Stopfleber bei den Olympischen Spielen
Die Olympischen Spiele sind ein wichtiger Moment, um vor den Augen der Weltöffentlichkeit für den Tierschutz einzutreten und zu zeigen, dass Stopfleber nichts auf der Speisekarte zu suchen hat.
Bei den diesjährigen Olympischen Spielen, die zwischen dem 26. Juli und dem 11. August in Paris stattfinden, werden 13 Millionen Mahlzeiten auf den Tisch kommen.
Davon werden nach Angaben des Internationalen Olympischen Komitees 60 % auf pflanzlicher Basis zubereitet.
Während dies ein positives Bekenntnis zu einer nachhaltigeren und gesünderen Ernährung darstellt, ist es ein krasser Widerspruch, dass den VIP-Gästen der Spiele auch ein grausames und umstrittenes Produkt angeboten wird: Stopfleber.
Tierschützer haben eine Petition gestartet, in der das Komitee aufgefordert wird, diese Entscheidung zu überdenken, während das Thema selbst eine deutliche Mahnung dafür ist, warum ein Verbot der Zwangsfütterung zur Stopfleberproduktion auf EU-Ebene immer noch notwendig ist.
Das Leiden hinter der Stopfleberproduktion
Die Herstellung von Stopfleber ist brutal. Gänse und Enten werden 12 bis 16 Tage lang bis zu dreimal täglich über einen Trichter mit grossen Mengen an Futter gefüttert und anschliessend geschlachtet. In den meisten Fällen müssen diese Vögel während dieses Prozesses unter schrecklichen Bedingungen leben: in kleinen Käfigen mit einem beweglichen Gitter, in dem sie während der Zwangsfütterung zusammengepresst werden, damit ihr Hals leichter zu greifen ist.
22 Mitgliedstaaten haben die Barbarei dieser Praxis bereits erkannt und die Herstellung von Stopfleber verboten, mit Ausnahme einiger Länder wie Frankreich, Ungarn und Spanien. In den Ländern, in denen die Stopfleberproduktion noch erlaubt ist, wurde die grausame Behandlung von Gänsen und Enten in diesem Sektor gut dokumentiert, unter anderem von der französischen Nichtregierungsorganisation L214 und unserem belgischen Mitglied GAIA, die Ende 2023 eine Klage gegen die Region Wallonien einreichten, weil diese Praxis weiterhin ignoriert wird.
Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Europäische Kommission einschreitet, um alle 27 Mitgliedstaaten in dieser Frage anzugleichen und die Zwangsfütterung für Stopfleber in der Gesetzgebung zu verbieten, damit dieses grausame Verfahren nirgendwo in der EU durchgeführt werden kann. Dies ist ein Schritt, den das Europäische Parlament bereits für 2021 gefordert hat. Es ist wichtig, dass diese Änderung so schnell wie möglich in Kraft tritt.
Die Botschaft muss klar sein: Stopfleber darf den Gästen der diesjährigen Olympischen Spiele nicht angeboten werden. Nachdem das Internationale Olympische Komitee behauptet hat, es wolle «französische Lebensmittel präsentieren, die auf verantwortungsvolle Weise beschafft, produziert und konsumiert werden», wäre es ein heuchlerischer Schritt, ein Produkt anzubieten, das so eng mit unnötiger Grausamkeit und Leiden verbunden ist.
Stopfleber darf bei den diesjährigen Olympischen Spielen nicht serviert werden.
Unterzeichnen Sie die Petition hier.
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