Mustertexte für jagdkritische Vorstösse in Kantonsparlamenten
Immer mehr Parlamentarierinnen und Parlamentarier wollen eine tier- und naturschutzgerechte Jagdpolitik – und scheitern dabei nicht am politischen Willen, sondern an fehlender Zeit für die Ausformulierung konkreter Vorstösse. Diese Seite bündelt alle Vorlagen an einem Ort.
Auf dieser Seite findest du über 80 fertig formulierte Mustertexte (inklusive kantonaler Volksinitiativen) für jagdkritische Vorstösse in Kantonsparlamenten und darüber hinaus. Die IG Wild beim Wild stellt damit Mustertexte für Motionen, Postulate, Volksinitiativen und weitere Parlamentsvorlagen kostenlos zur Verfügung. Jeder Text kann direkt übernommen, kantonal angepasst und eingereicht werden. Die Texte sind thematisch nach den sieben Kategorien von wildbeimwild.com gegliedert – damit du sofort die passenden wissenschaftlichen Hintergründe und Quellen findest, die du für die Begründung deines Vorstosses brauchst.
Wichtige Hinweise zur Nutzung
- Alle Texte sind Muster und müssen vor der Einreichung juristisch und formal auf die kantonale Rechtslage geprüft werden.
- Gesetzesbezeichnungen, Artikelnummern und parlamentarische Formate (Motion, Postulat, Interpellation) sind kantonal zu vervollständigen.
- Die Mustertexte unterscheiden konsequent zwischen Patentjagd (rund 65% der Kantone, keine Revierverantwortung) und Revierjagd – bitte die entsprechende Regelung im eigenen Kanton prüfen.
- Mandatsträgerinnen und Mandatsträger, Parteien, Organisationen und engagierte Privatpersonen dürfen alle Texte frei übernehmen und anpassen.
- Rechtlicher Hinweis: Die IG Wild beim Wild übernimmt keine Haftung für die rechtliche Korrektheit eingereichter Texte.
- Bei Fragen zur kantonsspezifischen Anpassung: Kontakt aufnehmen →
1. Grundlagen & Jagd in der Schweiz
Diese Vorstösse richten sich gegen die Grundstruktur der Hobby-Jagd in der Schweiz – von Schonzeiten über Jagdverbote bis zur Befriedung von Privatland. Wissenschaftliche Hintergründe, Rechtsgrundlagen (JSG, kantonale Jagdgesetze, TSchG) und Argumentarium dazu im Dossier: Grundlagen & Jagd in der Schweiz →
- Jagdruhe auf Privatwald: Befriedung von Privatgrundstücken aus ethischen Gründen
Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer sollen das Recht erhalten, ihre Liegenschaften aus ethischen Gründen von der Bejagung auszunehmen – analog zu Regelungen in mehreren EU-Staaten und dem Genfer Modell. - Verbot der Fuchsjagd: Wissenschaftsbasierte und tierethische Neuausrichtung der kantonalen Jagdpolitik
Die Fuchsjagd hat gemäss vorliegender Forschungslage keinen nachweisbaren populationsregulierenden Effekt. Dieser Vorstoss fordert ein kantonal verankertes Verbot auf Basis des Bundesgesetzes über die Jagd (JSG). - Abschaffung der Niederwildjagd: Schutz bedrohter Arten vor Freizeitjagd
Mehrere Niederwildarten (Feldhase, Rebhuhn, Waldschnepfe) stehen auf der Roten Liste der Schweiz. Dieser Vorstoss fordert ein sofortiges Jagdverbot für gefährdete Arten. - Verbot von Bewegungsjagden
