Jagen, uraltes, einst überlebenswichtiges Handwerk und eine Leidenschaft, die über Generationen hinweg weitergegeben wurde. Doch wie hat sich die Jagd im 21. Jahrhundert entwickelt?
Die heutige Hobby-Jagd zerstört das normale soziale Zusammenleben der Wildtiere, das ökologische Gleichgewicht, die natürlichen Verhaltensweisen, Familienstrukturen und Sozialverbände, Benutzung von Bauten und Verstecken, Wechsel von Tag– zur Nachtaktivität, erhöhte Reproduktion bestimmter Tierarten, verstärkte Abwanderung in nicht bejagte Siedlungsgebiete, unnatürliche Tierkonzentrationen in Hotspots, ökologisches Ungleichgewicht, lebenslanger gesundheitsschädigender psychischer und physischer Stress der Wildtiere, ungesundes Wildfleisch und vieles negative mehr.
Dabei fällt einem auch auf, dass eine militante Minderheit bestimmt, was das Gros der Gesellschaft an Wildtieren zu sehen bekommt bzw. sich daran erfreuen kann. Vielleicht ist dies sogar ein Grund für die grosse Nachfrage nach Tierbesichtigungen in den unwürdigen Zoos. Allein die Jagd produziert nachhaltig extrem ängstliche Wildtiere. Wildtiere wurden erst durch die Jagd «wild» bzw. scheu gemacht und nicht durch Freizeitaktivisten. Wildtiere mögen keine Hobby-Jäger. Auch Wildtiere können zwischen guten und schlechten Menschen unterscheiden. Der Hobby-Jäger ist das Feindbild, vor dem Wildtiere fliehen, um zu überleben. Nicht selten endet diese Flucht in einem Auto, führt zu unnatürlichen Tierkonzentrationen in den Wäldern oder in den Städten. Dort werden Wildtiere dann beschuldigt, «Schäden» zu verursachen, und dies nur, weil Wildtiere von den Hobby-Jägern so parkiert werden.
Jeder Mensch, der jemals in einem nicht bejagten Nationalpark war – zum Beispiel im Engadin oder in Afrika – weiss, dass Tiere keine angeborene Angst vor dem Menschen haben. Weder Beutetiere noch Beutegreifer. Darum spielt es eine grosse Rolle, ob ein Hobby-Jäger oder ein Jogger das Wild stört. Der andauernde Jagddruck macht die Tiere scheu und drängt die ursprünglich in Graslandschaften lebenden Rehe und Hirsche tief in die Wälder, was den sogenannten «Wildverbiss» an forstwirtschaftlichen Nutzflächen fördert. Durch die intensive Bejagung sinkt die Lebenserwartung der Wildtiere drastisch. Dies hat eine frühzeitige Geschlechtsreife zur Folge, was die Geburtenrate ansteigen lässt. Nicht nur die Geburtenrate steigt, sondern auch das natürliche Auswahlverfahren der Natur untergräbt besonders gesunde Wildbestände und immer die besten Anlagen weiterzugeben, weil die Hobby-Jäger vorzeitig in natürliche Prozesse eingreifen.
Jagdkunst wird oft mit Kriegskunst verglichen, wobei der Hobby-Jäger von heute meist als Tyrann, faul, feige und technisch hochgerüstet auf einem Hochsitz oder in Deckung sitzt. Dabei sehnt sich der Hobby-Jäger angeblich nach der Natur. Doch was für eine surreale Natur hat der Hobby-Jäger geschaffen? Er muss mit Feldstecher und Zielfernrohr die Tiere, seine Verwandten, in der Natur suchen, welche man in nicht bejagten Gebieten mit blossen Augen zutraulich sehen kann. Nicht Naturnähe, sondern Distanzierung und Feindseligkeit lebt und schafft der Hobby-Jäger. Dies sind der Charakter und das Wesen der Jagd im 21. Jahrhundert.
