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Jagd

Brütendes Kaiseradlerweibchen mit neun Schrotkugeln getroffen

BirdLife Österreich fordert Jagdrechtsreform und Verbesserungen in der Strafverfolgung!

Redaktion Wild beim Wild — 11. Juni 2021
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Am Montag 7.6.2021 wurde ein Kaiseradler südwestlich von Tulln in Niederösterreich mit Schrot angeschossen.

Neun Schrotkugeln im Brutvogel

Der verletzte Greifvogel wurde von aufmerksamen Passanten geborgen und in der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) erstversorgt. Es handelt sich um einen Brutvogel aus den Tullnerfelder Donauauen, der seine beiden fünf Wochen alten Jungvögel ihrem Schicksal überlassen musste. BirdLife Österreich erstattete Anzeige und fordert eine Reform des Jagdrechts.

Wir gehen davon aus, dass dies ein gezielter Anschlag auf einen Kaiseradler ist. Dass hier das brütende Kaiseradlerweibchen mit neun Schrotkugeln angeschossen wurde und zwei fünf Wochen alte Jungvögel im Horst zurücklässt, ist für den fragilen Bestand der rund 30 brütenden Kaiseradlerpaare in Österreich bedrohlich!

Matthias Schmidt, Greifvogelexperte von BirdLife Österreich
Kaiseradler mit Schrotkugeln
Kaiseradlerweibchen in der Auffangstation

Hotspot der Greifvogelverfolgung

Hinsichtlich illegaler Greifvogelverfolgung ist der Bezirk Tulln kein unbeschriebenes Blatt: 2015 wurde hier ein Kaiseradler vergiftet aufgefunden. Im selben Jagdrevier gab es bereits im März fünf tote Mäusebussarde.

Strafrechtliche Konsequenzen

Nach §181f des Strafgesetzbuches ist der Abschuss einer streng geschützten Art wie des Kaiseradlers ein strafrechtliches Delikt mit Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren.

Wenngleich die Hobby-Jägerschaft solche Taten ablehnt, zeigen unsere Erfahrungen, dass die Täterschaft meist aus Jagdscheininhabenden besteht. Daher ist es nicht zielführend, dass potenziell Tatverdächtige in den Reihen der Hobby-Jägerschaft ihre Zustimmung zur Untersuchung von Beweismitteln geben müssen.

Matthias Schmidt

Hohe Dunkelziffer bei illegaler Verfolgung

Illegale Verfolgung ist beim Kaiseradler die mit Abstand häufigste menschlich verursachte Todesursache. Zwischen 30 und 40 Prozent aller in Österreich tot aufgefundenen Kaiseradler wurden erschossen oder vergiftet.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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