Roter Thun: Vom Kollaps zum Comeback
Vor zwei Jahrzehnten stand der Rote Thun im Mittelmeer und Atlantik kurz vor dem Kollaps. Getrieben von der boomenden Nachfrage nach Sushi und Sashimi trieben industrielle Fangflotten die Bestände an den Rand des Zusammenbruchs.
Ohne wirksame Kontrollen wurde hemmungslos gefischt – grosse wie kleine Tiere, oft illegal, oft ohne jede Rücksicht.
Wissenschaftler warnten, Umweltaktivisten gingen auf die Barrikaden. Der Druck auf Politik und Fischerei wuchs.
2007 kam die Wende. Die Internationale Kommission für die Erhaltung der Thunfischbestände (ICCAT) setzte einen strikten Wiederauffüllungsplan durch: drastische Fangquoten, verkleinerte Flotten, verkürzte Saisons und internationale Kontrollen. Die Fangmengen brachen von rund 60’000 Tonnen auf 10’000 Tonnen ein. Was wie ein Schock wirkte, erwies sich als Rettung: Die Bestände erholten sich schneller, als Experten erhofft hatten.
Heute gilt der Rote Thun als Erfolgsfall. In Frankreichs wichtigstem Hafen Sète etwa werden alle Fische gewogen, etikettiert und lückenlos nachverfolgt. Grosse Fangschiffe sind nur wenige Wochen pro Jahr auf See. Fischer akzeptieren die strengen Regeln – auch, weil die Quoten inzwischen wieder steigen und nachhaltige Erträge sichern.
Parallel begleiten Wissenschaftler die Entwicklung eng: Mit elektronischen Markierungen erfassen sie Wanderungen, mit Flugzeugen zählen sie Thunfischschwärme an der Oberfläche. Die Zahlen sprechen für sich: Während in den 2000er-Jahren kaum 60 Schwärme pro Saison registriert wurden, sind es heute mitunter über 300 pro Flug.
Doch der Erfolg bleibt fragil. Seit 2020 scheint die Erholung zu stagnieren. Und Experten warnen: Illegale Fischerei kehrt mancherorts zurück. Nur konsequente Kontrolle kann verhindern, dass alte Fehler wiederholt werden.
Im Moment jedoch gilt der Rote Thun als Paradebeispiel dafür, dass Wissenschaft, Politik, Fischerei und Umweltbewegung gemeinsam eine bedrohte Art retten können – ein Hoffnungsschimmer für den Meeresschutz.
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