Viele Menschen haben den Eindruck, dass es Fuchs, Reh, Hirsch, Hase usw. in der freien Natur gar nicht mehr gibt. Wie sollen sich die Kinder der Gegenwart in Zukunft richtig für die Natur einsetzen, wenn sie diese gar nicht mehr in dieser durch Jägerhand geschaffenen Unnatürlichkeit erleben können? Die Natur wird durch die Hobby-Jäger zu einer Montage degradiert, was für den normalen Menschen und die Tiere eine gewaltige Minderung an Lebensqualität bedeutet. Hobby-Jäger und deren Schiessereien schaffen ein Klima und Energiefeld des Unwohlseins für Mensch und Tier in den Naturerholungsgebieten.
Präzisionstechnologie
Im 21. Jahrhundert hat die Hobby-Jagd von fortschrittlicher Technologie profitiert. Moderne Hobby-Jäger nutzen hochentwickelte Ausrüstung wie Schallverstärkungsgeräte, Nachtsichtgeräte, Drohnen, Ferngläser, Wärmebildkameras, Geruchsbeseitiger, GPS-Tracker, usw., um ihre Unfähigkeiten zu kompensieren. Diese Technologien ermöglichen es Hobby-Jägern, Wildtiere besser zu beobachten und effizienter zu jagen, weil kaum ein Hobby-Jäger in der Lage wäre, wie ein richtiger Jäger eines Naturvolkes Beute zu machen. Die Hobby-Jagd im 21. Jahrhundert ist unfairer geworden, wobei die Wildtiere die Leidtragenden sind.
Intelligente Gewehre sind beispielsweise mit computergesteuerten Zielfernrohren ausgestattet, die unter Berücksichtigung von Faktoren wie Entfernung, Windgeschwindigkeit und Geschossart den perfekten Schuss berechnen können. Einige verfügen sogar über eine „Tracking“-Funktion, die das Ziel erfasst und so eine präzise Tötung gewährleistet.
Erhaltung der Biodiversität
Die Behauptung, dass Hobby-Jäger die Biodiversität fördern, ist schon fast dreist. Im besten Fall wird sie vielleicht nicht beschädigt. So werden zum Beispiel immer noch Feldhasen bejagt. Der Feldhase steht auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Was dieser Dienst der Jägerschaft für die Allgemeinheit sein soll, erschliesst sich dem gesunden Menschenverstand nicht. Die höchste Dichte an Feldhasen wurde wissenschaftlich im Jahr 2016 mit 17,7/100 ha im jagdfreien Kanton Genf ermittelt. Dort, wo sich professionelle Wildhüter um das Wildtiermanagement kümmern. Dies ist die erste Dichte über 17 Feldhasen/100 ha seit 2006 in der ganzen Schweiz.
Der Erhalt der Biodiversität ist kein zentrales Anliegen der modernen Jägerschaft. Nach dem schockierenden UNO-Bericht zum Artensterben im Frühling 2019 fällt der Blick auf die Schweiz. Der Anteil der bedrohten Arten ist in keinem Land der Welt so gross wie in der Schweiz. Über ein Drittel der Pflanzen, Tiere und Pilzarten gilt als bedroht. Die Schweiz ist europaweit beim Ausscheiden von Schutzflächen für die Biodiversität ebenfalls Schlusslicht. Es sind immer auch diese Kreise aus Hobby-Jägern mit ihrer Lobbyarbeit, die über die Politik, Medien und Gesetze seit Jahrzehnten dafür verantwortlich sind. Sie sind es, die zeitgemässe, ethische Tierschutzverbesserungen notorisch blockieren und den seriösen Tier- und Artenschutz sabotieren. Hobby-Jäger wehren sich regelmässig gegen mehr Nationalpärke in der Schweiz, weil es ihnen eben nicht um Natur, Biodiversität und Artenschutz oder Tierschutz geht, sondern darum, ihr perverses, blutiges Hobby zu pflegen.
Jägerparolen sind reine Augenwischerei. Analysiert man in der Politik die Jägerfraktion, erkennt man schnell, dass sie sich selten bis gar nicht für die Natur engagiert – klar wird dagegen, dass Ausbeutung und Eigennutz deren wahre Interessen sind. Die Experten der Hobby-Jäger sind meistens nur Interessenvertreter einer egoistischen Lobby, um eine Unkultur zu erhalten und schönzureden. Im Umweltranking belegen Hobby-Jäger den letzten Platz.
