Massaker an 3’000 Füchsen im Kanton Bern
Der Kanton Bern vermeldet mit stolzer Brust: 3.000 Füchse erschossen. Was als jagdlicher „Erfolg“ verkauft wird, ist in Wahrheit nichts anderes als ein Massaker an fühlenden Lebewesen, ohne jeden ökologischen oder gesellschaftlichen Nutzen.
Hinter jeder Zahl steht ein Individuum: ein Fuchs, der durch Kugeln oder Schrot jämmerlich verendet.
Viele sterben nicht sofort. Sie schleppen sich verletzt in ihre Baue, verbluten qualvoll oder verenden tagelang an inneren Verletzungen.
- Jungtiere bleiben zurück, verhungern elend, weil ihre Mutter auf dem Feld erschossen wurde.
- Soziale Strukturen zerbrechen. Füchse sind hoch soziale Tiere, die in Familienverbänden leben. Mit jedem Abschuss reisst man ihr Gefüge auseinander.
- Leid statt Hege: Die Hobby-Jägerschaft brüstet sich mit „Weidgerechtigkeit“, in Wahrheit bedeutet die Jagd für Füchse: Angst, Panik, Tod.
In keinem Kanton werden mehr Füchse geschossen als in Bern. Laut Statistik erlegten Jägerinnen und Jäger letztes Jahr 3180 Rotfüchse. Nur Rehe werden häufiger geschossen. Da die meisten Füchse aber nicht verwertet werden, sondern in Kadaversammelstellen landen, ist die Fuchsjagd bei Jagdkritikerinnen und -kritikern besonders umstritten. So kritisiert zum Beispiel die Tierrechtsorganisation «IG Wild beim Wild» die Fuchsjagd als «sinnfreies Massaker und Tierquälerei der Hobbyjäger», schreibt die Berner Zeitung heute.
Die Mär vom notwendigen Abschuss
Die offizielle Begründung ist ein Märchen: Der Bestand müsse reguliert werden, Krankheiten würden sonst grassieren, das Niederwild sei bedroht. Doch:
- Wissenschaftlich widerlegt: Abschüsse erhöhen sogar die Geburtenrate und ziehen neue Tiere an. Das Massaker ist ein Fass ohne Boden.
- Natürliche Rolle des Fuchses: Er hält Mäusepopulationen im Zaum, frisst Aas und sorgt so für Hygiene in Wald und Feld.
- Sündenbock des Menschen: Nicht Füchse bedrohen Artenvielfalt, sondern die Hobby-Jäger, Agrarindustrie, Pestizide und Zerstörung von Lebensräumen.
- Wissenschaftliche Literatur: Studien Rotfuchs
- Jäger verbreiten Krankheiten: Studie
- Jagd fördert Krankheiten: Studie
- Verbot der sinnlosen Fuchsjagd ist überfällig: Artikel
- Luxemburg verlängert Fuchsjagdverbot: Artikel
- Niederjagd und Wildkrankheiten: Artikel
Jagdmaschinerie, Traditionszwang und vermeintliche Hege-Argumente überlagern in vielen Fällen jede wissenschaftliche Reflexion.
Auch unter dem Tierschutzgesichtspunkt ist eine solche Jagdpraxis kaum zu rechtfertigen. Das Töten tausender Füchse aus Tradition, zur „Wildpflege“ oder als Ritual, das wirft ethische Fragen auf. Ist jede erlegte Fähe, Rüde oder jedes Jungtier hinsichtlich seines individuellen Lebensbeitragsüberprüft worden? Eher nicht.
Jagd als blutiges Freizeitvergnügen
Die nackte Wahrheit: Diese Jagd dient nicht der Natur, sondern den Hobby-Jägern. Sie töten, weil sie es können, weil Tradition es erlaubt, weil sie ihre Macht über die Tiere auskosten wollen.
- Ein Hobby auf Kosten von Leben: Während Tiere in Qualen sterben, sprechen Hobby-Jäger von „Streckenlisten“ und „Erfolg“.
- Kein Respekt vor dem Leben: Wildtiere werden zu Zielen degradiert, ihre Existenz zu einer Zahl im Jagdbericht.
- Gesellschaftlicher Rückhalt schwindet: Immer mehr Menschen erkennen: Die Hobby-Jagd ist keine Hege, sondern ein Relikt blutiger Freizeitkultur.
Die Zahl von 3’000 erschossenen Füchsen ist kein Jagderfolg, sondern eine moralische Bankrotterklärung. Es ist höchste Zeit, dass wir uns als Gesellschaft fragen: Wie lange wollen wir noch zulassen, dass Wildtiere für ein blutiges Hobby fragwürdiger Menschen geopfert werden? – IG Wild beim Wild
Ethische Katastrophe
3’000 tote Füchse, das sind 3’000 Leben, ausgelöscht für nichts. Kein wissenschaftlicher Nutzen, keine ökologische Notwendigkeit, kein moralischer Halt.
- Ein fühlendes Tier ist kein Schiessziel.
- Wer so tötet, verrät jedes Prinzip von Mitgefühl und Respekt.
Was wirklich nötig wäre
- Sofortiges Ende der Fuchsjagd. Füchse regulieren sich selbst.
- Lebensräume schützen statt schiessen, mehr Strukturen, weniger Pestizide, dann erholen sich Niederwild und Bodenbrüter.
- Ethik statt Tradition: Wir brauchen eine Naturpolitik, die auf Mitgefühl und Wissenschaft basiert, nicht auf Schrot und Patronen.
Dossiers: Fuchs in der Schweiz: Meistgejagter Beutegreifer ohne Lobby | Fuchsjagd ohne Fakten: Wie JagdSchweiz Probleme erfindet
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