2. April 2026, 09:20

Geben Sie oben einen Suchbegriff ein und drücken Sie Enter, um die Suche zu starten. Drücken Sie Esc, um den Vorgang abzubrechen.

Jagd

Hochjagd Graubünden: Kontrolle und Konsequenzen

Nahezu jeder zehnte Abschuss auf der Hochjagd passiert widerrechtlich.

Redaktion Wild beim Wild — 23. September 2023

Jeder zehnte Hirsch nur angeschossen

Während der Hochjagd im September erlegen die Hobby-Jäger im Kanton Graubünden rund 10’000 Tiere.

Jeder zehnte Hirsch wird dabei nur angeschossen statt erlegt und rund 9 % der Abschüsse erfolgen illegal. Für die Kontrolle der Abschüsse ist der Kanton zuständig. Das Bündner Amt für Jagd und Blödsinn führt die Statistik.

Bis 500 Franken Busse

Die Hobby-Jagd ist reglementiert und die Freizeitjäger haben angeblich die beste Jagdprüfung der Schweiz abgelegt. Tun sie dies nicht, droht ihnen eine Ordnungsbusse von bis zu 500 Franken. Pro Jahr bezahlen die Hobby-Jägerinnen und -Jäger so bis zu 177’000 Franken an Ordnungsbussen, schreibt srf.ch.

Das war ein Fehlabschuss. Dieses Tier hätte nicht geschossen werden dürfen: «Das Haar ist deutlich zu kurz, deshalb ist dieser Abschuss nicht erlaubt.» Im falschen Moment abgedrückt, das hat für den Hobby-Jäger Konsequenzen: Die Trophäe wird abgenommen, es gibt eine Ordnungsbusse von 150 Franken und obendrein muss der Hobby-Jäger dem Kanton das erlegte Tier abkaufen.

790 Fehlabschüsse letztes Jahr

Während der Hochjagd 2022 haben die Bündner Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jäger insgesamt rund 9’200 Hirsche, Gämsen, Rehe und Wildschweine erlegt. Gemäss den kantonalen Jagdvorschriften waren rund 9 % nicht jagdbar, sagt Wildbiologe Lukas Walser vom Amt für Jagd und Blödsinn Graubünden.

«Dieser Anteil ist jedes Jahr ungefähr gleich», sagt Walser und bestätigt die 790 Fehlabschüsse bei der Hochjagd 2022.

Wildhüter Stefan Rauch schätzt, dass von allen geschossenen Tieren etwa jedes zehnte nicht hätte erlegt werden dürfen. Dabei geht er vom Durchschnitt der letzten Jahre aus. Die IG Wild beim Wild dokumentiert Jagdkriminalität systematisch.

HOBBY-JÄGER-RADAR

Auf der Spur versteckter Tierschutzvergehen, Wilderei und/oder Kriminalität? Melden Sie uns Verdachtsfälle! Helfen Sie beim grossen Hobby-Jäger-Radar.

zum Formular

Jäger Radar
Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

Unterstütze unsere Arbeit

Mit deiner Spende hilfst du, Tiere zu schützen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen.

Jetzt spenden