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Jagd

Berner Konvention prüft Anfechtung der Dachsjagd

Der Fall wurde von der Berner Konvention im Jahr 2020 mit der Bitte um weitere Informationen auf "Standby" gesetzt.

Redaktion Wild beim Wild — 14. September 2021

Die Beschwerde behauptet, dass die britische Regierung gegen internationale Wildtierabkommen verstösst, weil sie die Auswirkungen der Keulung auf die Dachs-Population nicht berücksichtigt hat.

Über 140’000 Dachse seit 2013 getötet

Grossbritannien beherbergt mehr als 25 % der europäischen Dachspopulation. Mit mehr als 140’000 Dachsen, die seit Beginn der Keulungspolitik im Jahr 2013 auf der Grundlage von Lizenzen getötet wurden, und den kürzlich bestätigten Plänen der britischen Regierung, die Keulung bis 2025 fortzusetzen, gerät diese Population jedoch unter starken Druck.

In dieser Woche (15. und 16. September) prüft das Präsidium der Berner Konvention eine Beschwerde der Koalition von Tierschutzgruppen gegen die britische Regierung wegen Verletzung eines internationalen Abkommens über wild lebende Tiere und Pflanzen.

Wir sind zwar dankbar, dass unsere Beschwerde endlich geprüft wird, aber es sind bereits zwei Jahre vergangen, seit wir 2019 unsere erste Beschwerde eingereicht haben. In dieser Zeit wurden weitere über 76’000 Dachse im Rahmen dieses gescheiterten Ansatzes zur Bekämpfung der Rindertuberkulose getötet. Wir hoffen auf ein positives Ergebnis der Berner Konvention und eine bessere Zukunft für die britischen Dachse.

Adam Laidlaw, geschäftsführender Direktor von Badger Trust

Bis zu 75’930 Dachse könnten 2021 getötet werden

Die Überlegungen kommen nur eine Woche, nachdem die britische Regierung angekündigt hat, dass die Dachsjagd im Jahr 2021 ausgeweitet werden soll. Es gibt jetzt 61 Gebiete mit aktiven Keulungslizenzen. 2021 könnten bis zu 75’930 Dachse getötet werden, was die Gesamtzahl seit Beginn der Keulung auf weit über 200’000 erhöht.

Die Tatsache, dass die britische Regierung weiterhin neue Lizenzen für die Keulung von Dachsen vergibt, entlarvt nicht nur die Behauptungen der britischen Minister, sich für den Tierschutz einzusetzen, sondern zeigt auch ein verwirrendes Mass an kognitiver Dissonanz.

Reineke Hameleers, Geschäftsführerin der Eurogroup for Animals

Wir fordern die Berner Konvention auf, Massnahmen zu ergreifen, die dazu beitragen, dieses unmenschliche, ineffektive, unwissenschaftliche und unnötige Abschlachten eines einheimischen, geschützten Wildtiers dauerhaft zu beenden.

Dr. Mark Jones, Tierarzt und Leiter der Abteilung Politik bei der Born Free Foundation
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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