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Jagd

Wallis: Steinbock-Abschüsse für ausländische Hobby-Jäger

Ab dem nächsten Jahr können ausländische und ausserkantonale Hobby-Jäger im Wallis wieder Steinböcke schiessen. Grund dafür ist die wachsende Population des Steinwilds. In diesem Jahr zählten die Wildhüter über 7000 Steinböcke - ein neuer Rekord.

Redaktion Wild beim Wild — 12. Dezember 2024

Der Abschuss von Steinböcken hatte über viele Jahre hinweg ausländische Hobby-Jäger ins Wallis gelockt.

Im Jahr 2021 hatte der Kanton diese Praxis jedoch eingestellt, nachdem eine Reportage des Westschweizer Fernsehens RTS einen Aufschrei in der Öffentlichkeit ausgelöst hatte.

Es wurde unter anderem berichtet, dass ausländische Hobby-Jäger bis zu 12’000 Franken zahlen, um einen männlichen Steinbock zu schiessen – gemessen an der Länge seiner Hörner. Danach wurde diese Trophäenjagd verboten.

Grosser Rat forderte Überprüfung des Verbots

Seitdem wurden Stimmen laut, die die Rückkehr der ausländischen Hobby-Jäger ermöglichen wollten. Im vergangenen Jahr hatte der Grosse Rat unter anderem ein Postulat angenommen, das eine Überprüfung des Verbots forderte.

Am 12. Dezember 2024 teilte der Kanton mit, dass die Abschüsse ab dem nächsten Jahr wieder für ausländische und ausserkantonale Hobby-Jäger möglich werden. Für Walliser, ausländische und ausserkantonale Kunden gelten dabei dieselben Richtlinien.

So müssen zum Beispiel alle Hobby-Jäger über ein anerkanntes Jagdpatent verfügen und werden von einem Wildhüter begleitet, der letztendlich entscheidet, welches Tier geschossen wird. Erlaubt sind für ausländische und ausserkantonale Hobby-Jäger nur Abschüsse von männlichen Tieren, die älter als elf Jahre sind.

Preis richtet sich nach Alter

Die Gebühren richten sich nach der Alterskategorie und nicht mehr nach der Länge der Steinbockhörner. Walliser Hobby-Jäger werden von niedrigeren Gebühren profitieren als ausserkantonale und ausländische Kunden.

Der Kanton weist darauf hin, dass die Bestände weiterhin reguliert werden müssten, um die Konkurrenz der Steinbockpopulationen mit anderen Arten, wie zum Beispiel der Gämse, zu minimieren. Ausserdem müssten die Schäden, die Steinböcke an Wäldern und Kulturen verursachen, verringert werden. Die IG Wild beim Wild kritisiert diese Entscheidung: Die Argumentation der Jagdlobby, wonach Abschüsse zur «Regulierung» notwendig seien, hält einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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