Bewegungsjagden mit Treibenden, Hunden und zahlreichen Schützerinnen und Schützen stellen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar und verursachen massiven Stress für Wildtiere. Der Vorstoss fordert ein kantonales Verbot. - Schutz von Jungtieren und Elterntieren: konsequente Schonzeiten und Ruhezonen
Wissenschaftlich fundierte Schonzeiten und räumliche Ruhezonen während Brut-, Setz- und Aufzuchtzeiten sollen kantonal verbindlich verankert werden. - Illegale Hochsitze: Wälder vom jagdlichen Wildwuchs befreien
Nicht bewilligte Hochsitze und jagdliche Infrastrukturen verstellen öffentliche Waldgebiete rechtswidrig. Der Vorstoss fordert systematische Kontrollen und Rückbaupflichten. - Jagdverbot nach Vorbild Genf: Hobby-Jagd durch professionelles Wildtiermanagement ersetzen
Der Kanton Genf hat die Hobby-Jagd 1974 abgeschafft und durch ein staatliches Wildtiermanagement ersetzt. Der Vorstoss fordert ein entsprechendes Pilotprojekt oder eine Volksinitiative im eigenen Kanton. - Jagdfreie Zonen und Pilotgebiet nach Genfer Vorbild
Als erster Schritt sollen definierte Gebiete für fünf Jahre jagdfrei gestellt werden, um die ökologischen und sozialen Effekte eines Jagdverzichts wissenschaftlich zu dokumentieren. - Hobby-Jagdtourismus eindämmen: Verbot der Werbung für Trophäenjagdreisen und Regulierung kantonaler Jagdlizenzen für ausländische Gäste
Die kommerzielle Vergabe von Abschussrechten auf begehrte Wildtierarten an zahlungskräftige Jagdgäste soll unterbunden und die Bewerbung von Trophäenjagdreisen kantonal bewilligungspflichtig werden. - Wildtierkorridore statt Abschüsse: Verbindliche Verankerung der Lebensraumvernetzung in der kantonalen Raumplanung
Wildtierkorridore sollen im kantonalen Richtplan als Vorranggebiete festgeschrieben, Grünbrücken verbindlich eingeplant und Abschüsse in fragmentierten Gebieten durch raumplanerische Massnahmen ersetzt werden. - Hobby-Jagd und Wildtierkrankheiten: Unabhängige Prüfung der Rolle der Bejagung bei der Verbreitung von Zoonosen und Seuchen
Die Rolle der Hobby-Jagd bei der Verbreitung von Wildtierkrankheiten soll unabhängig geprüft, Kirrung verboten und Hygienevorgaben verschärft werden. - Recht auf Erholung ohne Konfrontation mit der Hobby-Jagd: Sicherstellung des freien Naturzugangs für die Bevölkerung
Jagdfreie Wochenenden, digitale Jagdkarten, Erholungszonen und Meldestellen sollen das Recht der Bevölkerung auf ungestörte Erholung in Wald und Natur sicherstellen. - Obligatorische Biodiversitätsprüfung vor Erteilung von Abschussbewilligungen
Vor jeder Abschussbewilligung soll eine unabhängige Fachstelle prüfen, welche Auswirkungen die geplanten Entnahmen auf die lokale und regionale Biodiversität haben. - Professionelles Wildhüterkorps: Aufstockung und Professionalisierung des kantonalen Wildtiermanagements
Das kantonale Wildhüterkorps soll verdoppelt, mit einem Ehrenkodex versehen und schrittweise als primäre Instanz für das Wildtiermanagement etabliert werden – nach dem Vorbild des Kantons Genf. - Reform der Hobby-Jägerausbildung: Obligatorische Tierschutz- und Ethikprüfung als Voraussetzung für das Jagdpatent
Die Jägerausbildung soll um obligatorische Module in Tierschutzrecht, Tierethik und Wildtierökologie erweitert, mit psychologischer Eignungsabklärung und periodischer Nachprüfung ergänzt werden.
