Warum man den Tierschutz und nicht den Jagdaufseher aufbieten soll
Eine junge Hirschkuh verirrte sich gestern im Zentrum von Massagno bei Lugano und wurde eingefangen, um anschliessend im Wald freigelassen zu werden.
Das Tier, das sichtlich Angst hatte, weil es in einer bewohnten Gegend gelandet war, wurde zunächst betäubt und anschliessend vom Tierschutz Bellinzona (SPAB) inmitten der Natur wieder freigelassen.
Man entschied sich beim Einfangen für eine Fernbetäubung, um «zu verhindern, dass das Tier in Panik gerät, durch die Ortschaft rennt und sich selbst und andere gefährdet», erklärt der Präsident der SPAB.
Wir wurden am frühen Nachmittag, den 8.6.2025, vom Wildhüter alarmiert, der zusammen mit der Gemeindepolizei von Ceresio Nord vor Ort war. Nachdem wir die Situation analysiert und verstanden hatten, dass die Hirschkuh nicht selbstständig in den Wald zurückkehren konnte, wurde unser Einsatz angefordert. Eine notwendige Massnahme, um zu verhindern, dass das Wildtier in Panik geriet und durch die Ortschaft rannte, wodurch es seine eigene Sicherheit und die der Menschen, denen es begegnet wäre, gefährdet hätte, erklärt der Präsident. Die Sedierung wirkte innerhalb von etwa zehn Minuten und ermöglichte es uns, die Hirschkuh zu transportieren, die dann im Wald von Capriasca freigelassen wurde.
Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Wildtier in die Stadt verirrt: «Es ist plausibel, dass es, von einem Hund erschreckt, in Richtung Stadt statt in Richtung Wald geflohen ist. Die Urbanisierung schreitet voran, immer mehr Menschen spazieren in den Wäldern, und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Wildtiere gestört werden.»
Daher der Appell: «Denken Sie daran, Ihre Hunde unter Kontrolle zu halten und sie gegebenenfalls an der Leine zu führen. Diese Tiere reagieren sehr empfindlich auf Hunde. Andernfalls ist das Risiko, Wildtiere zu verletzen, sehr hoch.»
Aber es gibt noch etwas anderes, das unbeabsichtigt die Sicherheit dieser Tiere gefährden könnte: „Vertrauen Sie niemals einem Wildtier: Es ist kein Hund oder eine Katze“, betont der Präsident der SPAB. „Bei ihnen überwiegt der Instinkt, sodass wir ihr Verhalten nicht vorhersagen können. Zweitens ist dies die Zeit, in der Hirsche und Rehe gebären, sodass man allein in den Wäldern herumstreunende Jungtiere findet. Aber sie wurden nicht ausgesetzt. Berühren Sie sie nicht und bewegen Sie sie auf keinen Fall. Es besteht die Gefahr, dass die Mutter sie dann nicht mehr annimmt.“ Eine mehr als berechtigte Warnung: „Letzte Woche haben drei Personen Rehkitz aufgegriffen und mit nach Hause genommen, wodurch ihr Überleben gefährdet wurde.“
Hobby-Jäger haben für so eine heldenhafte Tat weder den Geist noch die Ausrüstung. Wildtierrettungen finden durch Feuerwehrleute, Polizisten oder normale Bürger statt.
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