10. Juni 2026, 17:11

Suchen

Kriminalität & Jagd

Australien: 14 Tage Gefängnis wegen Vergiftung von 406 Adler

Der Bauer Murray James Silvester bekennt sich schuldig, während über 2 Jahre im Staat Victoria Adler vergiftet zu haben. Ihr Tod sei absichtlich herbeigeführt worden und stelle das bisher grösste Massensterben von Adlern in dem Staat im Südosten Australiens dar, sagte ein Mitarbeiter des Umweltamtes. Die Spezies Keilschwanzadler ist der grösste Raubvogel in Australien.

Redaktion Wild beim Wild — 26. September 2018
Als Quelle speichern! 🔥

Der Bauer Murray James Silvester bekennt sich schuldig, während über 2 Jahre im Staat Victoria Adler vergiftet zu haben. Ihr Tod sei absichtlich herbeigeführt worden und stelle das bisher grösste Massensterben von Adlern in dem Staat im Südosten Australiens dar, sagte ein Mitarbeiter des Umweltamtes. Die Spezies Keilschwanzadler ist der grösste Raubvogel in Australien.

Die Kadaver und Schädel der teils schon verwesten Raubvögel fanden sich über 2’000 Hektar verstreut im Buschland und auf Grundstücken.

Tierschutzgruppen kritisieren nun die zweiwöchige Haftstrafe gegen den Mann, der die 406 Adler getötet hat, als zu nachsichtig.

Murray James Silvester wurde vor dem Gericht in Sale am vergangenen Montag abgeurteilt. Er wird 14 Tage inhaftiert und erhält eine Geldstrafe in der Höhe von 2’500 Dollar, für die Zerstörung einer geschützten Tierart.

Geschützte Keilschwanzadler
Geschützte Keilschwanzadler

Die Humane Society International ist jedoch der Meinung, die milde Strafe sei mit der öffentlichen Empörung über die Morde nicht in Einklang zu bringen. Sprecher Evan Quartermaine sagte, dass die Strafe weniger als eine Stunde pro Adler dauert und die Busse nur 6 Dollar pro getötetem Adler.

«Diese Strafe ist eindeutig unzureichend und bis die Strafen, in denen wild lebende Tiere betroffen sind, dem Verbrechen nicht angemessen abschreckend sind, werden Menschen, die die Natur nicht wertschätzen, bei ihrer Vernichtung unbeirrt weitermachen», sagte Quartermaine, laut dem Online-Portal The Guardian.

Keilschwanzadler seit 1998 geschützt

Die Höchststrafe für Jagdvergehen im Rahmen des «Victorian Wildlife Act» beträgt sechs Monate Gefängnis und eine Geldstrafe von 8’000 Dollar, mit einer zusätzlichen Strafe von 800 Dollar für jeden Kopf der getöteten Tiere. In diesem Fall könnte die Strafe mehr als 330’000 Dollar betragen.

Der 59-Jährige wird nach seiner Entlassung nach Neuseeland deportiert. Letzte Woche wurde ein junger Bauer und Hobby-Jäger aus Cowangie, ebenfalls aus dem Staat Victoria, wegen Tierquälerei angezeigt, weil er mit seinem Auto wahllos Emus überfuhr. Mehr zu Kriminalität und Hobby-Jagd.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.