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Jagd

Italien: 115 Jagdopfer in der Saison 2017/18

Über die Jagd in Italien gibt es wirklich auch nur Schlechtes zu berichten, betrachtet man den Fakt, dass verschiedene Tierarten wegen der Jagd ausgestorben oder sehr stark dezimiert wurden. Oder, dass nicht heimische Tierarten von Jagdgesellschaften in die Natur eingeführt wurden und somit das ökologische Gleichgewicht gestört haben, welches schlussendlich auch dem Menschen selbst geschadet

Redaktion Wild beim Wild — 17. Februar 2018

Über die Hobby-Jagd in Italien gibt es wirklich auch nur Schlechtes zu berichten, betrachtet man den Fakt, dass verschiedene Tierarten wegen der Jagd ausgestorben oder sehr stark dezimiert wurden. Oder, dass nicht heimische Tierarten von Jagdgesellschaften in die Natur eingeführt wurden und somit das ökologische Gleichgewicht gestört haben, welches schlussendlich auch dem Menschen selbst geschadet hat, z. B. das Wildschwein.

Aber Hobby-Jagd heisst in Italien auch Verletzung des privaten Grundbesitzes, dank eines veralteten Artikels 842 des Zivilgesetzes, welches die Hobby-Jäger autorisiert, ohne jegliches Einverständnis der Besitzer in fremdes Gut einzudringen. Und es ist auch ein Übergriff auf das unantastbare Stimmrecht, welches den Bürgerinnen und Bürgern verbietet, dazu Stellung zu nehmen, wie das Beispiel der Region Piemont zeigt.

115 Jagdopfer in einer Saison

Die Hobby-Jagd ist auch die einzige Sportart, welche Menschen verletzt und tötet. Wie jedes Jahr, hat der Verband der Jagdopfer, welcher seit dem Jahr 2007 aktiv ist, am Ende der Jagdsaison (31. Januar) ein Dossier mit den Jagdwaffen-Opfern zusammengestellt.

Daten der Jagdsaison 2017/2018: Zivile Nichtjäger: 34 (24 verletzt, 10 Tote). Hobby-Jäger: 81 (60 verletzt, 20 Tote). Total: 85 Verletzte und 30 Tote. 3 Opfer waren minderjährig, davon 2 verletzt und 1 getötet.

Haustier als Jagdopfer

Am meisten Jagdunfälle sind in der Region Kampanien im Südwesten von Italien mit 15 Opfern zu verbuchen. Gefolgt von der Toskana, Lazio und Puglia. Nicht bekannt ist die Anzahl der getöteten Haustiere und geschützten Wildtiere; darunter Wölfe, Bären und Greifvögel. Hinzu kommen gefährliche Schussabgaben unweit bewohnter Siedlungsgebiete und Tonnen von Bleirückständen der Jagdmunition auf dem Lande oder Hobby-Jäger, welche auf Tiere schiessen, die von Waldbränden flüchten.

Zeitungsausschnitte des Grauens

Nachfolgend einige Zeitungsausschnitte, welche der Verband der Jagdopfer gesammelt hat: «Von einem Hobby-Jäger beim Pilze- und Kastaniensammeln getötet». «Schiesst von seiner Terrasse aus auf Vögel». «Bär wurde erschossen». «Wilderer auf Blässhühnerjagd, um Restaurants zu beliefern». «Schüsse auf veganes Restaurant». «Hobby-Jäger schiesst auf Drohne». Im Gegensatz dazu: «Jagdverbot in Siena am 20. Oktober während des Besuches vom Präsidenten Mattarella».

Politische Privilegien für Hobby-Jäger

Aber der Verband erinnert auch daran, dass, obwohl die Hobby-Jäger immer weniger werden, sie immer noch von der Politik privilegiert werden, vor allem vom PD (partito democratico italiano) und der Lega. Im 2017, trotz der Empfehlung der Ispra, die Jagdsaison aufgrund der Dürre und der Brände zu beschränken, haben einige Regionen die Dauer der Jagdsaison nicht beschränkt, sondern im Gegenteil, sogar eine Vor- oder Nachjagd für einige Tierarten bewilligt.

Es ist eine alte Geschichte. Die Hobby-Jäger haben Einfluss, aber auch die Waffenindustrie mit ihren Lobbyisten im Parlament und in den Regionen. Hobby-Jäger und Waffenindustrie. Eine tödliche Mischung, welche die Natur schädigt und Menschen tötet, schreibt Fabio Balocco vom ilfattoquotidiano.it. Mehr zu Kriminalität und Hobby-Jagd sowie zum Tierschutzproblem.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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