2. Politik, Lobby & Medien
Diese Vorstösse richten sich gegen die politische Einflussnahme der Jagdlobby, gegen Propaganda an Schulen und gegen sachfremde Privilegien für Jagdverbände. Hintergründe dazu im Dossier: Politik, Lobby & Medien →
- Jagdpropaganda mit toten Tieren eindämmen
Öffentlich zugängliche Zurschaustellung getöteter Wildtiere (Strecken, Trophäenschauen) soll kantonal reguliert werden – analog zu bestehenden Tierschutzbestimmungen bei der Zurschaustellung von Tierleichen. - Keine Jagdpropaganda durch Hobby-Jäger in Schulen
Jagdverbände dürfen öffentliche Schulstunden nicht für unkritische Werbung für die Hobby-Jagd nutzen. Der Vorstoss fordert verbindliche Kriterien für ausserschulische Akteure in Bildungseinrichtungen. - Entzug von Umweltprivilegien für Jagdverbände
Jagdverbände sind in mehreren Kantonen als Naturschutzorganisationen anerkannt und geniessen entsprechende Steuer- und Verfahrensprivilegien. Dieser Vorstoss fordert eine Überprüfung dieser Einstufung auf Basis belegbarer Naturschutzbeiträge. - Bewilligungspflicht für öffentliche Jagdevents: Hubertusmessen, Streckenlegungen und Jagdmessen regulieren
Veranstaltungen, bei denen getötete Wildtiere öffentlich zur Schau gestellt oder Trophäenjagdreisen beworben werden, sollen einer kantonalen Bewilligungspflicht unterstellt werden. - Transparenz über die Verflechtung von Jagdverwaltung und Jagdverbänden: Offenlegung personeller Doppelrollen
Personelle und institutionelle Verflechtungen zwischen Jagdverwaltung und Jagdverbänden sollen transparent gemacht und Interessenkonflikte durch Unvereinbarkeitsregelungen unterbunden werden. - Lobby-Transparenz und Ausstandspflicht bei jagdpolitischen Entscheiden
Parlamentsmitglieder mit jagdlichen Interessen sollen Offenlegungspflichten und Ausstandspflichten unterliegen. Ein öffentliches Lobby-Register soll alle Kontakte zwischen Jagdverbänden und der kantonalen Verwaltung dokumentieren.
3. Jagdarten, Sicherheit & Technik
Diese Vorstösse adressieren konkrete Sicherheitsrisiken, Gesundheitsgefahren und technische Aspekte der Hobby-Jagd. Studien, Unfallstatistiken und Rechtsgrundlagen im Dossier: Jagdarten, Sicherheit & Technik →
- Alkohol- und Drogenkonsum auf der Hobby-Jagd wirksam unterbinden
Anders als im Strassenverkehr existieren in den meisten Kantonen keine verbindlichen Promillegrenzen für Personen mit Schusswaffen auf der Jagd. Der Vorstoss fordert analoge Regelungen zum Fahrzeuglenken unter Einfluss. - Hobby-Jagd und Kriminalität: Eignungskontrollen, Meldepflichten und Konsequenzen verschärfen
Verurteilungen wegen Gewaltdelikten sollen zum sofortigen Jagdpatententzug führen. Der Vorstoss fordert zudem obligatorische psychologische Eignungskontrollen bei der Patentvergabe. - Bleifreie Jagd: Verbot von bleihaltiger Munition im Kanton
Bleihaltige Munition kontaminiert Wildtierkörper und die Umwelt nachweislich. Deutschland und Österreich haben bereits Schritte zur Einschränkung unternommen. Der Vorstoss fordert ein kantonales Verbot. - Verbot tierquälerischer Fallen- und Lockjagd
