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Wildtiere

Biber im Linthgebiet: Erstes Paar gesichtet

Erstmals wurde im St. Galler Linthgebiet ein Biberpaar beobachtet. Nachwuchs ist wahrscheinlich. Der Biber breitet sich in der Schweiz weiter aus. Mehr zu Wildtieren in der Schweiz.

Redaktion Wild beim Wild · 24. Januar 2017

Erstmals wurde im St. Galler Linthgebiet ein Biberpaar beobachtet, teilte die Staatskanzlei am Dienstag mit.

Nachwuchs sei wahrscheinlich. Ob das junge Paar eine eigene Familie gründet, wird sich im Frühling oder Sommer zeigen.

Wildhüter Benedikt Jöhl hat das Biberpaar selber gesehen. Wo sich die Nager genau aufhalten, gibt das Amt für Natur, Jagd und Fischerei aber zum Schutz der Tiere nicht bekannt, wie Jöhl auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Derzeit ist für die Biber Paarungszeit. Etwa im Juni könnte es Nachwuchs geben.

Biber haben laut Jöhl ein Mal pro Jahr bis zu vier Junge. Ihre ersten Lebenswochen verbringen die Tiere gut versteckt im Bau. Die Biber sind in der Schweiz geschützt.

Erste Sichtung im Jahr 2000

Im Kanton St. Gallen tauchte im Jahr 2000 der erste Biber auf. Seither wächst die Population kontinuierlich. Bei der letzten Zählung im Winter 2010/2011 wurden 81 Biber gezählt, die in 26 Revieren lebten. Inzwischen dürften es weit über 100 sein.

Am meisten Biber wurden bisher an der Thur im Toggenburg beobachtet. Aber auch am Rhein ist der Nager heimisch. Mit seinem Auftauchen an der Linth besiedelt der Biber nun auch das letzte grosse Gewässersystem im Kanton, wie es im Communiqué heisst.

«Echte Landschaftsarchitekten»

Für Wildhüter Benedikt Jöhl ist es positiv, dass die Biber in der Ostschweiz wieder heimisch werden. Ab und zu gebe es kleinere Interessenkonflikte mit der Landwirtschaft, etwa wenn Biber Bäche stauen, so dass sich die Landschaft verändert. Solche Konflikte gelte es ernst zu nehmen und offen damit umzugehen.

Ein Zusammenleben von Biber und Landwirtschaft sei in der Regel sehr gut möglich. Biber seien «echte Landschaftsarchitekten». Die nachtaktiven Tiere sind in der Lage, Bäume mit einem Stammdurchmesser von bis zu 50 Zentimetern zu fällen und für ihre Bauten zu verwenden. Auch der jagdfreie Kanton Genf zeigt, dass ein Zusammenleben von Mensch und Biber ohne Hobby-Jagd bestens funktioniert.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unseren Dossiers zur Hobby-Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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