2. April 2026, 22:47

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Jagd

Stelleninserat: JagdSchweiz sucht Hobby-Jäger (m/w/d) für das 21. Jahrhundert

Der Verband JagdSchweiz sucht dringend Nachwuchs. Da das Image der Hobby-Jagd zunehmend unter Druck gerät und die Mitgliederzahlen stagnieren, veröffentlicht der Dachverband erstmals ein offizielles Anforderungsprofil. Wir dokumentieren das Inserat im Wortlaut.

Redaktion Wild beim Wild — 1. April 2026

JagdSchweiz ist der Dachverband der Schweizer Hobby-Jägerschaft.

Wir vertreten rund 30’000 Mitglieder und verstehen uns als Stimme der bewaffneten Naturliebe. Unser Verband verfügt über eine der schlagkräftigsten Lobbys im Bundeshaus und sorgt seit Jahrzehnten zuverlässig dafür, dass zeitgemässe Tierschutzverbesserungen blockiert, Nationalpark-Projekte verhindert und Schutzflächen für die Biodiversität auf ein europäisches Minimum reduziert werden. Im Umweltranking belegen unsere Mitglieder den letzten Platz – eine Konstanz, auf die wir stolz sind.

Unlängst hat ein Gericht in Bellinzona bestätigt, dass praktisch alles, was grausam, unnötig und herzlos ist, von Jagdverbänden gefördert wird. Wir fassen das als Kompliment auf.

Ihre Aufgaben

Sie sitzen auf einem nicht bewilligten Hochsitz und bedienen Präzisionstechnologie, die Ihre Unfähigkeiten kompensiert: computergesteuerte Zielfernrohre, Nachtsichtgeräte, Drohnen, Wärmebildkameras und GPS-Tracker. Ein richtiger Jäger eines Naturvolkes würde Sie auslachen, aber dafür haben Sie WiFi.

Sie bejagen Wildtiere so lange, bis diese nachtaktiv werden, in Autos rennen und in den Wald oder in Siedlungsgebiete fliehen. Dort beschuldigen Sie die Tiere, zusammen mit den kantonalen Jagdverwaltungen, «Schäden» zu verursachen, und fordern höhere Abschussquoten. Diesen eleganten Kreislauf nennen wir intern «das Geschäftsmodell».

Sie rekrutieren Nachwuchs direkt in Schulen – denn die besten Kunden gewinnt man bekanntlich jung. JagdSchweiz fördert sektenartige Image-Kampagnen, bei denen bewaffnete Hobby-Jäger als «Naturpädagogen» vor tierliebenden Kindern auftreten und ihnen erklären, warum Töten eigentlich Fürsorge ist. Die UNO-Kinderrechtskonvention schützt Minderjährige vor Gewalt? Auslegungssache. JagdSchweiz nennt das «Umweltbildung». Erfahrene Kinderpsychologen nennen es anders.

Für einen einzelnen Abschuss auf ein Wildschwein wenden Sie zwischen 60 und 80 Stunden auf und verbrauchen bis zu 15 Patronen – während ein Wildhüter im Kanton Genf denselben Vorgang in 8 Stunden mit maximal zwei Patronen erledigt. JagdSchweiz ist überzeugt, dass Effizienz überbewertet wird.

Ihr Profil

Emotionale Abstumpfung gegenüber Tierleid ist bei JagdSchweiz keine Schwäche, sondern eine Kernkompetenz. In der Pilotphase des neuen Empathie-Tests haben 94 Prozent unserer Mitglieder diese Qualifikation eindrucksvoll bestätigt. Der Verband hat den Test vom BAFU als «ideologisch motivierte Schikane» bezeichnet und rechtliche Schritte angekündigt. Das tun wir bei allem, was uns nicht gefällt.

Sie bringen die Bereitschaft mit, Feldhasen und andere Arten zu bejagen, die auf der Roten Liste stehen, und dies gegenüber der Öffentlichkeit als «Förderung der Biodiversität» zu verkaufen. Im Kanton Genf, wo professionelle Wildhüter arbeiten und unsere Mitglieder nicht stören dürfen, liegt die Feldhasendichte bei über 17 Tieren pro 100 Hektar – ein Rekord. Wir sehen darin keinen Zusammenhang.