Lebendtierfallen, Klebefallen und bestimmte Lockjagdmethoden stehen in direktem Widerspruch zum Tierschutzgesetz (TSchG Art. 4). Der Vorstoss fordert ein explizites kantonales Verbot. - Sicherheit der Bevölkerung: Mindestabstände, Sperrzonen, Meldepflicht
Schusswaffeneinsatz in Waldgebieten nahe Siedlungen, Wanderwegen und Schulen soll durch verbindliche Mindestabstände und eine Meldepflicht für Jagdereignisse geregelt werden. - Transparente Erfassung von Hobby-Jägern bei Gewaltdelikten
In den offiziellen Statistiken wird nicht erfasst, ob Täter ein Jagdpatent besitzen oder ob Jagdwaffen eingesetzt wurden. Der Vorstoss fordert eine systematische Datenerhebung und jährliche Veröffentlichung als Grundlage für evidenzbasierte Gewaltprävention. - Schutz vor häuslicher Waffengewalt: Jagdwaffen, Hobby-Jäger und Femizide
Jagdwaffen sind in einer erheblichen Zahl von Femiziden und häuslichen Gewalttaten involviert. Der Vorstoss fordert eine systematische Erfassung sowie präventive Massnahmen beim Waffenbesitz jagdlizenzierter Personen. - Verbot von Hightech-Jagdmethoden: Keine Wärmebildkameras, Nachtzielgeräte und Drohnen auf der Hobby-Jagd
Wärmebildkameras, Nachtzieloptiken, Drohnen und digitale Lockrufgeräte machen die Hobby-Jagd zu einer technologisch aufgerüsteten Tötungsmaschinerie. Der Vorstoss fordert ein umfassendes kantonales Verbot. - Schutz von Jagdhunden: Verbot der Baujagd mit Hunden, Meldepflicht bei Verletzungen und Haltungskontrollen
Jagdhunde gehören zu den vergessenen Opfern der Hobby-Jagd. Der Vorstoss fordert ein Baujagd-Verbot mit Hunden, Meldepflicht für Verletzungen und verbindliche Haltungsstandards. - Reform der kantonalen Hochjagd: Vom Traditionsritual zum evidenzbasierten Wildtiermanagement
Die pauschale, flächendeckende Hochjagd soll durch evidenzbasiertes Management ersetzt, Ruhezonen ausgeschieden und die Überführung ins Wildhütermodell geprüft werden. - Afrikanische Schweinepest: Keine Ausweitung der Hobby-Jagd unter dem Vorwand der Seuchenbekämpfung
Seuchenszenarien wie die ASP dürfen nicht als Vorwand für eine Ausweitung der Hobby-Jagd herangezogen werden. Evidenzbasierte Seuchenbekämpfung statt Abschussausweitungen. - Einschränkung der Ansitzjagd: Kirrungsverbot, Nachtansitz-Regulierung und Ruhezonen
Die Kirrung von Wildtieren soll verboten, der Nachtansitz reguliert und Ruhezonen verbindlich ausgeschieden werden. - Verbot der Baujagd: Eine der grausamsten Jagdformen abschaffen
Die Baujagd – bei der Hunde in Erdbauten von Füchsen und Dachsen geschickt werden – soll vollständig und ausnahmslos verboten werden. - Regulierung der Passjagd: Einschränkung der Winterjagd in Hochgebirgskorridoren
Die Passjagd in Wildtierkorridoren und in Wintermonaten soll verboten, die Artenliste eingeschränkt und die Abschaffung geprüft werden. - Abschaffung der Sonderjagd: Überführung ins professionelle Wildhütermodell
Die Sonderjagd als zusätzliche Jagdperiode soll abgeschafft und verbleibende Regulierungsaufgaben in die professionelle Wildhut überführt werden.
