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Jagd

Strafanzeige gegen Amt für Jagd in Graubünden

Je stärker Füchse bejagt werden, desto mehr Nachwuchs gibt es – eine wie auch immer geartete „Regulation“ von Fuchsbeständen ist weder nötig, noch ist sie mit jägerischen Mitteln überhaupt möglich.

Redaktion Wild beim Wild — 21. Februar 2024

Hobby-Jäger erschiesst Hündin einer Touristin

Immer wieder vertreiben Hobby-Jäger in allen Kantonen der Schweiz Touristen.

So geschehen kürzlich, als ein Hobby-Jäger (79) unter der Leitung vom Amt für Jagd und Blödsinn Graubünden aus seinem Haus heraus die angeleinte Weimaraner-Hündin Blu einer Tessiner Touristin erschoss. Der senile Hobby-Jäger glaubte einen Fuchs zu sehen. Die schockierte und traumatisierte Frau reiste noch am nächsten Morgen ab. Sie ist nicht die einzige Touristin und wird auch nicht die Letzte sein, die genug von derartigen Barbareien hat.

Pass- und Fallenjagd im Winter

In der Schweiz findet in verschiedenen Kantonen bis tief in den Winter hinein (Ende Februar) die sogenannte Pass- und Fallenjagd statt.

Bei diesen hinterlistigen Jagdformen werden Füchse, Dachse, Marder usw. in der winterlichen Notzeit mit Futter (Katzen- und Hundefutter, Jagdabfällen, Innereien usw.) angelockt, vertraut gemacht und getäuscht, nur um sie sinnlos und zum Spass töten zu können. Wildtiere hinterlassen oftmals einen gut sichtbaren Weg, den sogenannten Pass. Davon rührt auch der Ausdruck Passjagd her, in der Hobby-Jäger das Tier auf seinem Wildwechsel abpassen.

Hobby-Jäger verstecken sich dabei hinterhältig und feige, gemäss ihrem Naturell, um verschiedene Wildtiere an den präparierten Futterstellen (Luderplatz) zu erschiessen («wenn dann der Räuber kommt»). Aus Schlafzimmern, Maiensäss, Passhüttchen ausgestattet, mit einem Tarnfensterchen wird geschossen. Egal, ob es der gesunde Vaterfuchs oder sogar möglicherweise die Mutter der im Bau liegenden Jungen ist. Dabei werden technische Hilfsmittel wie Wildkameras eingesetzt, die dem Hobby-Jäger ein Signal senden, wenn jemand am Luderplatz ist. Dann wird grinsend wild darauf geschossen.

Gejagt werden die Füchse durchgehend bis 1. März ab dem 15. Juni. Das Motto der Hobby-Jäger «Nur ein toter Fuchs ist ein guter Fuchs» ist tierverachtend. Füchse sind nicht aggressiv und greifen Menschen nicht an. Füchse sind wunderschöne Tiere. Von Jagdethik kann da wirklich nicht die Rede sein.

Die Hobby-Jäger profilieren sich einmal mehr als Naturschänder und Tierquäler.

Fuchsjagd verstösst gegen das Tierschutzgesetz

Das sinnlose Töten von Tieren im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung hat nichts im 21. Jahrhundert zu suchen und muss strafrechtlich geahndet werden.

Laut Tierschutzgesetz (Art. 26 TSchG) muss ein «vernünftiger Grund» für das Töten eines Tieres vorliegen. Bei der Hobby-Jagd auf Füchse und Dachse handelt es sich jedoch meist lediglich um die Befriedigung eines blutigen Hobbys. Für diese Wildtiere gibt es keine rechtliche Abschussplanung. Die Tiere dienen den Hobby-Jägern als lebendige Zielscheibe, denn es besteht weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht ein Grund für die massenhafte Bejagung gesunder Beutegreifer.

Demnach ist jede Fuchsjagd ein klarer Verstoss gegen das Tierschutzgesetz, weil es am vernünftigen Grund mangelt. Es gibt seit mehr als 30 Jahren mindestens 18 wildbiologische Studien, die beweisen: Fuchsjagd reguliert nicht und taugt auch zur Seuchenbekämpfung nichts. Im Gegenteil!

Der Verein Wildtierschutz Schweiz hat nun wegen des Vorfalls in Sedrun mit der Tessiner Touristin wieder eine Strafanzeige gegen die Verantwortlichen beim Amt für Jagd und Blödsinn Graubünden eingereicht.

Dossiers: Fuchs in der Schweiz: Meistgejagter Beutegreifer ohne Lobby | Fuchsjagd ohne Fakten: Wie JagdSchweiz Probleme erfindet

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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