Die Belastung durch die unzähligen Tonnen Blei und andere hochgiftige Schwermetalle in der Munition, welche die Hobby-Jäger in der Natur zurücklassen, ist reiner Ökoterror. Blei ist ein extrem giftiges Schwermetall und auch eine besonders grausame Form der Jagd. Verletzte Tiere leiden nebst ihren Wunden an einer langsamen Vergiftung durch die Munition. Hobby-Jäger vergiften damit potenziell auch Mitmenschen, Tiere, Boden und das Grundwasser.
Hobby-Jäger verursachen auch mit der Niederwildjagd absichtlich schwerwiegende Störungen im natürlichen Artengleichgewicht, um erfolgreicher jagen zu können. Alljährlich im Herbst veranstalten sie ein unnatürliches Gemetzel während der Hochjagd. Es werden gezielt Lebensräume manipuliert und gestört, zum Unwohlsein aller Wildtiere und der Gesellschaft. Demnach ist jede Fuchsjagd ein klarer Verstoss gegen das Tierschutzgesetz, weil es an einem vernünftigen Grund mangelt. Eine Abschussplanung auf der Niederjagd existiert auch nicht. Es gibt seit mehr als 30 Jahren mindestens 18 wild biologische Studien, die beweisen: Fuchsjagd reguliert nicht und taugt auch zur Seuchenbekämpfung nichts. Im Gegenteil! Hobby-Jäger verbreiten Krankheiten:
In Europa liegt der Verbreitungsschwerpunkt des Fuchsbandwurmes mit den Hobby-Jägern und dem sinnfreien Nachstellen nach dem Fuchs vor allem in der Schweiz (Schwerpunkt Region Zürich und Ostschweiz). Hobby-Jäger beeinflussen die Gesundheit des gesamten Bestandes auf eine negative Art, weil die Krankheit nicht ihren normalen Weg gehen kann und sich so resistente Populationen bilden könnten. Die Amateur-Jäger trugen bereits bei der Tollwutbekämpfung massgeblich zu einer raschen Ausbreitung der Tollwut bei, da die Fuchsrüden weiter wandern mussten, um eine Partnerin zu finden. Die Krankheit wurde so erst recht zur Epidemie und wurde erst Anfang der 80er Jahre – nicht über die gnadenlose Jagd auf den Fuchs, sondern durch eine Impfaktion über Hühnerköpfe – ausgerottet.
Immer im August schlüpfen die schwarzbeinigten, Borreliose übertragenden Zecken. Die Anzahl der Menschen, die sich mit Borreliose und anderen von Zecken übertragenen Krankheiten anstecken, ist in der Schweiz steigend. Das Bundesamt für Gesundheit geht davon aus, dass in der Schweiz jährlich etwa 6000 bis 12’000 Personen an der sogenannten Lyme-Borreliose erkranken. Bei FSME sind es zwischen 100 und 250. Deshalb stuft das Bundesamt für Gesundheit (BAG) durch Zecken übertragene Krankheiten als wichtiges Gesundheitsproblem für die Schweiz ein. Dieses Jahr wurden bis Ende September 7000 akute Fälle von Borreliose gemeldet. Laut BAG ist dieser Wert im mehrjährigen Vergleich eher tief. Im selben Zeitraum wurden 214 FSME-Erkrankungen registriert, was einem hohen Wert entspreche.
Aber dem müsste nicht so sein. Eine Studie deutet darauf hin, dass das Fehlen von Mäusen jagenden Beutegreifern, insbesondere des Fuchses, Ursache für die steigende Anzahl der von zeckenübertragenen Erkrankungen ist.
In der Vergangenheit flackerte die Räude und Staupe lokal immer wieder auf und erlosch dann von selbst wieder. Vor allem dort, wo die Räude besonders stark um sich gegriffen hat, scheinen die Füchse eine zunehmende Resistenz gegen Neuinfektionen zu entwickeln. Da die Jagd der Hobby-Jäger den eigentlich gegebenen Überlebensvorteil für räuderesistente Füchse jedoch zunichtemacht (ein Hobby-Jäger sieht einem Fuchs seine Räuderesistenz schliesslich nicht an), dürfte das Töten von Füchsen auch in dieser Hinsicht kontraproduktiv sein. Übrigens hat man bei der Staupe festgestellt, dass Wildtiere bereits Antikörper gebildet haben und die Gefahr somit marginal ist.