4. Tierwürde, Gewaltbilder & psychische Dimension
Diese Vorstösse schützen Kinder vor Gewaltbildern, stärken die Tierwürde und fordern Transparenz über Gesundheitsrisiken von Wildbret. Wissenschaftliche Grundlagen im Dossier: Tierwürde, Gewaltbilder & psychische Dimension →
- Erlegerbilder regulieren: Tierwürde über den Tod hinaus schützen
Das Teilen von Fotos getöteter Wildtiere in sozialen Medien und öffentlichen Räumen soll analog zu Gewaltdarstellungsverboten reguliert werden. Grundlage: Tierschutzgesetz (TSchG) und die verfassungsrechtlich verankerte Würde der Kreatur (Art. 120 BV). - Tierquälerische Freizeitformate und Terraristik-Messen
Veranstaltungen, die lebende oder tote Tiere in entwürdigender Weise zur Schau stellen, sollen kantonal bewilligungspflichtig und bei Verstoss gegen das TSchG verbietbar sein. - Verbot für Kinder und Jugendliche auf der Jagd
Minderjährige werden in mehreren Kantonen aktiv in Jagdhandlungen einbezogen. Der Vorstoss fordert ein Mindestalter von 18 Jahren für jede Form der Beteiligung an Jagdhandlungen – unter Berufung auf das Kindeswohl (ZGB Art. 301 ff.) und den Jugendschutz. - Gesundheitsrisiken von Wildbret transparent machen
Wildbret kann Bleirückstände, Parasiten und Zoonosen enthalten. Der Vorstoss fordert eine obligatorische Kennzeichnungspflicht für direkt vermarktetes Wildbret sowie Aufklärungspflichten gegenüber Konsumentinnen und Konsumenten. - Kantonale Meldepflicht und Statistik für alle Hobby-Jagdopfer
Eine umfassende, obligatorische Meldepflicht und eine öffentlich zugängliche Statistik für alle Personenschäden, Sachschäden und Tierverletzungen im Zusammenhang mit der Hobby-Jagd soll eingeführt werden. - Kantonales Engagement für ein nationales Importverbot für Jagdtrophäen
Der Kanton soll sich auf Bundesebene aktiv für ein nationales Importverbot für Jagdtrophäen einsetzen und eine Standesinitiative vorbereiten. - Tierschutzrechtliche Lücke schliessen: Gleichstellung von Wildtieren im Tierschutzgesetz
Wildtiere, die im Rahmen der Hobby-Jagd getötet werden, sollen den gleichen Tierschutzstandards unterliegen wie Nutztiere in Schlachthöfen. - Freizeitgewalt an Tieren beenden: Die Hobby-Jagd als Form der Freizeitgewalt anerkennen
Der Regierungsrat soll in einem Bericht prüfen, ob die Hobby-Jagd als Freizeitgewalt an Tieren einzuordnen ist und welche Konsequenzen sich daraus für die kantonale Jagdpolitik ergeben.
5. Wolf, Beutegreifer & Politik
Diese Vorstösse richten sich gegen Wolfsabschüsse, fordern Herdenschutz und die Integration von Beutegreifen in die kantonale Forstpolitik. Studien, Zahlen und rechtliche Einordnung im Dossier: Wolf, Beutegreifer & Politik →
- Moratorium beziehungsweise Verbot der Wolfsjagd
Wolfsabschüsse in der Schweiz erfolgen gestützt auf das revidierte JSG (2023), das von Umweltorganisationen als unvereinbar mit internationalen Schutzpflichten (Berner Konvention) kritisiert wird. Der Vorstoss fordert ein kantonales Moratorium bis zur abschliessenden Rechtsprüfung. - Schutzwald vor Hobby-Jagd schützen und Beutegreifer integrieren
Die Anwesenheit von Wölfen und anderen Beutegreifen reduziert nachweislich den Verbissdruck in Schutzwäldern (trophische Kaskade). Der Vorstoss fordert, Schutzwaldzonen konsequent von der Hobby-Jagd auszunehmen. - Herdenschutz statt Wolfsabschüsse: Umgang mit dem Wolf im Kanton
Der Vorstoss fordert, kantonale Mittel prioritär für wirksame Herdenschutzmassnahmen (Herdenschutzhunde, Zäune, Alpbegleitung) einzusetzen, anstatt Abschussgenehmigungen zu erteilen. - Unabhängige Evaluation kantonaler Wolfsabschüsse und deren ökologischer Auswirkungen
Alle seit der JSG-Revision 2023 durchgeführten Wolfsabschüsse sollen unabhängig evaluiert werden – hinsichtlich Wirksamkeit, ökologischer Folgen, Kosten und Rechtskonformität. - Einhaltung internationaler Artenschutzstandards bei kantonalen Wolfsabschüssen
Alle kantonalen Abschussentscheide betreffend den Wolf sollen im Einklang mit der Berner Konvention stehen. Völkerrechtliche Prüfung, Beschwerderechte und Schutz des Wolfs als streng geschützte Art.
