Genf hat es bewiesen: Ohne Jagd geht es besser. Seit 1974 ist der Kanton Genf Hobby-jagdfrei. Das Ergebnis: steigende Artenvielfalt und Biodiversität, stabile Wildbestände, die Zahl überwinternder Wasservögel hat sich mehr als verzehnfacht, und Feldhasen oder Biber sind im Alltag wieder sichtbar, die Spaziergänger regelmässig sehen. Was Genf kann, kann die ganze Schweiz.
Du kannst heute mithelfen, dass sich das ändert. Hier sind die wirksamsten Wege.
1. Kampagnen verfolgen und politisch aktiv werden
Die wirksamste Form des Engagements ist politischer Druck. Die IG Wild beim Wild dokumentiert laufende Kampagnen, Initiativen und politische Vorstösse gegen die Hobby-Jagd in der Schweiz:
→ Alle aktuellen Kampagnen ansehen
Bist du selbst politisch aktiv oder kennst du Parlamentarierinnen und Parlamentarier, die etwas bewegen wollen? Die IG Wild beim Wild stellt fertig formulierte Mustertexte für jagdkritische Vorstösse in Kantonsparlamenten bereit, kostenlos und frei verwendbar. Aktuelle Themen umfassen:
- Verbot der Fuchsjagd und der Niederwildjagd
- Jagdfreie Zonen nach Vorbild Genf
- Verbot von Bewegungsjagden und tierquälerischer Fallenjagd
- Schutz von Jungtieren und Elterntieren durch konsequente Schonzeiten
- Transparente Jagdstatistik: Abschüsse, Fehlabschüsse und Nachsuchen offenlegen
- Keine Jagdpropaganda in Schulen
- Unabhängige Jagdaufsicht statt Selbstkontrolle
Die Texte können als Motion, Postulat oder Parlamentsvorlage direkt übernommen und an die kantonale Rechtslage angepasst werden.
→ Alle Mustertexte für jagdkritische Vorstösse
Mandatsträgerinnen und Mandatsträger, die Unterstützung bei der Anpassung eines Mustertextes an ihren Kanton benötigen, können die IG Wild beim Wild kontaktieren: → Kontakt aufnehmen
2. Newsletter abonnieren und informiert bleiben
Wer informiert ist, kann wirksam handeln. Der Newsletter der IG Wild beim Wild erscheint sporadisch und liefert aktuelle Fälle, neue Kampagnen, politische Entwicklungen und Handlungshinweise.
(Kein Spam. Jederzeit abbestellbar.)
3. Verdachtsfälle melden: Der Hobby-Jäger-Radar
Hast du eine Beobachtung gemacht? Einen Hochsitz entdeckt? Einen Verdacht auf Tierschutzvergehen, Wilderei oder illegale Jagdpraxis? Dann melde uns den Fall. Jede Meldung kann helfen, Missstände zu dokumentieren und öffentlich zu machen.
4. Aufklären und Inhalte teilen
Informationen verbreiten ist eine der wirksamsten Massnahmen überhaupt. Du kannst:
- Dossiers und Artikel von wildbeimwild.com in sozialen Netzwerken teilen
- Freunde und Familie auf die Realität der Hobby-Jagd hinweisen
- Leserbriefe an lokale Medien schreiben
- Inhalte der IG Wild beim Wild frei kopieren und weitergeben (Copyleft)
Gute Ausgangspunkte für die Aufklärung:
→ Alternativen zur Jagd | → Jäger-Lobby Schweiz | → Alle Dossiers
5. Dossiers nutzen: Wissen als Waffe
Wer in Diskussionen, Medienanfragen oder der politischen Arbeit überzeugend argumentieren will, braucht verlässliche Grundlagen. Die Dossiers der IG Wild beim Wild bündeln fundierte Analysen, Studien, Rechtstexte und Argumentarien zu den wichtigsten Themen rund um Jagdpolitik und Wildtierschutz in der Schweiz.
Die Dossiers sind nach Themenfeldern gegliedert:
- Grundlagen & Jagd in der Schweiz: Wie funktioniert das Schweizer Jagdsystem? Was steckt hinter Begriffen wie «Hege» oder «Bestandsregulierung»?
- Politik, Lobby & Medien: Wer beeinflusst die Jagdpolitik, und wie? Wie funktioniert die Jäger-Lobby?
