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Tierrechte

Töten als «Zeitvertreib»: Kritik an der Jagdmesse in Bern

Tödliches Hobby: Ab Donnerstag den 15. – 18.02.2018, findet die Jagd- und Fischereimesse „Fischen Jagen Schiessen“ auf dem Bernexpo-Gelände statt. PETA und die IG Wild beim Wild  kritisiert die Veranstaltung und ruft dazu auf, die Messe zu meiden. Obwohl es keinen nachvollziehbaren Grund für die Jagd auf Tierarten wie Füchse, Vögel und Marder gibt, werden die

Redaktion Wild beim Wild — 14. Februar 2018

Tödliches Hobby: Ab Donnerstag den 15. bis 18.02.2018 findet die Jagd- und Fischereimesse «Fischen Jagen Schiessen» auf dem Bernexpo-Gelände statt. PETA und die IG Wild beim Wild kritisieren die Veranstaltung und rufen dazu auf, die Messe zu meiden. Obwohl es keinen nachvollziehbaren Grund für die Hobby-Jagd auf Tierarten wie Füchse, Vögel und Marder gibt, werden die Wildtiere und auch Katzen und Hunde jährlich tausendfach getötet – vornehmlich als «Freizeitbeschäftigung». Dabei fügen Hobby-Jäger den empfindsamen Lebewesen häufig erhebliche Schmerzen zu. Zudem ereignen sich jährlich Vorfälle, bei denen Fehlschüsse oder Querschläger Menschen verletzen oder gar töten, Gewehrkugeln in Häuser einschlagen oder Spaziergänger plötzlich unter Beschuss geraten. Angler locken jedes Jahr Millionen Fische in eine Falle, bohren ihnen einen Haken durch den Mund, lassen sie ersticken oder nehmen sie teils noch lebend aus. Die IG Wild beim Wild fordert ein Verbot der Hobby-Jagd und des Angelsports.

Töten von Tieren als «Freizeitsport»

Messe Fischen Jagen Schiessen Bern

«Es ist geschmacklos, das Töten von Tieren als eine Art unterhaltsamen «Freizeitsport» anzupreisen», so Carl Sonnthal, Fachreferent bei der IG Wild beim Wild. «Unter dem Deckmantel der «Naturverbundenheit» verursacht das Jagen unermessliches Leid – jedes Jahr werden viele Tiere durch Fehlschüsse verwundet oder in Fallen regelrecht zerquetscht. Viele von ihnen sterben langsam und qualvoll. Sensible Fische werden als Spielzeug oder Sportgeräte betrachtet und aufgespiesst und erschlagen.»

Hobby-Jagd ist ökologisch unnötig

Anerkannte Wildbiologen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Hobby-Jagd besteht. So müssen dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge die nahezu ausgerotteten Wölfe nicht durch menschliche Hobby-Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet [1]. Auch englische Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren [2]. Die Hobby-Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Die Hobby-Jagd ist unnötig, kontraproduktiv und grausam.

Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Mehr zum Tierschutzproblem der Hobby-Jagd.

[1] Reichholf, J. H.: Die Wahrheit über die Jagd – Evolutionsbiologe Prof. Josef Helmut Reichholf widerlegt Jägerlügen. TV-Dokumentation SWR BW.
[2] Baker, P., Harris, S. & White, P. (2006): After the hunt: The future for foxes in Britain. Report. University of Bristol/University of York. / Baker P. & Harris S. (2006): Does culling reduce fox (Vulpes vulpes) density in commercial forests in Wales, UK. Springer-Verlag 2005.

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