6. Recht, Kontrolle & Alternativen
Diese Vorstösse stärken staatliche Kontrolle, fordern Transparenz bei Jagdstatistiken und setzen auf unabhängige Aufsicht statt Selbstkontrolle der Jägerschaft. Rechtliche Grundlagen im Dossier: Recht, Kontrolle & Alternativen →
- Tierschutzkonforme Zaun- und Weidenetzvorgaben
Zäune und Weidenetze verursachen jährlich zahlreiche Wildtierverletzungen und -tode. Der Vorstoss fordert verbindliche kantonale Standards für Konstruktion, Markierung und Wartung nach Stand der Wissenschaft. - Transparente Jagdstatistik: Abschüsse, Nachsuchen und Fehlabschüsse offenlegen
In der Schweiz werden Fehlabschüsse (angeschossene, nicht erlegte Tiere) systematisch nicht erfasst. Der Vorstoss fordert eine vollständige, kantonal öffentlich zugängliche Jagdstatistik inklusive Nachsuchen und Verlustquoten. - Jagdfreie Zonen und Pilotgebiet nach Genfer Vorbild
Als erster Schritt sollen definierte Gebiete für fünf Jahre jagdfrei gestellt werden, um die ökologischen und sozialen Effekte eines Jagdverzichts wissenschaftlich zu dokumentieren. - Entzug von Umweltprivilegien für Jagdverbände
Jagdverbände, die als Naturschutzorganisationen anerkannt sind, sollen ihre Privilegien nur behalten, wenn sie belegbare Naturschutzbeiträge nachweisen können. - Unabhängige Jagdaufsicht: Externe Kontrolle statt Selbstkontrolle
Die Kontrolle über die korrekte Ausübung der Jagd liegt in den meisten Kantonen bei der Jägerschaft selbst. Der Vorstoss fordert eine vom Kanton finanzierte, von der Jägerschaft unabhängige Aufsichtsstelle. - «Kulturlandschaft» als Begründung für Wildtierabschüsse streichen: Ökologische Sachargumente statt Mythen
Der pauschale Verweis auf den «Schutz der Kulturlandschaft» als Begründung für Abschussbewilligungen soll gestrichen und durch evidenzbasierte, ökologisch begründete Kriterien ersetzt werden.
