2. April 2026, 17:38

Geben Sie oben einen Suchbegriff ein und drücken Sie Enter, um die Suche zu starten. Drücken Sie Esc, um den Vorgang abzubrechen.

Jagd

Promillegrenze für Hobby-Jäger gefordert

Eine Kontroverse ist im Kanton Bern bezüglich des Konsums von Alkohol während der Hobby-Jagd entstanden.

Redaktion Wild beim Wild — 13. September 2023

Motion für Alkoholregelungen wie im Strassenverkehr

Casimir von Arx, ein Mitglied der Grünen Liberalen Partei (GLP) im Kantonsparlament, schlägt in einer Motion vor, das Jagdgesetz so zu ändern, dass ähnliche Alkoholregelungen wie im Strassenverkehr gelten.

Diese Motion zielt darauf ab, die Jagdlizenz von Personen zu entziehen, die wiederholt unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen jagen.

Derzeit haben die Kantone Neuenburg und Zürich bereits entsprechende Bestimmungen in ihre Jagdgesetze aufgenommen.

Schusswaffen und Alkohol unvereinbar

Der schweizerische Verein für ökologische Hobby-Jagd unterstützt die Idee und betont, dass die Verwendung von Schusswaffen in Kombination mit Alkoholkonsum unvereinbar sei und nicht zur Diskussion stehen sollte.

«Es ist verrückt, dass das überhaupt diskutiert werden muss.»

Co-Präsident Sandro Krättli

Jagdverband widerspricht

Andererseits widerspricht der Präsident des Berner Jagdverbandes, Lorenz Hess, der Notwendigkeit dieser Motion, da er angibt, nichts von alkoholbedingten Jagdunfällen im Kanton zu wissen. Die Motion wird während der Wintersession im kantonalen Parlament diskutiert werden, schreibt die Berner Zeitung.

Aus Sicht der IG Wild beim Wild muss die Grenze für den Umgang mit Waffen unter Alkoholeinfluss bei Hobby-Jägern konsequent bei 0,0 Promille Blutalkohol liegen. Dasselbe gilt bei der Wildhut sowie im Militär- und Polizeidienst und dies aus gutem Grund. Niemand darf im alkoholisierten Zustand mit einer Schusswaffe hantieren oder schiessen.

Die Hobby-Jagd dient dem Töten von Tieren. Wer dabei eine Waffe führt, trägt eine besondere Verantwortung gegenüber Mensch und Tier. Alkohol oder Drogen sind damit unvereinbar. Personen mit Alkohol- oder Drogenabhängigkeit müssen ihren Jagd– und Waffenschein umgehend verlieren.

Nach Jagdunfällen sind obligatorische Alkoholtests zwingend einzuführen. Zusätzlich braucht es nach dem Vorbild der Niederlande regelmässige medizinisch-psychologische Gutachten für Hobby-Jäger sowie eine verbindliche Altersobergrenze.

Die grösste Altersgruppe unter den Hobby-Jägern ist 65+. Genau in dieser Gruppe treten vermehrt altersbedingte Einschränkungen bei Sehvermögen, Konzentration, Reaktionsfähigkeit sowie Defizite in Ausbildung und Training auf. Gleichzeitig ist bekannt, dass Alkohol konsumiert wird, um einen vermeintlich ruhigen Finger zu haben. Andere verzichten auf Alkohol, sind den körperlichen Anforderungen jedoch dennoch nicht mehr gewachsen.

Die zahlreichen Fehlschüsse, Nachsuchen und das damit verbundene massive Tierleid lassen sich anders kaum erklären.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden