Gesundheit & Medizin

Problem Koch im Spital Emmental

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Das Spital Emmental biete eine qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung in der Region Emmental an.

„Unsere Qualität äussert sich in der Sorgfalt der täglichen Arbeit, im systematischen Lernen und im Anspruch an das Unternehmen sich ständig zu verbessern. Um die Nachhaltigkeit der Qualität, Sicherheit und Effizienz unserer Leistungen sicherzustellen, setzen wir gesetzliche Vorgaben um. Wir führen zusätzlich Zertifizierungen durch – sowohl unternehmensweit wie auch in den einzelnen Bereichen – und vergleichen uns im Benchmark mit anderen Anbietern aus dem Gesundheitswesen“, schreibt das Spital Emmental auf seiner Webseite.

Tibor Rakoczy, Leiter des Restaurants im Spital und selber Hobby-Jäger, nutzt dabei die Gelegenheit, um lernenden Köchen anhand eines selbst erlegten Rehs die Notwendigkeit und Zusammenhänge der Hobby-Jagd zu erklären.

Lernenden wurde auch gezeigt, wie ein Rehwild „aus der Decke geschlagen“ wird bzw. wie man es häutet und in die einzelnen Teile zerlegt. Das Aas wurde im Anschluss zu Ragout, Schnitzel und Geschnetzeltem weiterverarbeitet und den Patienten untergejubelt.

Tibor Rakoczy macht Werbung für etwas, dass bei einer genauen Analyse nicht dem gesunden Menschenverstand entspricht. Viele wissen gar nicht, dass mehrere Behörden vor Wildfleisch warnen. Verarbeitetes Wildfleisch sei wie Zigaretten, Asbest oder Arsen krebserregend, erklärt zum Beispiel die WHO.

IG Wild beim Wild

Erlegtes Wild ist grundsätzlich Aas und daher eigentlich gar nicht für den Verkauf sowie Konsum für Menschen statthaft, schon gar nicht in einem Spital.

So bestehe durch Wildfleisch eine erhöhte Gefahr an Toxoplasmose, Trichinellose, Sarkosporidiose, Zystizerkose, Taeniose, Echinokokkose oder an larvale Alariose zu erkranken, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Bei Wildliebhabern, wie zum Beispiel Hobby-Jägern und ihren Familien zeigen Studien aus der Schweiz, dass in diesen Haushalten bis zu 90 Portionen Wildfleisch im Jahr verzehrt werden. Als bedenklich stuft das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit die Situation von Hobby-Jägern und Familien ein, die ein oder mehrmals pro Woche Wildfleisch essen. Da es nicht auszuschliessen ist, dass ein Tier mit Bleimunition erlegt wurde, sollten Kinder bis zum siebten Lebensjahr, Schwangere, Stillende und Frauen mit Kinderwunsch möglichst kein Wildfleisch essen, laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit.

Fälle von Hepatitis E nehmen laut dem Universitätsklinikum Bonn rasend zu. Eine Möglichkeit sich anzustecken, ist der Verzehr von rohem oder nicht durchgegartem Wildfleisch. „Da diese Infektion in der Regel harmlos verläuft, wird das gesundheitliche Risiko durch das Hepatitis E-Virus (HEV) bislang unterschätzt“, warnt Gastro­enterologe Prof. Christian Strassburg vom Universitätsklinikum Bonn. Denn bei Menschen mit einem stark geschwächten Immunsystem kann die Leberentzündung einen chronischen Verlauf bis hin zu einer Zirrhose nehmen. Bei Schwangeren besteht die Gefahr eines akuten, lebensgefährlichen Leberversagens. In beiden Fällen hilft oft nur noch eine Lebertransplantation.

Wildfleisch ist zudem weniger lang haltbar, als Fleisch von geschlachteten Nutztieren. Mehrere Faktoren verursachen den schnelleren Verderb: das fehlende Ausbluten, der verzögerte Eintritt in die Kühlkette und ungünstige hygienische Bedingungen.

Nur, weil der Mensch alles essen bzw. fressen kann, heisst dies nicht, dass er ein Mülleimer ist, der alles in sich aufnehmen soll. Das Essen des Homo sapiens ist laut Studien seit je hauptsächlich pflanzlich geprägt. Fleisch wurde eher nur in Notzeiten zum Überleben verarbeitet. Der Fleischanteil unserer Vorfahren war bei rund 5 %. Darauf deuten viele anatomische und physiologische Merkmale im heutigen Menschen hin.

Das Wort Aas bezeichnet ursprünglich auch den toten Körper eines Tieres, dass nicht durch rituelle Schlachtung getötet wurde. Nach dem Tod beginnt unmittelbar in verschiedenen Stufen der Verwesungsprozess.

So oder so, Kadaver, Tierleichen, Luder bzw. Aas ist in erster Linie Nahrung für bestimmte Tierarten, die genetisch und anatomisch dafür gebaut sind und nicht für Patienten in einem Spital, die genesen möchten.

Für die IG Wild beim Wild ist Tierschutz immer auch Menschenschutz.

Mehrwert:

Interessen-Gemeinschaft Wild beim Wild

Die IG Wild beim Wild ist eine gemeinnützige Interessen-Gemeinschaft, die sich für die nachhaltige und gewaltfreie Verbesserung der Mensch-Tier-Beziehung einsetzt, wobei die IG sich auch auf die rechtlichen Aspekte des Wildtierschutzes spezialisiert hat. Eines unser Hauptanliegen ist, in der Kulturlandschaft ein zeitgemässes und seriöses Wildtiermanagement nach dem Vorbild vom Kanton Genf einzuführen – ohne Hobby-Jäger aber mit integren Wildhütern, die den Namen auch verdienen und gemäss einem Ehrenkodex handeln. Das Gewaltmonopol gehört in die Hände des Staates. Die IG unterstützt wissenschaftliche Methoden der Immunokontrazeption für Wildtiere.