Ethik und Verantwortung
Es gibt keine Verbände mit Rechtsstatus, deren Mitglieder dermassen in der Kriminalität verwurzelt sind, wie bei der Jagd. Die moderne Jagd ist geprägt von einem minderwertigen ethischen Bewusstsein und einem hohen Mass an Verantwortungslosigkeit. Hobby-Jäger nehmen ihre Rolle als Hüter der Natur nicht ernst und setzen sich auch nicht für den respektvollen Umgang mit den Wildtieren ein.
Hobby-Jäger reagieren immer widerwillig auf Initiativen des gesunden Menschenverstandes. Tier- und Artenschützer führten im Jagdwesen zu mehr Wildtierschutz. Die Abschaffung von Tellereisen oder das Verbot der Vogeljagd mit Leimruten usw. Der gesunde Menschenverstand war und ist die treibende Kraft, damit die Jagdzeiten eingeschränkt und die Anzahl an jagdbaren Arten reduziert wird. Um die Ausrottung von Tierarten zu verhindern, haben Tierschützer den Hobby-Jägern die moralische Verpflichtung zur Pflege und Hege auferlegt. Die Ethik der Hobby-Jäger (sofern es so etwas überhaupt gibt) rennt traditionell immer dem Zeitgeist hinterher.
Hobby-Jäger verbreiten sowohl bei den Menschen als auch bei den Wildtieren unsägliches Leid, Terror und Elend. Praktisch alles, was grausam, unnötig und herzlos ist, wird von Jagdverbänden gefördert, hat unlängst ein Gericht in Bellinzona bestätigt. Wegen Hobby-Jägern leiden Wildtiere. Nicht selten richten Hobby-Jäger ihre Waffen auch auf Menschen an.
Der “verantwortungsvolle Umgang mit der Jagdwaffe” liest sich wie ein Kriegsreport
In der Schweiz gibt es jedes Jahr mehr menschliche Verletzte und Todesopfer durch die Risikogruppe Hobby-Jäger als durch islamische Terroristen, Sekten, Mafia, Wölfe und Rockerbanden zusammen.
In den Jahren 2019–2020 wurden insgesamt 1’484 Verletzte durch Jagdunfälle bei der Unfallversicherung nach UVG registriert. Im Schnitt sind es 300 UVG-Unfälle bei der Hobby-Jagd jährlich. Die meisten Unfälle ereignen sich im September, Oktober und November. Die Zahlen stammen von allen in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmern, die obligatorisch nach dem Unfallversicherungsgesetz (UVG) versichert sind. Alle übrigen in der Schweiz wohnhaften Personen (Kinder, Studenten, selbstständig Erwerbstätige, nicht erwerbstätige Hausfrauen und ‑männer, Pensionierte usw.) sind nicht nach UVG, sondern nach KVG versichert und werden von der Unfallstatistik UVG somit nicht erfasst. Die Gefährdung Dritter durch Hobby-Jäger kann nicht aus den Daten der Unfallversicherer bestimmt werden. Die Kosten pro Fall belaufen sich auf rund 10’000.– Franken oder 3,6 Millionen Franken jährlich.
Im Kanton Graubünden ereignen sich am meisten Unfälle auf der Jagd, gefolgt von den Jagdunfällen im Ausland. Es folgen die Kantone Tessin, Aargau, Wallis, St. Gallen und Bern. Ab dem 45. Lebensjahr steigt die Zahl der Unglücke dramatisch an. Dazu mindestens ein Dutzend Todesfälle, und dies nur innerhalb der Jägerschaft! Jedes Jahr kommt es zusätzlich zu Gewaltdelikten oder Suiziden mit Jägerwaffen.
Immer mehr Menschen fühlen sich durch die Hobby-Jagd im 21. Jahrhundert belästigt oder bedroht.
Ernährung
Eine weitere Entwicklung in der modernen Hobby-Jagd ist die Wertschätzung für die Fehlernährung. Viele Hobby-Jäger legen grossen Wert darauf, ihr eigenes Fleisch zu ernten und zu verarbeiten. Durch die Jagd glauben sie, sicher zu sein, woher ihr Fleisch stammt und dass es frei von Zusatzstoffen ist.
