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Jagd

Wolfswilderei im Kanton Waadt: Erste Ermittlungen

Zum ersten Mal wurde im Kanton Waadt ein Wolf gewildert.

Redaktion Wild beim Wild — 9. Januar 2024

Die Überreste des erschossenen Tieres wurden am 3. Januar auf dem Gemeindegebiet von Avenches entdeckt.

Der Staatsrat erinnert daran, dass er jeden Akt der Wilderei verurteilt und die Justiz einschaltet.

Der 32 Kilogramm schwere männliche Wolf wurde in einem Wald in der Nähe des Dorfes Oleyres auf dem Gemeindegebiet von Avenches in der waadtländischen Broye gefunden. «Dies ist der erste bekannte Fall von Wolfswilderei im Kanton», sagte Denis Rychner, Sprecher der Generaldirektion für Umwelt (DGE). «Dies war bereits beim Luchs vorgekommen, aber nicht beim Wolf», fügte er hinzu.

Das Tier wurde von der Wildtier- und Naturpolizei der DGE übernommen und an das nationale Kompetenzzentrum für Wildtierkrankheiten der Universität Bern (FIWI) überstellt. Laut der Autopsie wurde der Wolf etwa eine Woche vor dem Auffinden seiner Überreste mit einer Schusswaffe getötet, so der Kanton.

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine Verdächtigen

«Es gibt derzeit keine Verdächtigen», sagte Rychner. «Wir hoffen natürlich, dass es uns gelingt, den Täter oder die Täterin dieser Wilderei zu finden.» Eine Strafanzeige werde bei der Staatsanwaltschaft eingereicht, die eine Untersuchung einleiten werde, um die Umstände dieses Wildereifalls zu ermitteln, betonte er.

Die Identifizierung des Tieres anhand seiner DNA ist derzeit im Laboratoire de biologie de la conservation (LBC) des Departements für Ökologie und Evolution der Universität Lausanne (UNIL) im Gange. Die Ergebnisse werden laut dem Kanton Ende Januar bekannt gegeben.

«Es wird festgestellt werden, ob es sich um einen bereits erfassten Wolf handelt, woher er kommt, zu welchem Rudel er gehört und ob er an Ort und Stelle selbst geschossen wurde», ergänzt der Sprecher der DGE.

Bis zu einem Jahr Gefängnis

Der Staat Waadt verurteilt diese Taten aufs Schärfste und erinnert daran, dass alle ihm zur Kenntnis gebrachten Verdachtsfälle von Wildtierkriminalität bearbeitet und, wenn sie sich als begründet erweisen, an die zuständigen Behörden weitergeleitet werden. Das Bundesgesetz über die Jagd bestraft Wilderei mit Geldstrafen und in schweren Fällen mit bis zu einem Jahr Gefängnis.

Weiterer toter Wolf im Waadtländer Jura

Der Kanton informiert darüber hinaus, dass ein weiterer männlicher Wolf kurz vor den Weihnachtsfeiertagen am 10. Dezember in Longirod im Waadtländer Jura tot aufgefunden wurde. Die vom FIWI durchgeführte Autopsie ergab, dass das Tier infolge eines Zusammenstosses mit einem Auto verendet war. Derzeit werden DNA-Analysen durchgeführt, um das Tier zu identifizieren.

Zur Erinnerung: Im Kanton gibt es drei Rudel im Waadtländer Jura. Insgesamt wurden bis heute sechs Wölfe durch Regulierungsabschüsse getötet. Im Rahmen der von Bern seit dem 1. Dezember genehmigten Präventivabschüsse zielt der Staatsrat auf ein einziges Tier ab, nämlich auf den Chef des Rudels am Mont-Tendre.

Dossier: Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Jagd

Mitmach-Aktion: Fordert bei Eurer Gemeinde aufgrund der katastrophalen Politik von Bundesrat Albert Rösti (SVP) ein Erlassgesuch für die Bundes- und Kantonssteuern aufgrund des neulich bewilligten Abschusses von Wölfen in der Schweiz. Den Musterbrief könnt ihr hier downloaden: https://wildbeimwild.com/ein-appell-fuer-eine-veraenderung-in-der-schweiz/

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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