Kunterbunt

Schockierender Film über verletzte, kranke und kannibalische Tiere auf finnischen Pelzfarmen

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Tierschutzorganisationen haben schockierendes Filmmaterial veröffentlicht, das Füchse aus Pelztierfarmen in Finnland mit weinenden und geschwollenen, infizierten Augen und Ohren, verletzten und blutigen Schwänzen sowie deformierten, abgespreizten Füssen zeigt.

Das Filmmaterial zeigt auch fettleibige „Monsterfüchse“ mit riesigen Hautfalten, die durch selektive Zucht entstanden sind, und Babyfüchse, die ihre toten Geschwister ausschlachten.

Das Filmmaterial enthüllt das Leiden der Tiere für die Pelzmode, selbst in einem Land wie Finnland, in dem sich der Pelzhandel damit brüstet, dass fast 100 % der Fuchspelzfarmen nach dem SAGA-Pelzsicherungssystem des Pelzhandels zertifiziert sind. Das System verspricht „ein Höchstmass an Tierschutz“, aber die dokumentierten grausamen Bedingungen zeigen eine andere Geschichte. Fuchspelze aus Finnland werden von Marken wie Fendi, Yves Salomon, Woolrich, Herno, Ermanno Scervino und Max Mara verwendet und sind in Geschäften wie Harrods und Harvey Nichols zu finden.

Die Enthüllung kommt zu einem Zeitpunkt, da bisher mehr als 1,2 Millionen EU-Bürger die EU-weite Petition der Europäischen Bürgerinitiative „Pelzfreies Europa“ unterzeichnet haben, in der die Europäische Kommission aufgefordert wird, die Zucht und den Verkauf von Pelzen in der EU zu verbieten. Die schockierenden Aufnahmen werfen auch ein Schlaglicht auf die Doppelmoral vieler Länder beim Pelzhandel, denn seit dem Verbot der Pelztierzucht haben diese Länder für viele Millionen Euro Pelze aus Finnland eingeführt.

Das Leid, das Millionen von Tieren auf Pelzfarmen ertragen und ihr ganzes Leben in winzigen, kargen Käfigen verbringen, ist herzzerreissend. Eiternde Wunden, psychische Zusammenbrüche und Kannibalismus sind die Realität der Pelzfarmen und meilenweit entfernt von der Hochglanz-PR, die der Pelzhandel mit seinen Garantiesystemen zu verkaufen versucht. Die Länder müssen aufhören, einen Markt für die Felle dieser entsetzlich behandelten Tiere zu bieten, und Luxuskaufhäuser wie Harrods, die immer noch Pelze verkaufen, sollten erkennen, dass es so etwas wie verantwortungsvoll hergestellte Pelze nicht gibt.

Claire Bass, Senior Director of Public Affairs bei Humane Society International

Solange die EU Teil des globalen Pelzhandels ist, machen wir uns mitschuldig an dieser Grausamkeit. Die enorme öffentliche Unterstützung für ein Verbot der Pelztierzucht und des Pelzverkaufs sowohl in der EU als auch in Amerika gibt den Politikern ein überwältigendes Mandat, diesen grausamen Handel ein für alle Mal in die Geschichtsbücher zu verbannen.

Die finnische Tierschutzorganisation Oikeutta eläimille filmte zwischen Juni und November 2022 in sechs zufällig ausgewählten Pelzfarmen in der westfinnischen Region Österbotten. Kristo Muurimo von OE sagte: „Die Mehrheit der Finnen möchte die Haltung von Tieren in kahlen Käfigen nur wegen ihres Fells verbieten, aber unsere Politiker haben es versäumt, der Grausamkeit ein Ende zu setzen. Ein EU-weites Verbot würde den Tieren auch in anderen Mitgliedsländern helfen, in denen die Gier nach Geld wichtiger ist als der Tierschutz. Die EU sollte auf keinen Fall einen Markt für Produkte bereitstellen, die auf schändliche Weise von den kranken, verletzten und leidenden Tieren stammen, die in den finnischen Pelzfarmen dahinvegetieren.

Fakten über Pelze:

  • Jedes Jahr werden weltweit mehr als 100 Millionen Tiere für ihren Pelz getötet – das entspricht drei Tieren, die jede Sekunde nur für ihren Pelz sterben.
  • Die Pelztierzucht wurde in 19 europäischen Ländern (davon 14 EU-Mitgliedstaaten) verboten, darunter in den Niederlanden, Österreich, Belgien, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Kroatien, Slowenien, Luxemburg, Malta, Irland, Estland, Frankreich, Italien und zuletzt am 22. September 2022 in Lettland. Politische Diskussionen über ein Verbot sind auch in Rumänien, Litauen, Spanien und Polen im Gange. Zwei weitere Länder (die Schweiz und Deutschland) haben so strenge Vorschriften erlassen, dass die Pelztierzucht faktisch eingestellt wurde, und drei weitere Länder (Dänemark, Schweden, Ungarn) haben Massnahmen eingeführt, die die Zucht bestimmter Arten beenden.
  • Immer mehr Modedesigner und Einzelhändler verzichten auf die grausame Pelztierhaltung. Allein in den letzten Jahren haben Canada Goose, Oscar de la Renta, Valentino, Gucci, Burberry, Versace, Chanel, Prada und andere bekannte Marken angekündigt, pelzfrei zu arbeiten.
  • Der Pelzhandel in Finnland befindet sich im finanziellen Niedergang, viele Pelzfarmen müssen schliessen, und einige Pelztierzüchter in Europa haben ihre Tätigkeit diversifiziert oder sind auf andere Einkommensquellen wie Solarzellen umgestiegen, um ihre Zukunft zu sichern.