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Jagd

Posttraumatische Belastungsstörungen bei Wildtieren

Viele Lebewesen zeigen nach einem traumatischen Erlebnis dauerhafte Veränderungen in Verhalten und Physiologie

Redaktion Wild beim Wild — 23. August 2021

Wenn die Hasenpopulationen zunehmen, steigen auch die Bestände der Beutegreifer.

Chronischer Stress durch Verfolgung

Die Hasenbestände gehen nicht nur deshalb zurück, weil Beutegreifer oder die Hobby-Jägerschaft zu viele von ihnen entnehmen. Der chronische Stress durch das Leben inmitten von Angreifern führt dazu, dass Hasenmütter weniger Nahrung zu sich nehmen und weniger Junge zur Welt bringen. Das Trauma der wiederholten Verfolgung löst dauerhafte Veränderungen in der Gehirnchemie aus, die denen ähneln, die man bei traumatisierten Menschen beobachtet.

Als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Kot von lebend gefangenen Hasen untersuchten, stellten sie fest, dass die Konzentration des Stresshormons Cortisol bei Hasenmüttern mit der Beutegreifer-Dichte schwankte.

PTBS bei Wildtieren
Die Neurogenese ist entscheidend für die Fähigkeit eines Tieres, nach einem Schreck zu vergessen und weiterzuleben. (Quelle: Zanette und Clinchy / Knowable Magazine)

Nachhaltige Auswirkungen von Traumata

Die Forschung zeigt, dass Angst das Verhalten und die Physiologie von Wildtieren – von Fischen bis hin zu Elefanten – langfristig verändern kann. «Angst ist eine Reaktion, die alle Tiere einsetzen, um nicht von Beutegreifern getötet zu werden. Sie ist von grossem Nutzen, denn sie hält sie am Leben. Aber sie hat auch ihren Preis», sagt Zanette.

Traumatisierte Elefanten

Einige der dramatischsten Auswirkungen von Traumata bei Wildtieren wurden bei Afrikanischen Elefanten beobachtet. Heute haben viele überlebende Elefanten miterlebt, wie ihre Mütter und Tanten vor ihren Augen abgeschlachtet wurden. Eine Kombination aus frühem Trauma und dem Fehlen stabiler Familien hat dazu geführt, dass verwaiste Elefanten Amok laufen, wenn sie in die Pubertät kommen.

«Es gibt interessante Parallelen zwischen Menschen und Elefanten. Und bei Elefanten, die ein Trauma erlebt haben, stellen wir eine radikale Veränderung in ihrer Entwicklung und ihrem Verhalten fest, wenn sie erwachsen werden», so Shannon.

Die Amygdala erzeugt emotionale Erinnerungen. Menschen oder andere Tiere mit geschädigten Amygdalas können sich nicht an das Gefühl der Angst erinnern und können daher Gefahren nicht vermeiden. Wenn die Neurogenese gehemmt ist, bleibt die Erinnerung an das Trauma im Gedächtnis haften.

Originalartikel: Do Wild Animals Get PTSD?

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