16. Juni 2026, 11:07

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Jagd

Kater «Peach» erschossen – Hobby-Jäger beruft sich auf Gesetz

Ein Kopfschuss, ein lebloser Körper, eine fassungslose Familie: Der Kater „Peach“ wurde von einem Hobby-Jäger getötet – und das völlig legal. Für Ruth Duscher, Tierärztin aus Niederösterreich, ist es ein unfassbarer Skandal. „Das war kein wildes Tier, sondern ein Familienmitglied. So wie unsere Kinder, unsere Hunde. Und dann erschiesst ihn jemand einfach – nur weil er es darf!“

Redaktion Wild beim Wild — 2. September 2025

In Österreich, Deutschland, Frankreich und der Schweiz ist der Abschuss von Katzen erlaubt.

Ein Gesetz, das Hauskatzen faktisch zum Freiwild macht. «Peach» geriet in eine Lebendfalle, der Hobby-Jäger richtete ihn mit einem Schuss hin – ohne zu zögern. Später entschuldigte er sich knapp. Mehr nicht.

Hobby-Jäger sehen Katzen als «Problemtiere»

Für die Jägerschaft ist das Routine. Hans Wörmke aus Pinneberg spricht offen: «Katzen sind kein natürlicher Bestandteil unserer Natur. «Sie machen erheblichen Schaden.» Allein in Schleswig-Holstein wurden im vergangenen Jahr über 2’500 Katzen erschossen – Tiere, die meist geliebte Haustiere von Familien waren.

Dass ein Tier, das seit Jahrtausenden mit dem Menschen lebt, plötzlich als «invasive Spezies» gebrandmarkt und hingerichtet wird, sorgt für wachsende Empörung. Kritiker sprechen von einer «Lizenz zum Töten», die Haustiere zur Zielscheibe macht.

Naturschutzverbände verweisen auf hohe Opferzahlen: Bis zu 40 Millionen Vögel sollen in Österreich jedes Jahr Katzen zum Opfer fallen. Doch rechtfertigt das wirklich, dass Hobby-Jäger Haustiere erschiessen dürfen? «Das ist, als würde man Autos verbieten, weil es Verkehrstote gibt», kontert eine Tierschutzorganisation.

Die Arte-Reportage „Re: Jagd auf Katzen?“ am Donnerstag (4. September) um 19.40 Uhr berührt ein emotionales Thema. Ein Problem, für das es keine Lösung zu geben scheint. Immer wieder ein Streitfall: Handelt es sich tatsächlich um ein verwildertes Tier? Das hängt unter anderem von der Entfernung zum nächsten bewohnten Grundstück ab.

Ein unlösbarer Konflikt – oder politisches Versagen?

Die Politik duckt sich weg. Während Hobby-Jäger weiter schiessen und Tierbesitzer weiter trauern, wächst die Zahl der Opfer auf beiden Seiten. Denn jedes erlegte Tier ist nicht nur eine Zahl in der Statistik – sondern ein zerbrochenes Herz, eine Familie in Trauer.

Für Ruth Duscher bleibt nur Schmerz – und Wut. «Dass jemand hingeht und mein Tier tötet, nur weil es das Gesetz erlaubt, ist ein Schlag ins Gesicht. Für mich ist das staatlich gedeckter Tiermord.»

«Peach» ist mehr als ein Einzelfall. Sein Tod steht für ein System, das Katzen kriminalisiert und Hobby-Jägern erlaubt, sich als Vollstrecker des «ökologischen Gleichgewichts» aufzuspielen. Ein Skandal, der längst nach politischer Konsequenz schreit.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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