7. Kantonale Volksinitiativen
Neben parlamentarischen Vorstössen (Motionen, Postulate) stellt die IG Wild beim Wild auch Mustertexte für kantonale Volksinitiativen zur Verfügung. Volksinitiativen ermöglichen es der Bevölkerung, die Abschaffung der Hobby-Jagd direkt an der Urne durchzusetzen – ohne den Umweg über das Parlament. Hintergründe dazu im Dossier: Genf und das Jagdverbot → und im Dossier: Jagdverbot Schweiz →
- Kantonale Volksinitiative – Kanton Basel-Stadt
Die Ausübung der Jagd durch private Personen (Milizjagd, Hobby-Jagd) ist auf dem gesamten Gebiet des Kantons Basel-Stadt untersagt. Mustertext für eine kantonale Volksinitiative zur vollständigen Abschaffung der Hobby-Jagd nach dem Vorbild des Kantons Genf. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Basel-Landschaft
Die Ausübung der Jagd durch private Personen (Revierjagd, Hobby-Jagd) ist auf dem gesamten Gebiet des Kantons Basel-Landschaft untersagt. Mustertext für eine kantonale Volksinitiative zur Abschaffung der Revierjagd, mit Entschädigungsklausel für Gemeinden und professionellem Wildtiermanagement nach dem Genfer Modell. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Schaffhausen
Mit 298 km² fast identisch mit Genf (282 km²), nur 1’000 Unterschriften nötig und dem einzigen Stimmzwang der Schweiz bietet Schaffhausen ideale Voraussetzungen. Mustertext für eine kantonale Volksinitiative zur Abschaffung der Revierjagd nach dem Genfer Modell. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Zug
Erster Patentjagd-Kanton mit Mustertext: Mit 239 km² kleiner als Genf, nur 230 Hobby-Jäger auf rund 135’000 Einwohner und als wohlhabendster Kanton der Schweiz ohne Kostenargument. Professioneller Wildtierschutz statt «laute Jagd» mit Laufhunden. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Appenzell Ausserrhoden
Die tiefste Unterschriftenhürde der Schweiz: Nur 300 Unterschriften nötig. Mit 243 km² kleiner als Genf, Patentjagd-Kanton, ländliche Kampagnenstrategie mit Landwirtschaftsargument. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Neuenburg
Als Nachbarkanton Genfs hat Neuenburg den direktesten Zugang zum bewährten Genfer Modell. Wolfspolitik im Jura als aktueller Anlass, Dandliker als Kampagnenpartner, 4’500 Unterschriften in 6 Monaten. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Jura
Zweiter Romandie-Kanton: Jüngster Kanton der Schweiz mit progressiver Tradition, wichtigstes Luchsgebiet, Wolfspolitik im Jura als akuter Anlass. 2’000 Unterschriften, Patentjagd, Dandliker als Kampagnenpartner. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Solothurn
Revierjagd-Kanton am Jura-Südfuss: Luchs, Biber und Wolf machen professionellen Wildtierschutz zur konkreten Notwendigkeit. 3’000 Unterschriften, 18 Monate, Gemeindeentschädigung, 1.10 bis 2.20 Franken pro Einwohner. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Aargau
Grösster Mittellandkanton mit den günstigsten Pro-Kopf-Kosten der Serie: unter einem Franken pro Person und Jahr. 3’000 Unterschriften, 200 Jagdreviere, Revierjagd, wichtigster Biber-Kanton der Schweiz. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Thurgau
Bodensee-Kanton: Die Abschaffung der Hobby-Jagd am Genfersee hat die Wasservögel von einigen hundert auf 30’000 vervielfacht. Das gleiche Potenzial hat der Bodensee. 4’000 Unterschriften, 6 Monate Sammelfrist, Revierjagd. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Luzern
Grösster Revierjagd-Kanton der Zentralschweiz: UNESCO-Biosphärenreservat Entlebuch, Wolf am Pilatus, Pro-Kopf-Kosten unter Genfer Niveau. 4’000 Unterschriften, Revierjagd. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Zürich
Neuer Anlauf nach 2018: Positiver Titel, transparente Kostenrechnung (0.25 bis 0.45 Franken pro Einwohner), Artenschutz-Paragraph, Gemeindeentschädigung. Niedrigste Pro-Kopf-Kosten aller Kantone. 6’000 Unterschriften, 6 Monate, Revierjagd. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Bern
