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Umwelt & Naturschutz

Tessin: Gämsbestand im Wandergebiet eingebrochen

Im Tessin ist der Gämsbestand in einem beliebten Wandergebiet dramatisch eingebrochen. Die Überjagung durch Hobby-Jäger trägt massgeblich dazu bei.

Redaktion Wild beim Wild — 16. September 2022

Im Tessin ist die Gämse die begehrteste Beute der Hobby-Jäger.

Seit mindestens einem Jahrzehnt weisen Tierschützer auf einen rapiden Rückgang der Populationen hin. Für Gämse, Füchse und Co, braucht es laut wissenschaftlichem Fachwissen kein jährliches Gemetzel durch Hobby-Jäger. Aber diese Laien haben kein Respekt gegenüber Lebewesen und der Natur.

Ausserordentlich besorgniserregend ist die Situation im Gambarogno/Tamaro/Lema-Gebiet. In dem Gebiet, wo man immer wieder Schüsse der Hobby-Jäger ausserhalb der Jagdzeit hört. Touristen, die gerne Wildtiere sehen würden, grimmigen Hobby-Jägern in Militärkleidung begegnen.

Das gesamte Gebiet wird angeblich seit 2004 regelmässig auf 12 festen Routen vom Amt für Jagd und Lügen in Bellinzona überwacht.

Zweimal im Jahr werden die Routen zur gleichen Zeit abgefahren, um eine Gesamtzählung der Gämse im gesamten Gebietes zu machen.

Die Ergebnisse der Zählungen der gesichteten Gämsen (Censiti) und Abschüsse (Catture) werden im Folgenden vom Amt für Jagd und Lügen dargestellt.

Um einen besseren Artenschutz zu gewährleisten, hat der Staatsrat die Gamsjagd im Gebiet Gambarogno-Tamaro-Lema nun endlich eingestellt – ein 3-jähriges Moratorium eingeführt!

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Was die Forschung dazu sagt, zeigt Jagd im Faktencheck: die Studienlage.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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