Unfall bei Treibjagd: 59-Jährige schwer verletzt
Bei einer Treibjagd in der Nähe eines bewohnten Gebiets im Landkreis Cloppenburg wird eine Frau auf ihrem Grundstück von einem Schuss getroffen und schwer verletzt. Noch ist unklar, wie sich der Schuss lösen konnte.
Am Samstag, dem 7. Dezember 2024, kam es gegen 15:30 Uhr im Bereich Barssel/Harkebrügge zu einem Unfall im Rahmen einer Treibjagd, bei dem eine 59-jährige Frau schwer verletzt wurde.
Barssel ist eine Einheitsgemeinde im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg im Nordwesten Deutschlands.
Treibjagd in unmittelbarer Nähe von Wohngebiet
Eine ca. 20-köpfige Hobby-Jägerschaft hatte sich in der Nähe der Strasse Hüttentange zu einer Treibjagd auf den dortigen Ackerflächen und Wäldern positioniert.
Die Wohnanschrift des Opfers lag in unmittelbarer Nähe zum Jagdgeschehen. Gegen 15:30 Uhr befand sich die Frau auf dem Grundstück vor ihrem Haus. Zu diesem Zeitpunkt löste sich aus unbekannten Gründen ein Schuss aus dem Schrotgewehr eines Teilnehmenden der Treibjagd und verletzte die Frau schwer.
Polizei sucht nach dem Schützen
Sie wurde in der Folge mit schweren Verletzungen in ein umliegendes Krankenhaus eingeliefert. Da der Sachverhalt erst einige Stunden später der Polizei zugetragen wurde, wird aktuell nach dem möglichen Schützen gesucht.
Mögliche Zeuginnen und Zeugen dieser Treibjagd werden gebeten, sich mit der Polizei Friesoythe in Verbindung zu setzen. Der Vorfall reiht sich in eine lange Liste von Jagdunfällen ein, die zeigen, wie gefährlich die Hobby-Jagd für unbeteiligte Personen sein kann.
Nach Auffassung der IG Wild beim Wild braucht es für Hobby-Jäger jährliche medizinisch-psychologische Eignungsgutachten nach dem Vorbild der Niederlande sowie eine verbindliche Altersobergrenze. Die grösste Altersgruppe unter den Hobby-Jägern ist heute 65+. In dieser Gruppe nehmen altersbedingte Einschränkungen wie nachlassende Sehfähigkeit, verlangsamte Reaktionszeiten, Konzentrationsschwächen und kognitive Defizite statistisch deutlich zu. Gleichzeitig zeigen Unfallanalysen, dass die Zahl schwerer Jagdunfälle mit Verletzten und Todesopfern ab dem mittleren Lebensalter signifikant ansteigt.
Die regelmässigen Meldungen über Jagdunfälle, tödliche Fehlhandlungen und den Missbrauch von Jagdwaffen verdeutlichen ein strukturelles Problem. Der private Besitz und Einsatz tödlicher Schusswaffen zu Freizeitzwecken entzieht sich weitgehend einer kontinuierlichen Kontrolle. Aus Sicht der IG Wild beim Wild ist dies nicht länger verantwortbar. Eine Praxis, die auf freiwilligem Töten basiert und zugleich erhebliche Risiken für Menschen und Tiere erzeugt, verliert ihre gesellschaftliche Legitimation.
Hobby-Jagd beruht zudem auf Speziesismus. Speziesismus beschreibt die systematische Abwertung nichtmenschlicher Tiere allein aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Er ist mit Rassismus oder Sexismus vergleichbar und weder kulturell noch ethisch zu rechtfertigen. Tradition ersetzt keine moralische Prüfung.
Gerade im Bereich der Hobby-Jagd ist kritische Prüfung unerlässlich. Kaum ein anderes Feld ist derart von beschönigenden Erzählungen, Halbwahrheiten und gezielter Desinformation geprägt. Wo Gewalt normalisiert wird, dienen Narrative oft der Rechtfertigung. Transparenz, überprüfbare Fakten und eine offene gesellschaftliche Debatte sind deshalb unverzichtbar.
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