Abschaffung der Baujagd im Kanton Bern
Gegen den Vorstoss wandten sich SVP- und EDU-Fraktion ebenso wie Teile der FDP- und der Mitte-Fraktion. Die heutige Regelung sei ausreichend, machen ihre Sprecher geltend. Die Baujagd finde nur selten statt.
Die Baujagd soll im Kanton Bern weitgehend verboten werden, weil sie oft grausam ist.
Regierungsrat empfiehlt Annahme
Dieser Meinung ist der Regierungsrat und empfiehlt deshalb eine breit abgestützte Motion zur Annahme.
Der Grünliberale Casimir von Arx verlangt die Gesetzesanpassungen zusammen mit Grossratsmitgliedern von SVP, EVP, FDP, SP, Grünen und Mitte-Partei.
Bei der Baujagd wird ein sogenannter Bodenhund in den Bau eines Fuchses oder eines Dachses geschickt, um Wildtiere aus dem Bau zu treiben. Vor dem Bau warten Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger, um die herausgetriebenen Füchse bzw. Dachse zu erlegen.
Und wenn der Fuchs aus dem Bau flüchtet, besteht u. a. die Gefahr, dass man ihn «nur» anschiesst, aber nicht erlegt. Die Baujagd kann daher als ethisch fragwürdige, oft grausame Jagdmethode bezeichnet werden.
Die Durchführung von Baujagden ist in aller Regel nicht notwendig. Auch kann eine dauerhafte regulierende Wirkung auf den Fuchs- bzw. Dachsbestand nicht belegt werden.
Nach den Kantonen Genf, Zürich, Thurgau, Baselland ist der Kanton Bern ein weiterer Kanton, der den Tierquälereien der Hobby-Jägerschaft einen Riegel vorschiebt.
Update 15.9.2021: Motion überwiesen
Mit 79 zu 64 Stimmen hat der Grosse Rat am Montag, den 13.9.2021 eine Motion des Grünliberalen Casimir von Arx überwiesen – im Einklang mit der Regierung.
Ausnahmebewilligungen sollten aber weiter möglich sein, so wie dies auch die Motionäre vorsähen.
Schliefenanlage Schwadernau
Der Vorstehhundejägerverein des Kantons Bern wollte 2019 auf seinem Gelände bei Schwadernau einen künstlichen Fuchsbau – eine sogenannte Schliefanlage – als Trainingsanlage für Jagdhunde bauen. Im Kanton Bern werden rund ein Fünftel aller Rotfüchse in der Schweiz abgeschossen, obwohl Fachleute keinen Sinn darin sehen.
Dieses Jägerlatein widerspricht jedoch diametral den jahrelangen Erfahrungen im Kanton Genf oder zum Beispiel in Luxemburg, wo die Fuchsjagd seit mehreren Jahren verboten ist!
Damit ist diese auf Perversion ausgelegte Tierquälerei wohl endgültig begraben, welches die IG Wild beim Wild mit einer Petition bekämpft hat.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Rolle und Kritik der Hobby-Jäger beleuchten wir Ausbildung, Macht und Selbstbild der Hobby-Jäger. Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.
Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.
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