- Krankheiten, Wildschutz & Technik: Welche Rolle spielt die Jagd bei der Verbreitung von Wildtierkrankheiten?
- Tierwürde, Gewaltbilder & psychische Dimension: Was macht die Jagd mit dem Bild von Wildtieren in der Gesellschaft?
- Wolf, Beutegreifer & Politik: Wie wird der Wolf instrumentalisiert, und welche Fakten widersprechen der Jagd-Lobby?
- Recht, Kontrolle & Alternativen: Was sagt das Recht, und welche Alternativen zur Jagd gibt es?
Die Dossiers liefern klar formulierte, sachlich belegte Punkte, die du direkt in Gesprächen, Leserbriefen oder politischen Vorstössen einsetzen kannst. Alle Quellen sind offen zugänglich und verlinkbar.
6. Grundstück befrieden lassen
Wer Wald, Wiese oder Ackerland besitzt, muss die Hobby-Jagd auf dem eigenen Grundstück nicht einfach hinnehmen. Das ist keine blosse Meinung, sondern eine menschenrechtliche Position, die vom höchsten europäischen Gericht gestützt wird.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat in mehreren Urteilen klar entschieden: Grundeigentümer, die die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen, dürfen nicht gezwungen werden, Jagd auf ihrem Land zu dulden. Das verstösst gegen Artikel 1 des 1. Zusatzprotokolls zur Europäischen Menschenrechtskonvention (Schutz des Eigentums) und gegen die Gewissensfreiheit. Die Schweiz ist Vertragsstaat der EMRK und ist verpflichtet, ihre Gesetzgebung menschenrechtskonform zu gestalten.
In der Praxis sind die kantonalen Möglichkeiten heute noch begrenzt. Dennoch hast du konkrete Handlungsoptionen:
- Wende dich schriftlich an deine Kantonsbehörde und beantrage die jagdliche Ausklammerung deines Grundstücks aus ethischen Gründen
- Setze Jagdverbotstafeln auf deinem Land und dokumentiere den Widerspruch schriftlich
- Nutze die Mustertexte der IG Wild beim Wild, um einen kantonalen Vorstoss für das Recht auf jagdfreien Privatgrund zu unterstützen
→ Dossier: Jagd und Menschenrechte
→ Mustertext: Befriedung von Privatgrundstücken
7. Politisch Druck machen
Schreib heute noch deiner Gemeinderätin, deinem Kantonsrat oder einem Nationalratsmitglied. Fordere:
- Die kantonale Ausweitung jagdfreier Zonen nach dem Vorbild Genf
- Die Beteiligung von Nichtjägern an jagdpolitischen Entscheidungen
- Die konsequente Durchsetzung des Tierschutzgesetzes bei der Jagdausübung
Kontakt zu Parlamentarierinnen und Parlamentariern findest du auf parlament.ch.
8. Vorsicht bei Naturschutzverbänden
Nicht jeder Verband, der «Natur» im Namen trägt, schützt Wildtiere wirkungsvoll. Viele Schweizer Umweltverbände sind eng mit der Jagdlobby vernetzt und torpedieren regelmässig Initiativen gegen die Hobby-Jagd. Prüfe vor einer Mitgliedschaft oder Spende, welche Haltung ein Verband zur Hobby-Jagd einnimmt.
→ Mehr zur Jäger-Lobby in der Schweiz
9. Kein Wildfleisch, keine Pelze
Jede Kaufentscheidung ist eine Abstimmung. Wer Wildfleisch kauft, Pelze trägt oder Jagdtourismus bucht, finanziert direkt oder indirekt eine Industrie, die auf der Tötung von Wildtieren als Freizeitbeschäftigung beruht.
Wildfleisch
Wildfleisch gilt oft als «natürlich» oder «nachhaltig», doch das Gegenteil ist häufig der Fall. In der Schweiz stammt ein Grossteil des im Handel verkauften Wildfleisches aus dem Ausland, aus intensiver Gehegewildhaltung oder aus jagdlichen Grossabschüssen. Doch das Hauptproblem ist ein anderes: Wildfleisch kann krank machen.
