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Jagd

Tierschutz vs. Artenschutz: Ethische Vorteile

Artenschutz dominiert Schlagzeilen und Naturschutzprojekte. Doch er übersieht oft das Leid einzelner Lebewesen. Eine neue Debatte stellt die Frage: Sollten wir nicht zuerst Tiere als fühlende Individuen schützen – statt abstrakte Arten?

Redaktion Wild beim Wild — 28. September 2025

Tierschutz nimmt ernst, dass Tiere fühlende Wesen sind und moralisch relevant als Individuen gelten.

Er schützt konkrete Lebewesen, nicht abstrakte Kategorien wie «Arten».

Leidvermeidung ist ein unmittelbar nachvollziehbarer, universeller ethischer Wert. Arten- oder Biodiversitätsschutz ist abstrakter und schwerer zu begründen.

Auch «hässliche», nicht bedrohte oder invasive Tiere verdienen Schutz. Artenschutz kümmert sich oft nur um seltene oder «charismatische» Arten.

Tierschutz lehnt Tötung als Mittel ab, während Artenschutz manchmal gezielt Tiere tötet (z. B. invasive Arten). Dadurch ist Tierschutz kohärenter mit Prinzipien wie Gewaltfreiheit.

In Zoos werden Tiere gezüchtet, um Arten zu erhalten, und überzählige Tiere werden getötet. Artenschutz akzeptiert «Überschusstötungen», Tierschutz nicht.

Wildbestände werden teils reguliert, um ein Ökosystem zu stabilisieren. Artenschutz befürwortet Abschüsse, Tierschutz sucht mit der Wissenschaft nicht-tödliche Alternativen.

Artenschutz konzentriert sich auf «Flaggschiff»-Arten (Pandas, Tiger, Wölfe), Tierschutz sieht alle empfindungsfähigen Tiere gleich. Ungleichbehandlung ist aus Tierschutzsicht ethisch fragwürdig.

Das führt dazu, dass Artenschutz in der Praxis oft gegen Grundprinzipien des Tierschutzes verstösst, z. B., wenn Tiere getötet, vertrieben oder eingesperrt werden. Es hat noch nie eine Tierart, eine andere ausgerottet, das machen nur Hobby-Jäger. Tiere handeln instinktiv, nicht mit dem Ziel, Arten auszurotten. Menschen handeln bewusst und planvoll. Das heisst, wir tragen Verantwortung, weil wir Folgen absehen können.

Hobby-Jäger und inkompetente Politiker können durch gezielte, massenhafte Jagd oder Habitatzerstörung in wenigen Jahrzehnten das auslösen, was in der Natur sonst Jahrtausende überdauert. Hobby-Jäger und moderne Technologie, globale Vernetzung und Märkte ermöglichen extremen Druck, den keine andere Art in dieser Form ausübt.

Menschen verursachen durch Jagd, Fischerei, Landwirtschaft, Habitatzerstörung und Klimawandel das derzeit schnellste Massensterben seit 65 Mio. Jahren.

Genau hier liegt der grosse moralische Unterschied zwischen menschlichem Eingreifen und «natürlicher» Konkurrenz wie dem Wolf.

Man geht davon aus, dass sich die Seelen in menschlichen Körpern und in Tieren dem Wesen nach nicht unterscheiden. Daher schützt die Gewaltlosigkeit als bindende Verhaltensregel im Prinzip Tiere ebenso wie Menschen. Gewaltlosigkeit unterscheidet den Menschen vom Beutegreifer in der Tierwelt. Die meisten Wildtiere ernähren sich vegan.

Frieden ist durch das Fehlen von Gewalt gekennzeichnet. Gewaltlosigkeit fördert die Lebensqualität aller Beteiligten. Das gilt nicht nur für Mitmenschen, sondern für jede Form des Lebens. Leben von Produkten, wie Früchten, Nüssen, usw., deren Gewinnung ohne Zerstörung der Pflanze möglich ist, ist auch Gewaltlosigkeit. Gewaltlosigkeit ist der erhabene Ausdruck der höheren menschlichen Natur. Die Tendenz der niederen menschlichen Natur, den Egoismus durchzusetzen, führt zu Ausbeutung, Verhärtung, Herzlosigkeit, Beleidigungen, Misshandlungen, Kämpfen und Streitereien. Sie sind Ausdruck einer falschen Einstellung. Hobby-Jäger gehen buchstäblich über Leichen.

Tierschutz ist ethisch überlegen, weil er das Leid fühlender Individuen ernst nimmt, während Artenschutz dieses Leid häufig zugunsten abstrakter Ziele missachtet. Der Mensch unterscheidet sich von anderen Tieren, weil er planvoll handeln und Folgen absehen kann. Daraus erwächst eine moralische Pflicht zur Gewaltlosigkeit und zur Gleichbehandlung aller empfindungsfähigen Lebewesen.

Wenn wir Leid vermeiden können, sollten wir das tun – nicht nur bei Menschen, sondern bei allen empfindungsfähigen Lebewesen. Gewaltlosigkeit ist der erhabene Ausdruck einer höheren menschlichen Natur und fördert die Lebensqualität aller Beteiligten. Jagd und Schlachtung sind mit Gewalt verbunden, während ein gewaltfreier Umgang mit Tieren Frieden und Mitgefühl stärkt. Der Mensch unterscheidet sich vom Beutegreifer in der Tierwelt gerade durch die Fähigkeit zur Selbstreflexion und zur Wahl eines anderen Weges.

Tierschutz ist mehr als ein Randthema – er ist ein moralisches Leitbild. Statt abstrakte Arten zu retten, sollten wir das Wohl des Individuums in den Mittelpunkt stellen. Nur so können wir eine Ethik entwickeln, die wirklich Gewaltfreiheit und Respekt vor allem Leben verkörpert.

Sie können mit Barmherzigkeit allen Tieren und unserem Planeten helfen. Wählen Sie Mitgefühl auf Ihrem Teller und in Ihrem Glas. Go vegan.
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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