BAFU lehnt Wolfsabschuss in Graubünden ab
Das BAFU lehnt das Gesuch des Kantons Graubünden zum Abschuss von zwei Jungwölfen aus dem Stagias-Rudel ab. Herdenschutz war ungenügend.
Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat das Gesuch des Kantons Graubünden um eine Abschussbewilligung von zwei Jungwölfen aus dem Stagias-Rudel abgelehnt.
Kriterien für Eingriff nicht erfüllt
Am 3. September 2021 hat der Kanton Graubünden beim BAFU ein Gesuch eingereicht für eine Regulierung des Stagias-Rudels. Die Prüfung der eingereichten Dokumente durch das BAFU hat ergeben, dass die Kriterien für einen Eingriff in das Rudel nicht erfüllt sind: Die Schäden in geschützten Nutztierherden liegen unter der Schwelle von zehn gerissenen Tieren, die für einen Eingriff nötig sind. Grund dafür ist, dass nicht alle der vom Kanton angegebenen gerissenen Nutztiere geschützt waren. Das BAFU hat deshalb das Gesuch auf der Basis des Jagdgesetzes und der per Mitte Juli 2021 revidierten Jagdverordnung abgelehnt.
Tendenziöse Kommunikation und bundesrechtswidrige Abschüsse
Der Kanton Graubünden führt in seiner Verfügung zur Regulierung des Beverin-Rudels «unprovoziert aggressives Verhalten» von Wölfen gegenüber Menschen an, und zwar weil ein Wolf eine Hirtin angeknurrt habe. Das BAFU weist diese Darstellung klar zurück und weist darauf hin, dass lediglich der Hütehund der Hirtin angeknurrt wurde. Zwischen dem, was medial kommuniziert wurde, und dem, was in den behördlichen Unterlagen festgehalten wird, bestehen somit grosse Unterschiede.
Zusätzlich zu dieser tendenziösen Kommunikation wird zudem versucht, Wolfsabschüsse in bundesrechtswidriger Art und Weise umzusetzen. Dazu ersuchte der Kanton, die Abschüsse auch innerhalb des eidgenössischen Jagdbanngebietes vorzunehmen, was vom BAFU ebenfalls abgelehnt wurde, schreibt die Gruppe Wolf Schweiz.
Insbesondere bei der Hobby-Jagd, den Jagdverwaltungen und der Hobby-Jägerschaft ist es überaus elementar, dass man ganz genau hinschaut. Nirgendwo wird so viel mit Unwahrheiten und Fake-News manipuliert.
Dossier: Wolf in der Schweiz: Fakten, Politik und die Grenzen der Jagd
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