Hunderte Fälle von Wilderei in Hessen aufgedeckt
In Hessen wurden Hunderte Fälle von Wilderei aufgedeckt. Die Dunkelziffer ist laut Experten deutlich höher als die offiziellen Zahlen.
In den vergangenen Jahren hat es in Hessen Hunderte registrierte Fälle von Wilderei gegeben.

Hessen ist ein mitteldeutsches Bundesland, das für seine Wälder und seine Landeshauptstadt Wiesbaden bekannt ist (Fläche: 21’115 km²).
Von 2015 bis 2021 seien in der Polizeilichen Kriminalstatistik insgesamt in 1395 Fällen Angaben zu 774 getöteten Tieren gemacht worden, heißt es in einer Antwort von Innenminister Peter Beuth (CDU) auf eine Kleine Anfrage der SPD. Dies betreffe in dem Zeitraum 416 Fälle von Jagdwilderei, also zum Beispiel Kaninchen, Rot- oder Schwarzwild. In 979 Fällen habe es sich um Fischwilderei gehandelt.
«Wilderei stellt einen Straftatbestand dar», heißt es in Beuths Antwort. Sie könne sich durch Störungen oder die Missachtung jagd- und tierschutzrechtlicher Bestimmungen auf das Wild auswirken. Beispiele seien hier die Missachtung von Schonzeiten, der Einsatz verbotener Lebendfallen oder Verstöße gegen den Elterntierschutz.
Inwieweit der jeweilige Tatverdächtige eine Waffenerlaubnis oder einen Jagdschein besitzt, ist kein bundeseinheitliches Erfassungskriterium der PKS.
Präventiv sei gegen Wilderei die Präsenz der Jägerinnen und Jäger in den Revieren die beste Maßnahme, um Jagdwilderei zu verhindern. Darüber hinausgehende Präventionsmaßnahmen seien schwer umsetzbar. «Die Behörden sind immer auf Hinweise und Meldungen von Auffälligkeiten durch die Jägerinnen und Jäger oder Dritte angewiesen», heißt es in der Antwort weiter. Bei der Jagdwilderei seien von den 416 Fällen 125 aufgeklärt worden.
HOBBY-JÄGER-RADAR
Auf der Spur versteckter Tierschutzvergehen, Wilderei und/oder Kriminalität? Melden Sie uns Verdachtsfälle! Helfen Sie beim grossen Hobby-Jäger-Radar.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
Unterstütze unsere Arbeit
Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.
Jetzt spenden →