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Jagd

Blei vergiftet: Retten wir Adler und Bartgeier!

Redaktion Wild beim Wild — 29. November 2022

Jedes Jahr landen 21’000 Tonnen Bleimunition in der Natur im Südtirol.

Diese verursachen Bleivergiftungen. Davon betroffen sind vor allem Vögel, darunter Bartgeier und Steinadler. Mitten in den Alpen gelegen ist Südtirol eines der am stärksten von dieser Plage betroffenen Gebiete. Doch es gibt ungiftige Alternativen, welche im Nationalpark Stilfserjoch bereits verpflichtend verwendet werden. Die Grünen fordern ein Verbot der Bleimunition in ganz Südtirol.

1,3 Millionen Tiere sterben jährlich an Bleivergiftung

Diese Art von Munition tötet nicht nur, wenn die Beute auf der Hobby-Jagd mit einer Kugel getroffen wird, sondern auch dann, wenn die mit Blei geschossenen Kadaver von anderen Wildtieren gefressen werden, die dann einer tödlichen Bleivergiftung erliegen. In Europa fallen jedes Jahr schätzungsweise 1,3 Millionen Tiere einer Bleivergiftung wegen der Hobby-Jägerschaft zum Opfer, vor allem Greifvögel.

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«Viereck des Todes» in den Alpen

Die ersten Alarmsignale gab es im Jahr 2008, als im Nationalpark Stilfserjoch einer der wiederangesiedelten Bartgeier, dessen Freisetzung im Martelltal mit einem grossen Festakt begangen wurde, vier Monate später in der Schweiz tot aufgefunden wurde. Untersuchungen des Ornithologen Enrico Bassi, wissenschaftlicher Leiter der Überwachung von Steinadler und Bartgeier im Nationalpark Stilfserjoch, haben daraufhin ergeben, dass sich der Grossteil der kontaminierten Raubvögel in den Alpen im sogenannten «Viereck des Todes», zwischen den Provinzen Trient, Bozen, Brescia und Sondrio aufhalten. Dieses «Viereck» ist zusammen mit Österreich das am stärksten von Bleivergiftung betroffene Gebiet in Europa. «Welchen Sinn hat es, Bartgeier wieder anzusiedeln, wenn sie nach wenigen Jahren sterben, weil sie von ebenjenem Menschen vergiftet wurden, der sie in ihren natürlichen Lebensraum zurückgebracht hat?», fragt sich Erstunterzeichner Riccardo Dello Sbarba.

Denn es gibt Alternativen: Nicht giftige Munition ist schon länger auf dem Markt und leicht erhältlich. Sie wurde bereits ausgiebig getestet – beispielsweise im Nationalpark Stilfserjoch, wo wie in den Natura-2000-Feuchtgebieten bleihaltige Munition per Gesetz verboten ist. Aber offenbar reicht diese Einschränkung nicht aus. Mit einem Beschlussantrag fordern die Grünen daher ein Verbot der Verwendung von Bleimunition in der gesamten Provinz Bozen.

Mehr dazu im Dossier: Jagd und Tierschutz

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Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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