Blei aus der Jagdmunition
Bleigeschosse fragmentieren beim Aufprall und hinterlassen unsichtbare Partikel im Fleisch. Das Schweizer Bundesamt für Lebensmittelsicherheit (BLV) empfiehlt deshalb ausdrücklich: Kinder bis 7 Jahre, Schwangere, Stillende und Frauen mit Kinderwunsch sollen möglichst kein Wildfleisch essen. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt zur gleichen Empfehlung. Blei lässt sich nicht «wegkochen».
Parasiten und Keime
Wildschwein ist eine Hochrisiko-Kategorie wegen Trichinellose und anderen Zoonosen. Die Sicherheitskette bei Wild ist grundsätzlich variabler als bei standardisierter Schlachtung: Feldaufschluss, Bergung, Kühlung und Transport schwanken stark je nach Erfahrung, Wetter und Gelände.
«Bio» ist ein Marketingmythos
«Bio» bedeutet definierte Standards und Kontrollen. Wildbret ist kein zertifiziertes Bio-Produkt, nur weil das Tier frei gelebt hat. «Natürlich» ersetzt keine unabhängige Kontrolle.
→ Alles zum Thema im Dossier: Wildfleisch in der Schweiz
Pelze und Felle
Pelze und Felle von einheimischen Wildtieren wie Fuchs, Dachs oder Marder werden in der Schweiz nach wie vor gehandelt, oft als «Nebenprodukt» der Jagd verharmlost. Wer diese Produkte kauft, schafft einen Anreiz, der über den Eigenbedarf der Hobby-Jäger hinausgeht und zur wirtschaftlichen Rechtfertigung der Hobby-Jagd beiträgt.
Jagdtourismus und Trophäenjagd
Jährlich reisen schätzungsweise 1500 bis 2000 Schweizer Hobby-Jäger ins Ausland, um Wildtiere zu erlegen. Schweizbasierte Anbieter wie VEPAR Jagdreisen oder Bavetia.ch vermitteln Drückjagden in Osteuropa, internationale Plattformen bieten Trophäenjagden auf Elefanten, Löwen oder Büffel in Afrika, teils mit Geld-zurück-Garantie bei Nichterlegung. Informiere dich auf unserer Dossierseite über die Hintergründe der Trophäenjagd.
Was du tun kannst:
- Kaufe kein Wildfleisch, wähle stattdessen pflanzliche Alternativen
- Lehne Pelze und Felle von Wildtieren konsequent ab, egal ob als Kleidung, Dekoration oder Souvenir
- Boykottiere Jagdmessen, Jagdausstellungen und Veranstaltungen, die Jagd als Lifestyle vermarkten
- Sprich Restaurants und Gastronomiebetriebe auf Wildgerichte in der Speisekarte an und erkläre deine Haltung
→ Mehr zu Alternativen zur Jagd
Rechtlicher Hinweis zu Aktionen im öffentlichen Raum
Das Dokumentieren von Jagdgeschehen im Gelände (Abschnitt 3) kann rechtliche Fragen aufwerfen, insbesondere wenn dabei Privatgelände betreten wird. Das Aufstellen von Jagdverbotstafeln (Abschnitt 6) ist ein erster dokumentarischer Schritt, ersetzt aber kein formelles Verfahren bei der Kantonsbehörde. Bei Leserbriefen und öffentlichen Äusserungen (Abschnitt 4) gilt: Konkrete Tatsachenbehauptungen über Personen oder Ereignisse müssen belegbar sein.
Informiere dich in jedem Fall vorab über die geltende Rechtslage in deinem Kanton. Die IG Wild beim Wild übernimmt keine Haftung für Handlungen Dritter.
Spenden
Die IG Wild beim Wild nimmt selbst keine Spenden entgegen. Wer die Tierschutzarbeit finanziell unterstützen möchte, kann dies über unsere Partnerorganisation tun:
Kontakt
Fragen, Hinweise oder Feedback?
Die Hobby-Jagd ist keine Naturpflege, sondern ein Relikt aus feudalen Zeiten. Sie verursacht Tierleid, schwächt den Naturschutz und widerspricht modernen ethischen Massstäben. Die Beispiele aus Genf, Luxemburg und Dutzenden weiterer Regionen weltweit zeigen: Natur und Biodiversität profitieren, wenn die Hobby-Jagd endet.
«Die Hobby-Jagd ist keine Kultur, sondern Unkultur. Sie ist keine Notwendigkeit, sondern vermeidbare Tierquälerei.»
Tierportraits









