Angriff auf Ornithologen in Griechenland: brutaler Überfall von Hobby-Jägern
Maskierte Hobby-Jäger überfallen ein Team des Komitees gegen den Vogelmord (CABS) auf Zakynthos, drei Vogelbeobachter werden verletzt und ins Krankenhaus gebracht, die Polizei hat erste Verdächtige identifiziert
Angriff auf Ornithologen in Griechenland brutaler Überfall von Hobby-Jägern
Eine Gruppe von etwa 15 maskierten Hobby-Jägern hat am 16.4.2025 auf der griechischen Insel Zakynthos ein Team internationaler Ornithologen des Komitees gegen den Vogelmord (CABS) überfallen und zusammengeschlagen, teilte die Organisation in einer Erklärung mit.
Infolgedessen wurden drei Vogelbeobachter verletzt und zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet.
Nach Angaben von CABS ereignete sich der Vorfall gestern gegen 12.30 Uhr auf der Halbinsel Keri, einem Gebiet, das für massive illegale Abschüsse von Zugvögeln bekannt ist.
Keri gilt als Brennpunkt der Wilderei auf der Insel – von Dutzenden Jagdunterständen nehmen die Hobby-Jäger hier im Frühling – ausserhalb der Jagdzeit – streng geschützte Turteltauben, Pirole, Schwalben und Greifvögel unter Beschuss.
Trotz eines totalen Jagdverbots waren viele Hobby-Jäger anwesend, die meisten von ihnen trugen Schrotflinten. «
Während unser Team die Situation dokumentierte, kamen einige auf uns zu und begannen, uns zu beleidigen und zu bedrohen. Innerhalb weniger Minuten gesellten sich andere wütende Hobby-Jäger zu ihnen und die Situation geriet völlig ausser Kontrolle, so die italienische Teammitglied Stefania Travaglia.
Sie fügte hinzu, dass ihre Teammitglieder ohne Vorwarnung ins Gesicht geschlagen, zu Boden geworfen und in den Bauch getreten wurden.
«Sie bewarfen uns auch mit Steinen und warnten uns, nie wieder nach Keri zurückzukehren, wenn wir unser Leben riskieren wollten“, erinnert sich die Britin Emma Phipps. Ein Smartphone und eine Kamera mit Beweismaterial wurden zerstört und ein Rucksack gestohlen.
Einem slowenischen Komitee-Mitarbeiter wurde die Nase gebrochen, ein italienischer Angestellter erlitt eine schwere Beinwunde, zwei britische Ehrenamtlerinnen und ein Vogelschützer aus der Schweiz haben Prellungen und Schrammen davongetragen.
Die Männer hörten erst auf, als sie merkten, dass die Polizei zu Hilfe gerufen wurde und eine Streife auf dem Weg zum Tatort war, und rannten davon. Während die Beamten versuchten, die Angreifer zu finden und zu identifizieren, wurden eine weibliche und zwei männliche Vogelbeobachter in das Allgemeine Krankenhaus St. Dionysios in Zakynthos gebracht, wo Ärzte eine gebrochene Nase sowie mehrere offene Wunden und Prellungen behandelten, die durch den Angriff verursacht worden waren.
«Die Polizei hat auf Zakynthos bereits eine Reihe von Verdächtigen identifiziert, die zur Befragung vorgeladen wurden“, berichtete Frau Phipps.
Der Präsident von CABS, Karl-Heinz Kreutzer, verurteilte heute den Angriff als „brutalen und feigen Überfall“ und forderte die Behörden auf, alles zu tun, um die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen. Er fügte hinzu, dass die CABS sich Gewalt und Einschüchterungstaktiken nicht beugen werde und dass ihre Mitglieder ihre Aktivitäten auf Zakynthos bis Ende des Monats fortsetzen werden.
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