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Wildtiere

Wildtiere sollen besser vor Drohnen geschützt werden

Drohnen können für Vögel und Wildtiere eine Belastung sein und sogar ihr Überleben gefährden. Mit einem Merkblatt für Drohnenpiloten soll dem nun entgegengewirkt werden.

Redaktion Wild beim Wild — 8. Juli 2018

Drohnen können für Vögel und Wildtiere eine Belastung sein und sogar ihr Überleben gefährden. Mit einem Merkblatt für Drohnenpiloten soll dem nun entgegengewirkt werden.

Drohnen würden auch in Gebiete vordringen, die bisher wenig oder nicht durch Beeinträchtigungen gestört wurden. Vögel und andere Wildtiere könnten deshalb die ferngesteuerten Fluggeräte als Bedrohung wahrnehmen, was zu Stress führe. Diese Belastung könne das Überleben und den Fortpflanzungserfolg beeinträchtigen.

Neues Merkblatt für Drohnenpiloten

Seit dieser Woche kursiert die neue Broschüre mit dem Titel «Rücksicht beim Fliegen mit Drohnen» im Internet. Getragen wird sie von einer Gruppe von neun Organisationen, darunter die Vogelwarte Sempach und der Schweizerische Verband Ziviler Drohnen (SVZD). Pilotinnen und Piloten von Drohnen könnten bei Befolgen dieser Regeln Störungen vermeiden.

Die Drohnen sollten in übersichtlichen Orten fliegen, wenn keine Vögel und andere Wildtiere zu sehen seien. Geeignet seien auch Siedlungsgebiete ohne Menschenansammlungen, heisst es in dem Merkblatt. Informationen, die ein sicheres und rücksichtsvolles Fliegen mit Drohnen fördern, finden sich auf safedroneflying.aero.

Tiere nicht verfolgen

Wildtiere sollten nicht direkt angeflogen und auch nicht verfolgt werden. Falls ein Tier reagiere, solle der Flug sofort abgebrochen werden. Dasselbe gelte, wenn Raben oder Greifvögel sich näherten.

Auch wird davon abgeraten, in Gebieten zu fliegen, wo Schwärme von Wasservögeln oder Gruppen von Wildtieren seien. Des Weiteren sollte bei Felswänden sowie über Hecken und Schilfflächen genügend Abstand gehalten werden.

In Naturschutzgebieten und Wildruhezonen seien Flüge zu unterlassen. In Wasser- und Zugvogelreservaten und in Jagdbanngebieten seien Drohnenflüge verboten, heisst es weiter.

100’000 Drohnen in der Schweiz

Rechtlich bindend sind die Empfehlungen allerdings nicht. Der SVZD fordert seine Mitglieder lediglich dazu auf, sie zu beachten. Auch das Schweizer Gesetz sieht nur relativ wenige Flugeinschränkungen für Drohnen vor, obwohl deren Anzahl rapide zunimmt. Laut der TA-Swiss-Studie sind in der Schweiz rund 100’000 Drohnen in Betrieb. Jährlich kommen derzeit 22’000 hinzu.

In bestimmten Fällen dürfen die Kantone zudem regionale Flugverbote verhängen. Seit vergangenem Winter gilt ein solches Flugverbot auch im Schweizerischen Nationalpark im Kanton Graubünden. Trotzdem kommt es auch da immer wieder zu Störungen von Wildtieren durch herumfliegende Drohnen, erzählt Ruedi Haller, Leiter Forschung und Geoinformation beim Nationalpark. «2017 haben wir zwei Drohnenpiloten wegen Wildruhestörung gebüsst. Das kostet 100 Franken. Falls man mit der Drohne professionell fotografiert oder filmt, 200 Franken.» 2016 gab es zwei Vorfälle, bei denen Steinadler Forschungsdrohnen attackiert hatten. In beiden Fällen sei nur die Drohne zu Schaden gekommen, sagt Haller. «Zum Glück.» Mehr zu Umwelt und Naturschutz.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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