Deutschland: Tierpark verleiht Füchse für tierquälerische Jagdhundeausbildung
Im Hochwildschutzpark Hunsrück in Rheinböllen, jedes Jahr Ausflugsziel tausender Menschen, werden neben zahlreichen anderen Wildtieren vier Füchse gehalten. Was die Besucher des Parks nicht wissen: Zwei dieser Füchse werden für die Abrichtung scharfer Jagdhunde in einer sogenannten Schliefanlage in Simmern missbraucht. Das Aktionsbündnis Fuchs, eine Initiative von mehr als 60 deutschen Tier- und Naturschutzvereinen, fordert
Wenn so ein Fuchs Pech hat, landet er in der "Obhut" eines Jagdterrier- oder Teckel-Clubs, der Füchse für die Ausbildung von Bauhunden missbraucht. Bild: Daniel Peller
Im Hochwildschutzpark Hunsrück in Rheinböllen, jedes Jahr Ausflugsziel tausender Menschen, werden neben zahlreichen anderen Wildtieren vier Füchse gehalten. Was die Besucher des Parks nicht wissen: Zwei dieser Füchse werden für die Abrichtung scharfer Jagdhunde in einer sogenannten Schliefanlage in Simmern missbraucht. Das Aktionsbündnis Fuchs, eine Initiative von mehr als 60 deutschen Tier- und Naturschutzvereinen, fordert das sofortige Ende dieser Praxis und die Schliessung der Schliefanlage.
Schliefanlagen dienen der Abrichtung von Jagdhunden zur nicht minder grausamen Baujagd, bei der «raubwildscharfe» Hunde ihre Opfer – zumeist Füchse – aus dem sichergeglaubten Bau vor die Flinten wartender Hobby-Jäger hetzen.
Veterinäramt bestätigt Verdacht
Vom zuständigen Veterinäramt in Simmern erfahren wir, dass zwei von den vier im Wildpark Rheinböllen untergebrachten Füchsen Eigentum der Arbeitsgruppe Rhein-Nahe des Deutschen Jagdterrier-Club e.V. sind – und dass sie, wie befürchtet, für etwa vier Wochen im Jahr zu Zwecken der Jagdhundeabrichtung in eine Schliefanlage in Simmern gebracht werden. Dass in dieser Anlage überhaupt Füchse gehalten werden, hat der Jagdterrier-Club dem Veterinäramt offensichtlich verschwiegen: Erst durch den Hinweis des Aktionsbündnis Fuchs werden die Behörden auf diesen Umstand aufmerksam.
Da Schliefanlagen zumeist hermetisch von der Öffentlichkeit abgeschottet sind, entschliesst sich das Aktionsbündnis Fuchs daraufhin zu einem Besuch vor Ort im Wildpark in Rheinböllen. Was wir dort vorfinden, ist ein extrem scheuer, magerer Rotfuchs, der sich die meiste Zeit verängstigt vor den Blicken der Parkbesucher verbirgt.
Widersprüche und Drohungen
Als es uns gelingt, vor Ort einen Vertreter des Parks – seines Zeichens Falkner und damit auch Jagdscheininhaber – ausfindig zu machen, ist dieser zuerst wenig erfreut. Er verstrickt sich in Widersprüche – erst bestreitet er etwa, dass es auf der Anlage Rotfüchse gäbe; auf das verschüchterte Füchslein angesprochen, räumt er dessen Existenz aber doch ein. Zum Abschluss des Gesprächs droht er uns dann mit rechtlichen Schritten, sollten wir versuchen, eine Beziehung zwischen dem Jagdterrier-Club und dem Wildpark zu «konstruieren». Man ist sich also offensichtlich bewusst, dass eine Verbindung zu den Betreibern von Schliefanlagen bei Besuchern des Parks nicht gut ankäme.
Schliessung der Schliefanlage gefordert
«Wir fordern den Hochwildschutzpark Hunsrück auf, sich nicht länger zum Erfüllungsgehilfen rückwärtsgewandter Hobby-Jäger zu machen», erklärt Dag Frommhold, einer der Initiatoren des von mehr als 60 Organisationen unterstützten Aktionsbündnis Fuchs. «Ein Wildpark sollte nicht gestatten, dass bei ihm untergebrachte Füchse für tierquälerische Jagdpraktiken missbraucht werden. Darüber hinaus fordern wir den Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises dazu auf, die Schliefanlage des Deutschen Jagd Terrier Club e.V. in Simmern aus Tierschutzgründen umgehend zu schliessen und die beiden Füchse in die dauerhafte Obhut einer verantwortungsvollen Stelle zu übergeben.» Mehr zum Tierschutzproblem der Hobby-Jagd.
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