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Kunterbunt

Solaroffensive in den Alpen gleicht Windkraft-Fiasko

Die Energiedienstleister Axpo und IWB haben die Staumauer des Muttsee GL in die grösste alpine Solaranlage der Schweiz umgebaut. Sie ist seit Sommer 2022 vollständig in Betrieb. Die ersten Paneele müssen bereits ersetzt werden.

Redaktion Wild beim Wild — 16. September 2024

In den Glarner Bergen baute die Axpo eine riesige Solaranlage.

Während Monate hat Axpo umfangreiche Untersuchungen hinsichtlich Wind- und Schneelasten in Auftrag gegeben. Eine Studie des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) kam zum Schluss, dass in gewissen Bereichen der Anlage mit hohen Schneelasten zu rechnen ist. «Vor allem am Fuss der Mauer sammelt sich viel Schnee», sagt SLF-Forscherin Annelen Kahl.

Die Solar-Anlage soll im Winter dringend benötigten Strom liefern und sei laut Axpo ausserordentlich gut für Solarenergie geeignet. Doch rentabel ist das Vorzeigeprojekt nicht.

Denn der Aufwand für den Bau im Hochgebirge ist gross – auch am Muttsee. Die Stahl- und Alukonstruktion für den Unterbau der Anlage wurde im Tal zusammengeschraubt und dann per Helikopter auf die Staumauer geflogen – Stück für Stück. Ebenso die Panels selbst.

All das spiegelt sich im Preis. Die Produktionskosten für den Solarstrom an der Staumauer am Muttsee sind etwa doppelt so hoch wie für Solarstrom unten im Tal. Die Anlage kostete acht Millionen Franken.

In der Schweiz kämpft die Axpo ebenfalls für höhere Subventionen. Für die Anlage am Muttsee hat sie vom Bund zwar die ordentliche Einmalvergütung, konkret: 641’000 Franken erhalten, die immerhin 8 % der Investitionskosten decken. Zusätzlich beantragte Axpo einen ebenso hohen Investitionsbeitrag unter dem Prädikat «Leuchtturmprojekt». Doch das Bundesamt für Energie befand, das Projekt sei zu wenig innovativ, um als «Leuchtturmprojekt» anerkannt zu werden, und lehnte diese zusätzliche Subvention ab.

Alpinsolar, das Pionierprojekt Muttsee der Axpo in Glarus Süd, geht buchstäblich im Schnee unter. 270 Solarpanels des Sonnenkraftwerks haben den Winter nicht überlebt. Sie müssen derzeit ausgewechselt werden. Die Solarpanels hielten zwei statt 20 Jahre: Das Solar-Kraftwerk ist nicht bergtauglich.

Die alpine Solaranlage auf der Staumauer des Muttsees produziert zudem weniger Strom als erhofft. Es stellen sich nun grundlegende Fragen. Auch für die anderen Solarparks.

Die Schweiz ist kein Windland

Windkarten zeigen, dass die Schweiz ein Gebiet mit den schwächsten Winden in ganz Europa ist. Bei einer Dunkelflaute, wenn also kein Wind weht und es neblig ist, müssen zum Beispiel Gaskraftwerke in die Bresche springen, sofern 2050 keine Kernkraftwerke mehr zur Verfügung stehen sollten.

Windkraftanlagen machen in Europa hauptsächlich in Küstennähe Sinn. Aber auch dort gibt es Hinweise, dass die Offshore-Windparks die Meeresfauna schädigen, insbesondere Wale und Delfine. Anderstwo sind es meist hochsubventionierte Landschaftsverschandlungen, die der Stromzahler bezahlen muss. In der Rhone-Ebene im Wallis gibt es günstige Windverhältnisse oder auf dem Mont-Crosin im Berner Jura. Andernorts stehen die bis zu 210 Meter hohen Anlagen die meiste Zeit still und produzieren ausser Kosten nichts Schönes. Windparks auf dem Gütsch oberhalb von Andermatt, auf dem Griespass zwischen Goms und Italien sowie auf dem Gotthard sind enttäuschend: Sie liefern pro Windrad weniger als die Rhonetal-Windräder. Der Windpark Gries ist der höchstgelegene Windpark Europas. Kein Leuchtturmprojekt, sondern eine jährliche Enttäuschung.

Gemeinden mit der höchsten Stromproduktion aus Windkraftanlagen in Megawattstunden (MWh) für den Zeitraum: 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023.

  1. Villeret BE: 35’228 MWh
  2. Courtelary BE: 26’672 MWh
  3. Saint-Imier BE: 21’640 MWh
  4. Muriaux JU: 17’226 MWh
  5. Martigny VS: 13’653 MWh
  6. Cormoret BE: 10’065 MWh
  7. Airolo TI: 9376 MWh
  8. St-Brais JU: 9212 MWh
  9. Obergoms VS: 6770 MWh
  10. Andermatt UR: 5299 MWh

Die Grüne Strom-Wende ist reine Realsatire.

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