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Psychologie & Jagd

Der Jagdschein: Spiegel psychischer Gesundheit?

Im deutschsprachigen Raum hat sich im Laufe der Zeit eine interessante umgangssprachliche Bedeutung des Begriffs 'Jagdschein' entwickelt.

Redaktion Wild beim Wild — 31. Juli 2025

Unter dem Begriff Jagdschein, in Österreich als Jagdkarte und in der Schweiz als Jagdpatent bekannt sowie an anderen Orten als Jagdlizenz bezeichnet, versteht man offizielle Dokumente, die es dem Besitzer gestatten, die Hobby-Jagd auszuüben.

Während der Jagdschein offiziell ein Dokument ist, das es einer Person erlaubt, Wildtiere zu jagen, wird er in bestimmten Kontexten auch als Metapher für Personen verwendet, die aufgrund von psychischen Erkrankungen oder Unzurechnungsfähigkeit als «nicht voll zurechnungsfähig» gelten.

Die umgangssprachliche Verwendung des Begriffs Jagdschein als Synonym für Unzurechnungsfähigkeit bringt eine Vielzahl kultureller, gesellschaftlicher und psychologischer Aspekte mit sich.

Tarzisius Caviezel, Jagdpräsident im Kanton Graubünden, bezeichnet die Jagd als Krankheit, von der er nicht geheilt werden kann. Er argumentiert, die Jagd sei ein Hobby. Sein Lieblingszitat ist:

Es wird nie so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd. – Otto von Bismarck (1815–1898).

Der Jagdschein verweist auf die vielfältigen Wahrnehmungen psychischer Gesundheit in der Gesellschaft.

In kontrastiver Weise wird der Begriff ironisch oder metaphorisch verwendet, um Menschen zu kennzeichnen, die sich in gesundheitlich bedenklichen Zuständen befinden, ohne über die nötige Einsicht oder Kontrolle zu verfügen.

In der Ganovensprache nennt man das den kleinen Jagdschein. Schon früher ist der passionierte Hobby-Jäger ohne Jagdschein nachts zum Wildern in den Wald gefahren. Auffällig viele Hobby-Jäger sind auch an Tötungsdelikten wie Massakern an Schulen beteiligt.

An der Stelle, wo Gewalt sich entlädt, werden genauso Schäden verursacht, wie am Punkt, auf den sie gerichtet ist. Und dies denkbar konkret auf neuronaler Ebene. Wissenschaftler haben dies bei Untersuchungen herausgefunden. Auch Neuropsychologen bestätigen: Die Amygdala, ein Kerngebiet im Gehirn, ist bei Gewalttätern auffällig zurückgebildet oder gestört. Ist dieser zentrale Teil des Gehirns defekt, ist unter anderem das Ekelgefühl ausgeschaltet.

Wer den Jagdschein macht, erhält also immer zweierlei: einen Schein fürs Töten und einen Schein fürs Verblöden.

Psychologische Aspekte

Die Verbindung zwischen einem Jagdschein und Unzurechnungsfähigkeit wirft auch Fragen über die Wahrnehmung von psychischen Erkrankungen in der Gesellschaft auf. Humor, der sich auf solche Themen stützt, kann sowohl entstigmatisierend wirken als auch dazu beitragen, dass sich Menschen mit psychischen Belastungen unterstützt fühlen. Jedoch kann diese Ironie auch dazu führen, dass ernste Probleme nicht ausreichend ernst genommen werden.

Psychologen, Psychiater und Psychoanalytiker sprechen im Kontext der Hobby-Jagd und des Jagdfiebers von psychischen Defekten bei den Hobby-Jägern. Hobby-Jäger wollen töten! Viele Hobby-Jäger sind vom Jagdvirus geschädigt.

Gibt es Unterschiede zwischen Hobby-Jägern und Serienkillern? Beide sind krank (Jagdfieber) und haben ein starkes Verlangen nach Macht und Kontrolle. Jagen kann ein erstes Symptom für eine gefährliche Psychopathie sein, die sich nicht allein auf Tiere beschränkt. Viele Studien belegen, dass Gewalttaten an Tieren unser ganzes Augenmerk verlangen!

Sowohl der Serienmörder als auch der Hobby-Jäger meint, an etwas Wichtigem teilzuhaben.

Beim Töten empfinden beide gleich, wie beim Konsum von Drogen. Eine temporäre Erleichterung, Beruhigung geht durch ihren Körper und Geist – bis im Jagdfieber erneut auf die Suche nach einem Opfer gegangen werden muss. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass bei der Jagd auch andere illegale Aktivitäten wie Wilderei, Waffenschmuggel, Kriminalität, Alkoholmissbrauch, usw. praktiziert und Soziopathie gefördert werden.

Ich will damit nicht andeuten, dass die meisten Jäger schwache Menschen sind, aber meiner Erfahrung nach nutzen schwache Menschen oft genug die Möglichkeit, ihren Makel zu kompensieren, indem sie jagen oder mit Waffen und Messern herumspielen. «Die Seele des Mörders» vom FBI – Profiler John Douglas

Einschlägige Jägermagazine sind voll mit Bildern von Hobby-Jägern im Jagdfieber, die eine Waffe in der Hand halten und in einer dominierenden Position über ihren Opfern posieren. Jeder Soldat oder Polizist würde unehrenhaft aus dem Dienst entlassen und in die psychiatrische Klinik eingewiesen, wenn er sich so vor seinem Opfer darstellt, wie das Hobby-Jäger machen. Solche Magazine regen die Fantasie der Hobby-Jäger an, noch mehr und mehr jagen zu wollen, auch in allen Herren Ländern. Derartige Fotografien und Filme brauchen Hobby-Jäger, um sich wichtig zu fühlen.

Auf immer mehr Webseiten ist es verboten, Erlegerbilder jeglicher Art der Hobby-Jäger zu veröffentlichen, da dies gegen die gute Sitte von Moral und Anstand verstösst. 

Die Jagdwaffen führen im Jagdfieber zu Missbrauch in unser aller Sozialleben. Immer wieder kommt es zu Suiziden mit Schusswaffen, Drohungen und tödlichen Tragödien. Es gibt Studien, die zeigen, dass 90 % der Gewaltverbrecher als Tierquäler oder Hobby-Jäger angefangen haben. Jahr für Jahr werden unzählige Menschen durch Hobby-Jäger und Jägerwaffen getötet und verletzt, teilweise so schwer, dass sie im Rollstuhl sitzen oder ihnen Gliedmassen amputiert werden müssen.

Hobby-Jäger wurden sowohl in Europa als auch in den USA schon psychologischen und soziologischen Untersuchungen unterzogen und hinsichtlich verschiedener Aspekte mit Nichtjägern verglichen. Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass Hobby-Jäger keine höhere Naturverbundenheit aufweisen als Nichtjäger, Themen des Tier-, Umwelt- und Naturschutzes eher negativ gegenüberstehen und allgemein eine höhere Tendenz zu aggressiven Verhaltensweisen zeigen – ein typisches Merkmal für Fleischesser. Die jägerische Tier- und Naturliebe erfreut sich nicht am Dasein des geliebten Objekts – vielmehr zielt sie darauf ab, das geliebte Wesen mit Haut und Haar zu besitzen, und gipfelt darin, es durch den Akt des Tötens zur Beute zu machen.

Mehr dazu im Dossier: Psychologie der Jagd

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