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Südafrika will Löwenzucht und Gatterjagd beenden

Die Löwenzucht in Südafrika und der Handel mit Produkten wie ihren Knochen sollten eingestellt werden, und die Nashornzucht durch private Eigentümer sollte mehr Kontrollen unterliegen, sagte Umweltministerin Barbara Creecy.

Redaktion Wild beim Wild — 2. Mai 2021
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Die südafrikanische Regierung erklärt sich bereit, der Löwenzuchtindustrie ein Ende zu setzen.

Ministerin fordert Ende der kommerziellen Löwenzucht

Am 2. Mai 2021 hat die Ministerin Barbara Creecy vom Umweltministerium den lange erwarteten Schritt gemacht, um den Status Quo der kommerziellen Löwenzuchtindustrie in Südafrika zu ändern.

Es müsse Schluss gemacht werden mit der Haltung und Zucht der Beutegreifer in Gefangenschaft, sagte Umweltministerin Barbara Creecy bei der Vorlage einer Studie zu dem umstrittenen Thema. «Wir wollen keine Zucht in Gefangenschaft, keine Jagd in Gefangenschaft, kein Streicheln von in Gefangenschaft geborenen Löwenjungen.»

Löwen werden auf sogenannten Canned-Hunting-Farmen per Hand aufgezogen, um später keine natürliche Scheu vor dem Menschen und damit dem Hobby-Jäger zu haben. Auf vielen Farmen werden die Tiere sogar mit Ködern gelockt oder medikamentös ruhig gestellt, um den Jagderfolg auch für ungeübte Schützen zu ermöglichen. Denn auf Löwenjagd darf zum Beispiel in Südafrika prinzipiell jeder gehen. Ein Jagdschein oder ein Nachweis für Jagderfahrung sind in den meisten Fällen nicht nötig. Mehr dazu im Dossier Tierschutzproblem Hobby-Jagd.

Die sogenannte Gatterjagd ist ein Hobby für die wohlhabende Minderheit, denn ein Abschuss kann über 50’000 Franken kosten. Die Kosten richten sich dabei nach Geschlecht und körperlichem Zustand des Tieres. Je stattlicher ein Löwe, desto tiefer müssen Dekadente für die Trophäen in die Tasche greifen.

Gatterjagd gefährdet wildlebende Löwen

Das Gremium stellte fest, dass die Löwenindustrie Risiken für die Nachhaltigkeit des Schutzes wildlebender Löwen birgt. Es bestand aus Naturschützern, Wissenschaftlern, Ministern, Gemeindeleitern, Ökonomen und Experten aus den Bereichen Handel und Industrie, Recht, Wohlfahrt und nachhaltige Landwirtschaft.

Es war auch eine Reaktion auf eine Reihe von emotionalen und komplexen Fragen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung, die von der Öffentlichkeit aufgeworfen wurden, insbesondere solche, die Schlüsselarten betreffen. Dazu gehörten der Handel mit Löwenknochen, die Jagd auf in Gefangenschaft gezüchtete Löwen, die Debatte um die Tötung von Elefanten, die Elfenbeinlager und der Handel mit Nashornhorn.

Das geplante Verbot richte sich nicht gegen die Wildtierjagd insgesamt, sagte Umweltministerin Creecy. Es gehe vielmehr darum, dass Hobby-Jäger «ein authentisches Wildtierjagderlebnis haben» und nicht Jagd auf Tiere machten, «die aus dem Käfig geholt wurden». Die Aufhebung der Jagd auf Löwen in Gefangenschaft soll den Ökotourismus der Big Five, das internationale Ansehen sowie Arbeitsplätze fördern.

Das Vorhaben dürfte in der millionenschweren Löwenzuchtindustrie auf erheblichen Widerstand stossen. Die Jagd auf Löwen aus Gefangenschaft ist in Südafrika seit Langem umstritten. In mehreren Ländern gibt es Initiativen für ein Verbot der Einfuhr von Trophäen, die aus der Jagd auf in Gefangenschaft gezüchtete Tiere stammen. Weitere Beiträge finden Sie in der Kategorie Jagd.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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