Tierschutz fordert EU-Verbot der Einfuhr von Jagdtrophäen
Anlässlich des sechsten Jahrestages der Tötung des Löwen Cecil durch einen amerikanischen Trophäenjäger.
NGOs, Mitglieder des EU-Parlaments und Fachleute aus Afrika fordern die EU auf, den Import von Jagdtrophäen zu verbieten.
EU zweitgrösster Importeur weltweit
Eine neue Analyse von Handelsdaten zeigt, dass die Europäische Union nach den Vereinigten Staaten der weltweit zweitgrösste Importeur von Jagdtrophäen ist und zwischen 2014 und 2018 fast 15’000 Jagdtrophäen von 73 international geschützten Arten importiert hat.
Frankreich hat 2015 den Import von Löwentrophäen verboten und die Niederlande 2016 den Import von Trophäen von über 200 Arten. In Deutschland haben zwei Parteien (Grüne und Linke) ein Importverbot für Trophäen in ihre Parteiprogramme aufgenommen.
EU-Abgeordnete fordern Verbot
«Anstelle einer streng regulierten Trophäenjagd verpflichte ich mich zu einer streng regulierten Fotojagd, die einen grösseren Nutzen für Arten hätte. Ich fordere die Europäische Kommission nachdrücklich auf, das Problem der Trophäenjagd in ihrer bevorstehenden Bewertung des EU-Aktionsplans gegen den Wildtierhandel anzusprechen», sagte die deutsche Europaabgeordnete Manuela Ripa (Grüne/EFA).
«Die schockierende Rolle der europäischen Bürgerinnen und Bürger bei der weltweiten Trophäenjagd sollte nicht unterschätzt werden. Auf Deutschland, Spanien und Dänemark entfallen 52 % aller importierten Trophäen», sagte Dr. Joanna Swabe von Humane Society International/Europe.
Trophäenjagd gefährdet Artenschutz
«Die Trophäenjagdindustrie wird von Korruption gebeutelt, wobei überhöhte Quoten festgelegt werden, die oft überschritten werden», sagte Dr. Mark Jones von der Born Free Foundation.
«Es ist an der Zeit, dass Deutschland und andere EU-Mitgliedstaaten handeln und den Import von Jagdtrophäen verbieten», sagte Daniela Freyer von Pro Wildlife.
Anmerkungen: Meinungsumfragen zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der EU-Bürgerinnen und Bürger (über 80 %) die Trophäenjagd ablehnt. Importstatistiken (2014–2018) umfassen: 952 Afrikanische Elefanten, 889 afrikanische Löwen, 839 afrikanische Leoparden, 794 Nilpferde, 297 Geparden, 65 Eisbären und sechs vom Aussterben bedrohte Spitzmaulnashörner.
Unterstütze unsere Arbeit
Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.
Jetzt spenden →