründen zu missbrauchen, passt nicht in eine moderne Gesellschaft. Taubenwettflüge müssen verboten werden.»

Da bei diesem Wettbewerb bereits der Preis für Platz 4’001 nicht mehr vergeben werden konnte, kehrten mindestens 5’353 Tiere nicht zurück.

Verlustraten von bis zu 90 Prozent

Rund 25’000 der knapp 50’000 Brieftaubenzüchter in Deutschland nehmen an Wettflügen teil. In deutschen Taubenschlägen leben schätzungsweise 2,5 Millionen sogenannte Brieftauben. Beim «Brieftaubensport» steht die Leistung der Vögel im Mittelpunkt, ihr Wohlbefinden spielt in der Regel keine Rolle. Aus Studien und Recherchen geht hervor, dass bei Taubenwettflügen Verlustraten von durchschnittlich 53 Prozent zu verzeichnen sind, mitunter jedoch auch 75 bis hin zu 90 Prozent. Mehr zu Tierrechten und zum Tierschutzproblem.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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