Die Summe des gesamten Giftcocktails jedoch, welche Bauern der chemisch industriellen Landwirtschaft auf den Feldern entsorgen, setzt auch den Wildtieren massiv zu – bis hin zu schweren Krankheiten. Wildbret ist keinesfalls so naturbelassen und bio, wie es die Hobby-Jäger der Bevölkerung vorgaukeln. Bio ist zudem ein geschütztes Label mit Richtlinien und kann niemals für Wildfleisch vom Hobby-Jäger gelten.
Gerade Wildbret ist mit Rückständen von Pestiziden, Spritzmitteln, Gülle, Antibiotika usw. aus dem Futter und Wasser von den Feldern belastet, nebst der potenziellen Schwermetallbelastung, wie Blei durch Munitionspartikel der Hobby-Jäger. Wildtiere sind teilweise auch noch deutlich mit radioaktivem Cs-137 belastet, als Folgen des Reaktorunfalls von Tschernobyl vor drei Jahrzehnten.
Was sagen die Behörden zu Wildfleisch? Verarbeitetes Wildfleisch sei wie Zigaretten, Asbest oder Arsen krebserregend, erklärt insbesondere die WHO.
Erlegtes Wild ist grundsätzlich Aas und daher eigentlich gar nicht für den Verkauf sowie Konsum für normale Menschen statthaft.
Mehrwert:
- Wildfleisch: Natürlich, gesund – oder gefährlich?
- Wildfleisch vom Hobby-Jäger? – Aas auf dem Teller!
- Gemäss Studien bestehen gesundheitliche Risiken im Kontext des Verzehrs von Wildfleisch
- Ernährung: Der zivilisierte Geschmack
- Wildfleisch vom Jäger ist Aas
- Wildfleisch kann nicht BIO sein
- Fleisch von wild lebenden Tieren ist kein Bio-Wild
- Demenz: Wie schädlich ist Wildbret?
- Wildbret macht krank
- Bleirückstände in Wildfleischprodukten
- Wildfleisch: Risiken, Blei und Jagdmythen
- Achtung: Warnung vor Wildfleisch vom Hobby-Jäger
- Jäger lügen auch beim Verkauf von Fleisch
Die Art der Jagd bestimmt auch die Fleischqualität. Treib- oder Drückjagden produzieren minderwertiges und ungesundes Fleisch, welches auch noch mit Munitionsresten verseucht sein kann. Wildtiere leben in ständiger Angst wegen der Hobby-Jägern. Insbesondere wenn sie real gejagt werden, produzieren sie Unmengen giftiger Hormone, Adrenalin usw., welche sich im Fleisch zusammen mit den anderen bereits vorhandenen Giften und Schlacken vereinigen. Die Fleischhygiene bei den Hobby-Jägern entspricht keinen normalen Standards. Das Wildbret liegt oft stundenlang ohne Kühlung herum – ein fachgerechter Umgang nach den üblichen gesetzlichen Vorschriften ist nicht ersichtlich.
Waidgerechtigkeit
Wir erleben das wohlhabendste Zeitalter in der Geschichte der Menschheit, und doch sind Hobby-Jäger lustlos, gespalten, irregeleitet und unglücklich. Sie reisen in ihrer Unruhe rund um den Globus, um die Natur zu zerstören.
Die „Waidgerechtigkeit“ der Hobby-Jäger hat nichts, aber rein gar nichts mit Natur- und Tierschutz oder professionellem Wildtiermanagement zu tun. Hobby-Jäger schaffen seit Jahrzehnten ein ökologisches Ungleichgewicht in der Kulturlandschaft mit teils dramatischen Folgen (Schutzwald, Krankheiten). Für einen genetischen Ausgleich müssten die Tiere wandern können, damit sie sich mit Tieren aus anderen Gebieten paaren können. Nur so kann eine gesunde, ethische und genetische Vielfalt der Bestände erreicht werden und nicht durch eine intensive Bejagung.