Grösster Patentjagd-Kanton der Schweiz, zweisprachig, Bundeshauptstadt-Effekt. Wolfspolitik im Oberland als Mobilisierungsthema. 15’000 Unterschriften, 6 Monate, Pro-Kopf-Kosten unter Genfer Niveau. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Freiburg
Zweisprachiger Brückenkanton zwischen Romandie und Deutschschweiz. Nachbar von Genf, moderne Verfassung (2004), Freiburger Voralpen als Wildtiergebiet. 6’000 Unterschriften, Patentjagd. - Kantonale Volksinitiative – Kanton St. Gallen
Grösster Ostschweizer Kanton: Alpstein, Wolfspolitik im Sarganserland, Bodensee als Wasservogelgebiet. 4’000 Unterschriften, Revierjagd, Pro-Kopf-Kosten unter Genfer Niveau. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Schwyz
Innerschweiz-Testfall: Ausserschwyz als urbane Basis, Wolf im Muotathal, moderne Verfassung (2010). 2’000 Unterschriften, Patentjagd. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Uri
Gotthardkanton: Wolfspolitik als Mobilisierungsthema, höchste Steinbockdichte der Zentralschweiz. 600 Unterschriften (zweitniedrigste Hürde), Patentjagd. In absoluten Zahlen unter Genfer Budget. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Obwalden
Pilatus-Kanton: Wolf als Mobilisierungsthema, 500 Unterschriften, Patentjagd. In absoluten Zahlen unter Genfer Budget. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Nidwalden
Fast gleich gross wie Genf (276 vs. 282 km²): Der direkte Flächenvergleich ist kommunikativ stark. 250 Unterschriften, Patentjagd. In absoluten Zahlen ein Bruchteil des Genfer Budgets. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Waadt
Strategisch wichtigster Romandie-Kanton: Direkter Nachbar von Genf, grösster Romandie-Kanton, kontroverse Wolfsabschüsse als Mobilisierungsanlass. 12’000 Unterschriften, Patentjagd, Pro-Kopf-Kosten unter Genfer Niveau. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Wallis
Epizentrum der Wolfspolitik: Politisch schwierigster Kanton, aber grösste mediale Wirkung. Zweisprachig, Nachbar von Genf. 4’000 Unterschriften, Patentjagd, grösster Alpenkanton. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Graubünden
Grösster Kanton der Schweiz: Schweizerischer Nationalpark beweist seit 100 Jahren natürliche Regulierung. Dreisprachig, stärkste Jagdtradition, Wolfspolitik. 4’000 Unterschriften, Patentjagd. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Tessin
Einziger italienischsprachiger Kanton: Öffnet die dritte Sprachregion für die Bewegung. Wolf im Sopraceneri, urbane Basis im Sottoceneri. 7’000 Unterschriften, Patentjagd. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Glarus
Landsgemeinde-Kanton: Keine Unterschriftensammlung nötig, Memorialsantrag genügt. Offene Abstimmung, Wolf im Glarnerland, Steinbock am Tödi. Patentjagd. - Kantonale Volksinitiative – Kanton Appenzell Innerrhoden
Kleinster Kanton der Schweiz, Landsgemeinde-Kanton: Keine Unterschriftensammlung nötig. Kleiner als Genf (173 vs. 282 km²), Alpstein als Wildtiergebiet. In absoluten Zahlen die niedrigsten Kosten aller Kantone.
8. Eidgenössische Volksinitiative «Für professionellen Wildtierschutz»
Neben kantonalen Vorlagen steht neu auch ein Muster für eine eidgenössische Volksinitiative zur Verfügung. Sie überträgt das Genfer Modell des professionellen Wildtiermanagements auf die ganze Schweiz, verankert ein Verbot der Hobby-Jagd in der Bundesverfassung und stärkt den Schutz bedrohter Arten wie Wolf, Luchs, Bär und Biber.
Der Initiativtext liegt als ausgearbeiteter Verfassungsentwurf (Art. 79a/79b BV) vor und kann von Parteien, Organisationen und Privatpersonen übernommen und politisch weiterentwickelt werden. Die vollständige Vorlage mit Erläuterungen, Kostenabschätzung und Strategiememo ist hier abrufbar: Eidgenössische Volksinitiative «Für professionellen Wildtierschutz»
Unterstützung & Kontakt
Die IG Wild beim Wild steht Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern für die kantonsspezifische Anpassung aller Mustertexte kostenlos und unverbindlich zur Verfügung.
Die Sammlung wird laufend erweitert. Zuletzt aktualisiert: März 2026.
