Schweden stoppt Wolfsabschüsse 2026: Signal an die Schweiz
Ein schwedisches Gericht hat die geplante Lizenzjagd auf Wölfe im Jahr 2026 gestoppt. Die Begründung trifft den Kern jeder Abschusspolitik: Die Behörden hätten nicht ausreichend nachgewiesen, dass die Tötungen mit dem Erhalt einer stabilen Wolfspopulation vereinbar sind.
Es ist ein Entscheid, der weit über Schweden hinaus wirkt, weil er eine simple Frage wieder ins Zentrum rückt: Wer schiessen lassen will, muss belegen, dass der Artenschutz nicht beschädigt wird.
Was in Schweden gestoppt wurde
Geplant waren Abschüsse ab dem 2. Januar 2026, insgesamt bis zu 48 Wölfe. Umweltorganisationen zogen gegen regionale Jagdlizenzen vor das Verwaltungsgericht und bekamen Recht. Damit sind die regionalen Abschussentscheide für 2026 blockiert, zumindest vorläufig.
Dass ausgerechnet bei einem grossen, politisch umkämpften Beutegreifer wie dem Wolf die Beweislast nicht einfach mit Schlagworten wie «Bestandsregulierung» ersetzt werden darf, ist die eigentliche Nachricht.
Warum das Urteil politisch brisant ist
In vielen Ländern wird der Wolf längst nicht mehr als Artenschutzthema behandelt, sondern als Machtfrage: Wer definiert, wie viele Tiere «zu viele» sind? In Schweden zeigt der Stopp, dass Gerichte diese Umdeutung nicht einfach durchwinken, wenn belastbare Grundlagen fehlen.
Der Schweizer Parallelfall: Fabio Regazzi und die Logik der Obergrenzen
Genau an dieser Stelle wird der Entscheid für die Schweiz relevant. Fabio Regazzi (Die Mitte/TI) steht seit Jahren für eine politische Linie, die beim Wolf weg will von der Einzelfallprüfung und hin zu politisch festgelegten Bestandszielen und erleichterten Eingriffen. Seine Vorstösse zielen darauf, den Umgang mit Wolfsschäden «wirksamer» zu machen, indem Hürden gesenkt und Eingriffe vereinfacht werden.
Aktuell fordert Regazzi laut Berichten sogar einen Systemwechsel, bei dem in der Schweiz nur noch eine bestimmte Anzahl Wölfe geduldet werden solle. Das ist die Sprache der Obergrenze, nicht des Artenschutzes.
Wildbeimwild hat diese Politik als «Schnellschüsse» beschrieben, weil sie Konflikte nicht löst, sondern den Abschuss zur Standardantwort macht, während Prävention, Herdenschutz und rechtsstaatliche Prüfung in den Hintergrund geraten.
Was Schweden der Schweiz indirekt zeigt
Der schwedische Entscheid ist kein romantischer Wolfsjubel. Er ist eine nüchterne Erinnerung daran, dass Wildtierpolitik nicht mit gefühlten Wahrheiten betrieben werden darf. Wenn in der Schweiz Politiker wie Fabio Regazzi den Wolf über Zahlen und Zielwerte «in den Griff» bekommen wollen, dann muss die zentrale Frage lauten: Wo ist der Nachweis, dass solche Eingriffe den Schutz der Art und die Biodiversität nicht dauerhaft schwächen?
Gerichte können, wie Schweden zeigt, zum Korrektiv werden, wenn politische Mehrheiten beginnen, Schutzrecht in ein Jagdrecht umzudeuten. Für die Schweiz ist das ein Warnsignal: Nicht der Wolf ist «zu erfolgreich». Erfolgreich ist vor allem die Strategie, aus einem komplexen Zusammenleben ein Abschussprogramm zu machen.
Schweden hat den Finger auf die wunde Stelle gelegt: Abschüsse sind kein Selbstzweck und kein politisches Ventil. Sie brauchen saubere Begründungen und harte Grenzen. Genau deshalb lohnt sich der Blick nach Norden, wenn in Bern wieder einmal über Wolfszahlen statt über Lösungen gesprochen wird, und wenn Stimmen wie Fabio Regazzi den Abschuss als Normalfall etablieren möchten.
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Mitmach-Aktion: Fordert bei Eurer Gemeinde aufgrund der katastrophalen Politik von Bundesrat Albert Rösti (SVP) ein Erlassgesuch für die Bundes- und Kantonssteuern aufgrund des neulich bewilligten Abschusses von Wölfen in der Schweiz. Den Musterbrief könnt ihr hier downloaden: https://wildbeimwild.com/ein-appell-fuer-eine-veraenderung-in-der-schweiz/

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