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Umwelt & Naturschutz

Schmelzende Gletscher: die Schweiz bald in der Wassernot?

Die Schweiz hat innerhalb von 26 Tagen die Trinkwasservorräte eines ganzen Jahres verloren. Aber das ist bislang nicht einmal der beängstigende Teil.

Redaktion Wild beim Wild — 13. Juli 2025

Allgemein war der Juni 3,8 Grad zu warm im Vergleich zur Periode 1991 bis 2020 und mehr als 5 Grad zu warm im Vergleich mit der klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990.

Vor allem im Hochgebirge war es warm wie noch nie zu dieser Jahreszeit. In einigen Bergregionen wurden sogar die extremen Temperaturen des Hitzesommers 2003 übertroffen. 

Gesamtschweizerisch verloren die Gletscher im letzten Jahr 2,3 % ihres Volumens. Dem gingen die beiden Extremjahre 2022 und 2023 voraus, in denen 10 % des schweizweiten Gletschervolumens schmolzen.

In der Schweiz werden jährlich etwa 953 Millionen Kubikmeter Trinkwasser von den Wasserversorgungen bereitgestellt, davon ca. 10 Millionen Kubikmeter Brauchwasser für die Industrie. Das entspricht etwa 282 Litern pro Person und Tag.

26 Tage lang stiegen die Temperaturen im Juni 2025 in der Schweiz um mehr als 4 Grad über den Normalwert.

Die Gletscher schmolzen so schnell, als würde sich alle 7 Sekunden ein olympisches Schwimmbecken füllen. Tag und Nacht. Ununterbrochen. Der Wasserverlust? So viel, wie das ganze Land in einem Jahr trinkt.

Im Juni 2025 war die Gletscherschmelze doppelt so hoch wie der jüngste Durchschnitt für diesen Zeitraum. Einen Meter in zehn Tagen. So viel ist der Rhonegletscher innerhalb dieser Zeit geschmolzen, schreibt und illustriert watson.ch eindrücklich. Seit den 1970er Jahren sind mehr als 700 Gletscher in der Schweiz verschwunden – sie sind einfach weggeschmolzen.

Neben der Wasserknappheit können auch Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Erdrutsche durch das Abschmelzen von Gletschern ausgelöst werden. 

Der Felssturz in Blatten im Mai 2025 hatte mehrere Ursachen, die sowohl natürliche als auch klimabedingte Faktoren umfassen. Der Hauptauslöser war ein Bergsturz am Kleinen Nesthorn, der den darunterliegenden Gletscher destabilisierte und eine Lawine aus Gestein und Eis auslöste. Zusätzlich spielte der Klimawandel eine Rolle, da das Auftauen des Permafrosts die Felsstabilität schwächte und somit die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses erhöhte. 

Was die meisten Menschen nicht wissen, ist Folgendes über Gletscher: Sie sind die Wassertürme der Natur. Wenn Hitzewellen kommen und wir am meisten Wasser benötigen, geben die Gletscher ihr gespeichertes Wasser flussabwärts ab.

Aber das Problem ist, dass dieses natürliche Reservesystem versagt, da die Gletscher rapide schrumpfen.

Die Ressource, die den Gemeinden geholfen hat, extreme Hitze zu überleben, verschwindet. Schon in einigen Jahren könnte in manchen Bergregionen das Wasser in Dürreperioden knapp werden. Was nutzen da noch kostspielige und neu gebaute Staudämme für die Stromproduktion?

Betroffen wären das ganze Wallis, auch Teile Südfrankreichs, wo die Rhone im Mittelmeer mündet. Dem Genfersee könnte es so gehen, wie es im April dem Bodensee erging. Das fehlende Schmelzwasser von den Gletschern, die den Rhein speisen, und die geringen Regenfälle im Frühling sorgten für apokalyptische Bilder: Boote, die auf dem Trockenen lagen, Menschen, die zu Fuss von der deutschen Hafenstadt Lindau zu einer kleinen Insel laufen konnten – über ausgetrockneten Seeboden. 

Wir sehen zu, wie eine 10’000 Jahre alte Versicherungspolice in Echtzeit schmilzt. Die Daten lügen nicht. Der Zeitplan beschleunigt sich.

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