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Tierwelt

Hülsenfrüchte: Pflanzliche Proteine für Mensch und Umwelt

Die Europäische Kommission prognostiziert für 2024 eine Zunahme der Erntemengen in der EU bei Hülsenfrüchten um gut 10 Prozent.

Redaktion Wild beim Wild — 23. Dezember 2024

Für die Schweiz, Deutschland und Österreich stellt sich bei Ackerbohnen, Körnererbsen, Süsslupinen und Sojabohnen ein teilweise unterschiedliches Bild dar.

Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung stellt im diesjährigen Erntebericht fest, dass die Nachfrage nach pflanzlichen Proteinquellen steigt, was Anreize für mehr heimischen Anbau schafft und den Einsatz dieser Pflanzen in der Ernährung und im Futtermittelbereich fördert. Von Hülsenfrüchten und ihrem Anbau profitieren sowohl die Menschen als auch die Umwelt. Sie sind fester Bestandteil der «Planetary Health Diet».

Die Gesamtanbaufläche für Eiweisspflanzen in der EU liegt bei rund 1,7 Millionen Hektar und damit auf Vorjahresniveau. Die vier wichtigsten europäischen Körnerleguminosen – Körnererbse, Ackerbohne, Sojabohne und Süsslupine – tragen zu diesem Wachstum massgeblich bei.

Der Löwenanteil der Anbauflächen wird für den Anbau von auch zu den Hülsenfrüchten zählenden Sojabohnen genutzt. Mit einem Anteil von über 70 Prozent an der gesamten Ernte ist die Sojabohne die bestimmende Hülsenfrucht in der Union. Explizit für die Sojabohne sind die Schätzungen aber aufgrund des schlechten Wetters nach unten korrigiert worden.

Eiweisspflanzen in der Schweiz, Deutschland und Österreich

In Deutschland sieht die Situation etwas anders aus. Hier sind Körnererbsen die am häufigsten angebauten Hülsenfrüchte. Die Anbaufläche stieg in diesem Jahr um gut 9 Prozent auf 129’000 Hektar und die EU-Kommission dokumentiert in ihren vorläufigen Schätzungen einen massiven Zuwachs der Erntemenge um rund 42 Prozent auf 378’000 Tonnen. Auch Ackerbohnen verzeichnen in Deutschland einen signifikanten Sprung von ebenfalls knapp 42 Prozent auf 248’000 Tonnen bei annähernd identisch grosser Anbaufläche zum Vorjahr. Insgesamt wächst die Anbaufläche für die vier genannten um 3 Prozent auf rund 258’000 Hektar.

In Österreich sind die Anbauflächen für Hülsenfrüchte im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen konstant. Nummer 1 im Anbau ist mit grossem Abstand die Sojabohne. Wie in weiten Teilen Europas ist auch hier ein wetterbedingter Rückgang der Erntemenge zu verzeichnen. Laut der EU-Kommission sinkt die Ernte um rund 7 Prozent auf 251’000 Tonnen. Die übrigen Eiweisspflanzen spielen nur eine untergeordnete Rolle. Die Ernte bleibt aufgrund guter Erträge der bewirtschafteten Flächen jedoch über dem Durchschnitt der letzten Jahre.

In der Schweiz werden pro Jahr und Person rund 2 Kilogramm Hülsenfrüchte gegessen, die grösstenteils importiert werden. Einen zehnmal höheren Konsum schlägt die Ernährungsstrategie 2024 des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen vor. Hülsenfrüchte sind nicht nur gut für eine nachhaltige Ernährung, sie haben auch agronomisch viel zu bieten. Dennoch fristen sie in der Schweiz noch ein Nischendasein, sowohl auf dem Feld als auch auf dem Teller. 2023 wuchsen auf knapp 1,2 Prozent des gesamten Ackerlandes Erbsen, Linsen und Kichererbsen auf 4’739 Hektaren (ohne Soja), meist auch für Futtermittel.

Pflanzliche Ernährung ist ein Trendthema

Pflanzliche Proteine werden in Europa immer beliebter. Ein Grund ist der zunehmende Wunsch nach ausgewogenen und nachhaltigen Alternativen zu tierischen Produkten. Der Anteil der Menschen, die jeden Tag zu vegetarischen oder veganen Produkten greifen, hat sich in den letzten vier Jahren auf rund 10 Prozent verdoppelt.

Ackerbohnen, Sojabohnen, Körnererbsen und Süsslupinen haben einen hohen Gehalt an Eiweiss und Ballaststoffen. Ferner sind sie z. B. eine Quelle für die Vitamine B1, B2 und Folsäure sowie Magnesium, Eisen, Kupfer und Zink.

Hülsenfrüchte sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil einer pflanzlich basierten Ernährung, sondern haben zahlreiche Vorteile für Umwelt und Natur. Es ist daher eine logische Folge, dass Hülsenfrüchte fester Bestandteil der «Planetary Health Diet» sind. Dabei handelt es sich um ein Ernährungskonzept, das von der Eat-Lancet-Kommission entwickelt wurde und eine Verzehrmenge von 75 g Hülsenfrüchten pro Tag vorsieht. Die Kommission zeigt in der «Planetary Health Diet» auf, wie eine zukünftige Weltbevölkerung von 10 Milliarden Menschen im Jahr 2050 innerhalb der ökologischen Belastungsgrenzen der Erde mit einer gesundheitsfördernden Ernährung versorgt werden kann.

Positiver Beitrag für die Umwelt und den heimischen Ackerbau

Eine besondere Rolle bei den Umweltvorteilen der Hülsenfrüchte spielen die sogenannten Rhizobien – Bakterien, die eine Symbiose mit den Wurzeln der Pflanzen eingehen. Die Pflanzen versorgen die Bakterien über ihre Fotosynthese mit lebensnotwendigen Nährstoffen. Die Bakterien wiederum sind in der Lage, Stickstoff aus der Bodenluft zu binden und an die Pflanzen abzugeben. Davon profitiert nicht nur die «Wohngemeinschaft», sondern auch Umwelt und Landwirtschaft, denn es muss weniger Stickstoffdünger im Ackerbau eingesetzt werden. Nach der Ernte verbleiben auch noch stickstoffreiche Pflanzenreste auf den Feldern, die den Folgekulturen wie Weizen wiederum als Dünger dienen. Der Anbau von Hülsenfrüchten ist eine Bereicherung der Fruchtfolge, ihre Blüten sind eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten und ihre Wurzeln lockern den Boden auf. Das verbessert die Bodenqualität und wirkt sich unmittelbar auf das Ökosystem aus. So haben unter anderem Studien gezeigt, dass der Anbau von Hülsenfrüchten hilft, die Regenwurmpopulationen zu vergrössern. Regenwürmer spielen eine Schlüsselrolle im Ökosystem, insbesondere bei der Belüftung des Bodens und dem Abbau organischer Materialien, was die Bodenfruchtbarkeit fördert.

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