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Jagd

Wildfleisch vom Hobby-Jäger: Aas auf dem Teller

Herbstzeit ist Wildzeit – und damit Hochsaison für ungesunde Wildgerichte in Restaurants, Hofläden und privaten Küchen. 

Redaktion Wild beim Wild — 29. September 2025

Wer heimlich glaubt, Wildfleisch komme «naturbelassen» und gesund auf den Tisch, aufgepasst!

Hinter dem romantischen Bild lauern Risiken, und zwar handfest und gefährlich.

Wildfleisch aus Hobby-Jagd ist kein romantischer Edelgenuss, oft genug ist es Aas mit Risiko. Vorsicht ist kein Luxus, sondern Lebensschutz.

«Aas», kein blosses Bildwort. Schon Minuten nach dem Einschuss beginnt der Verwesungsprozess: Blut gerinnt, Keime nehmen ihren Lauf, technisch gesehen ist das erlegte Tier schnell zum Kadaver mit Aascharakter geworden. Das Ausweiden muss schnell erfolgen, um das Wachstum von Bakterien (man schätzt, dass sich innerhalb einer Stunde nach dem Tod eine Million Bakterien pro Gramm verschmutztem Fleisch entwickeln) und externen Krankheitserregern wie Schmutz oder Fliegen zu verhindern.

Wenn Hobby-Jäger dann wie gewohnt stundenlang trödeln, bevor sie das Tier bergen oder versorgen, verschlimmert sich der Schaden: Mangelnde Kühlung, unhygienische Ausnahmen und das Fehlen amtlicher Kontrollen machen das Wildbret zur Gesundheitsfalle.

Giftcocktail und Munitionsrückstände

Wildtiere leben inmitten von Pestiziden, Gülle, Schwermetallen, PFAS und irgendwann landen diese Stoffe im Fleisch. Hobby-Jäger verschweigen gern, dass ihr «Naturprodukt» ungeprüft ist und daher keineswegs automatisch «Bio».

Besonders problematisch: Rückstände von der Munition. Viele Behörden warnen eindeutig vor dem Verzehr, insbesondere von Kindern, Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch.

Rohes oder nur teilweise gegartes Wild kann Keime wie Trichinellosen, Salmonellen, E. coli oder das Hepatitis-E-Virus übertragen. Bei Immunschwäche oder Schwangerschaft können solche Infektionen schwerwiegende Folgen haben, von Leberentzündungen bis hin zu chronischem Verlauf oder Organversagen.

Vorsicht vor romantischer Jagdpropaganda

Jagdvereine preisen Wild als «ökologisch, fettarm, naturbelassen». Schön gesagt, doch die Realität sieht anders aus: Fehlende amtliche Fleischuntersuchungen, unkontrollierte Verarbeitung und das Fehlen von Hygienevorschriften machen das Ganze zur Lotterie. Was tun? Finger weg von Wildfleisch! Hobby-Jäger sollen es selbst essen.

Mehrwert:

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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