Sie verfügen über Grundkenntnisse im Verbreiten von Krankheiten. Unsere Mitglieder haben bei der Tollwutbekämpfung massgeblich dazu beigetragen, dass sich die Seuche erst richtig ausbreitete. Bei Räude und Fuchsbandwurm verfolgen wir dieselbe bewährte Strategie. Die Schweiz weist nach Litauen bereits die höchste Fallzahl pro Einwohner auf. JagdSchweiz ist überzeugt: Wer das Problem schafft, darf auch die Lösung anbieten.

Sie haben die Leidenschaft, Füchse und andere Beutegreifer zu erschiessen und im Abfall zu entsorgen. Abschussplanung, Kontingente oder wissenschaftliche Begründungen sind bei JagdSchweiz dafür nicht vorgesehen – sie würden den Spass verderben.

Wir bieten

Mitgliedschaft in einem Verband, dessen Angehörige so tief in der Kriminalität verwurzelt sind wie bei keiner anderen Organisation mit Rechtsstatus. JagdSchweiz sieht darin ein Alleinstellungsmerkmal. Allein im Kanton Graubünden gibt es jedes Jahr über 1’000 Anzeigen oder Bussen gegen unsere Mitglieder. Darüber sind wir besonders stolz, schliesslich sind wir gut ausgebildet.

Unbegrenzten Alkoholkonsum auf Gesellschaftsjagden. Falls das BAFU die angekündigte Promillegrenze 0,0 auf Hochsitzen tatsächlich umsetzt, wird JagdSchweiz die Massnahme als «Provokation» bezeichnen und – Sie ahnen es – rechtliche Schritte ankündigen.

Die Erlaubnis, unzählige Tonnen Blei und andere hochgiftige Schwermetalle in der Natur zu hinterlassen. JagdSchweiz vermarktet dies als Naturverbundenheit. Dass Blei Wildtiere, Menschen, Boden und Grundwasser vergiftet, fällt unter «differenzierte Betrachtung».

Wildbret, das gemäss WHO in derselben Risikokategorie liegt wie Zigaretten, Asbest und Arsen. JagdSchweiz empfiehlt, es den Nachbarn als «Bio» zu verkaufen – obwohl Bio ein geschütztes Label ist, das für Ihr Produkt niemals gelten kann. Bei Reklamationen verweisen Sie auf die Tradition.

Was JagdSchweiz von Ihnen erwartet

Entschiedener Widerstand gegen Nationalparks, Tierrechte und alles, was nach gesundem Menschenverstand klingt. Unser Verband hat dies seit Jahrzehnten erfolgreich vorgemacht. Analysiert man in der Politik unsere Hobby-Jägerfraktion, erkennt man schnell, dass Ausbeutung und Eigennutz die wahren Interessen sind. JagdSchweiz nennt das «Interessenvertretung».

Die Fähigkeit, ökologisches Ungleichgewicht als «Regulierung» zu bezeichnen und dabei Bestände an Wildschweinen, Hirschen und Rehen förmlich explodieren zu lassen. Das ist kein Wildtiermanagement – aber JagdSchweiz hat für solche Unterscheidungen noch nie ein Gespür gehabt. Es geht ums Organisieren attraktiver Jagden, alles andere, wie Wildtiermanagement, sind Blendgranaten. In dem Durcheinander, in dem sich die Natur nach jahrzehntelanger Hege und Pflege unserer Flintenfuchtler befindet, haben wir es endlich geschafft, Schlusslicht im europäischen Vergleich in vielen Statistiken zu sein.

Ein Bekenntnis zur «Waidgerechtigkeit» – einem Konzept, das laut kritischer Analyse nichts mit Natur- und Tierschutz zu tun hat, sich aber hervorragend auf die Vereinsfahne von JagdSchweiz drucken lässt.

Bewerbung

Senden Sie Ihre Unterlagen an JagdSchweiz, Postfach «Fassungslos», 3001 Bern – zusammen mit einem Selfie vom Hochsitz und einem kurzen Motivationsschreiben, in dem Sie erklären, warum Sie Tiere lieben und trotzdem töten möchten.

Oder laden Sie sich die neue Verbands-App «JagdMatch» herunter. Swipe rechts für den 12-Ender, swipe links für den Fuchs. Premium-User erhalten Zugang zur «Goldenen Kugel»-Funktion: eine garantierte Abschussbewilligung für eine geschützte Art.

JagdSchweiz – wir machen uns die Natur, wie sie uns gefällt. Seit 1882.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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