Hobby-Jäger leisten bei einer genauen Analyse auch keinen Frondienst für die Öffentlichkeit und schon gar nicht für die Wildtiere. Wildtiere mögen keine Hobby-Jäger. Wenn ganze Landstriche über eine Pacht zu einem Spottpreis für ein Hobby gekauft werden können, um dort Wildtiere meist sinnlos zu töten und/oder zu quälen durch die Baujagd, Treib- und Drückjagden usw., muss man zwangsläufig ganz andere Begriffe als Frondienst verwenden. Die Hobby-Jäger würden keinen «Frondienst» leisten, wenn sie nicht töten dürften. Dies hat mit dem Geist des selbstlosen Frondienstes rein gar nichts zu tun. Zudem können Hobby-Jäger bei Wildunfällen Rechnungen ausstellen oder über den Verkauf des ungesunden Wildbrets, Pelzverkauf, Trophäenverkauf usw. Einnahmen generieren.
In Gebieten ohne Hobby-Jäger in unserer Kulturlandschaft sieht man eine höhere Artenvielfalt, geringere Dichte von jagdbaren Wildtierarten, geringere Schäden und weniger Autounfälle. Pro Jahr kommt es durchschnittlich zu über 20’000 Wildunfällen auf Schweizer Strassen und Schienen. Die Kosten dieser Unfälle belaufen sich gemäss Schätzungen auf 40 bis 50 Millionen Schweizer Franken.
Die für die Hobby-Jäger interessanten Wildbestände werden seit Jahrzehnten nicht wirklich reguliert, sondern dezimiert und die Geburtenrate stimuliert. Folge der jetzigen Methoden ist, dass zum Beispiel die Weidetiere Rehe noch scheuer werden und ihre tageszeitlichen Aktivitäten vollends in die Nacht verlegen. Dies führt zu vielen Verkehrsunfällen. Der Bestand an Wildschweinen, Hirschen und Rehen ist förmlich explodiert und ausser Kontrolle. Das ist kein Naturverständnis oder Wildtiermanagement.
Sanitarische und therapeutische Abschüsse der Wildhüter wie zum Beispiel im Kanton Genf sind nicht das Gleiche, wie eine regulatorische Bejagung anhand des Jägerlateins oder falsch verstandener Naturerfahrung.
Muss im Kanton Genf z. B. in die Wildschweinepopulation eingegriffen werden, machen die professionellen Wildhüter dies mit einem 10 Mal kleineren Zeitaufwand als die Hobby-Jäger im Umland. Somit sind die Störungen von Wildtieren und der Bevölkerung in Genf massiv weniger als die von der Jägerschaft im Rest der Schweiz. Der Hobby-Jäger braucht zwischen 60 und 80 Stunden, laut Theo Anderes, Obmann im Elgger Revier Rappenstein (Landbote). Ein Wildhüter im Kanton Genf wendet lediglich 8 Stunden für einen notwendigen sanitarischen Abschuss auf. Zudem sind die Wildhüter auch die besseren Schützen. Ein Wildhüter in Genf verbraucht maximal zwei Patronen für ein Wildschwein. Ein Hobby-Jäger jedoch bis zu 15 Patronen! Dazu kommt, dass Wildtiere oftmals von den Hobby-Jägern verletzt werden und qualvoll sterben. Auf einer Treib- und Drückjagd wird bis zu 10 Mal mehr geschossen, als am Schluss die «Jagdstrecke» gross ist.
Im Schweizer Nationalpark im Engadin wird seit 100 Jahren nicht mehr gejagt und dort ist z. B. der Gämsen Bestand seit 1920 konstant um die 1350 Stück. Der Fuchs wird auch nicht gejagt. Entgegen der Prognosen aus Jägerkreisen ist keines seiner Beutetiere ausgestorben. Der Wechsel von der Weide für Kühe und Schafe zur Hirschweide führte zu einer komplett neuen Artenzusammensetzung der Vegetation und einer Verdopplung der Artenvielfalt!
Gäbe es weniger Problemjäger, die Naturnutzungsgedanken hegen, könnten sich auch wieder mehr friedfertige Menschen dem Naturschutzgedanken widmen – Menschen, die Flora und Fauna mit Respekt, Anstand und Fairness pflegen.







