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Jagd

Hobby-Jäger veranstalten Wildabend im Pflegeheim

Am 4. Oktober findet um 18.30 Uhr in Pflegeheim Gartenhof ein Wildabend mit den Jagdhornbläsern Hubertus St.Gallen, statt. Die IG Wild beim Wild kritisiert die Veranstaltung und die Verantwortlichen scharf.

Redaktion Wild beim Wild — 16. September 2024

Der Lebensraum Gartenhof ist als grosszügige Wohnanlage für Senioren gebaut.

Die Anlage liegt direkt am Bodensee, im Dorf Steinach. Es wird Wohnen in Begleitung angeboten, Wohnen mit Pflege und mit Demenz.

Regelmässig finden auch ökumenische Andachten, evangelische und katholische Gottesdienste im Gartenhof statt.

Am 4. Oktober findet um 18.30 Uhr im Pflegeheim Gartenhof Steinach ein Wildabend mit den Jagdhornbläsern Hubertus St.Gallen, statt. Die IG Wild beim Wild kritisiert die Veranstaltung und die Verantwortlichen scharf.

Der Lebensraum Gartenhof macht Werbung für etwas, dass bei einer genauen Analyse nicht dem gesunden Menschenverstand entspricht. Viele wissen gar nicht, dass mehrere Behörden vor Wildfleisch warnen. Verarbeitetes Wildfleisch sei wie Zigaretten, Asbest oder Arsen krebserregend, erklärt zum Beispiel die WHO.

Achtung Sektengefahr!

Das Wort Sekte (von lateinisch secta ‚Partei‘, ‚Lehre‘, ‚Schulrichtung‘) wird unter anderem so definiert: Eine kleine Gemeinschaft wie Hobby-Jäger, oft mit einem hierarchischen Aufbau, deren Ansichten meist sehr radikal und abwegig sind sowie den ethischen Grundwerten der Gesellschaft widersprechen.

Letzteres ist zum Beispiel bei der Waidgerechtigkeit der Hobby-Jäger erkenntlich, welche diametral den Tierschutzgesetzen in vielen Ländern widerspricht, oder bei den verbotenen Gewaltdarstellungen gequälter Wildtiere in den Medien. Auch verbieten die ethischen Grundwerte unserer Gesellschaft, dass Tiere gequält oder erschossen oder dafür angeboten werden.

Hobby-Jäger manipulieren, drangsalieren und terrorisieren.

Eine dunkle Sekte, die den Kult des Todes hegt und pflegt. Im Wald blutige Rituale praktiziert und Kriegsmusik bläst. Terrorzellen, die ganze Landstriche mit Schiesstürme verschandeln. Die Natur und Tiere mit Schwermetallen der Munition verseucht. Eine eigene leben verachtende Sprache spricht und Tiere quält.

Wildbret ist Aas

Fleisch ist ein hochsensibler Füllstoff für Hobby-Jäger, der eigentlich durchgehend Kühlung benötigt. Ist das nicht gewährleistet, wird das Fleisch sehr schnell von Keimen und Fäulnisbakterien heimgesucht, die der Gesundheit alles andere als zuträglich sind.

Wie es um den Zustand von Wildfleisch aussieht, ist vielen Menschen gar nicht bewusst.

Schon 8 Minuten nach Eintritt des Wildtier-Todes beginnt das Blut in den Adern zu gerinnen. Im Grunde genommen hat man es also schon nach noch nicht einmal 10 Minuten mit etwas zu tun, was unter Aas bekannt ist.

Erlegtes Wild ist grundsätzlich Aas und daher eigentlich gar nicht für den Verkauf sowie Konsum für normale Menschen statthaft.

Was sagen die Behörden zu Wildfleisch?

Bei Wildliebhabern, wie zum Beispiel Jägern und ihren Familien, zeigen Studien aus der Schweiz, dass in diesen Haushalten bis zu 90 Portionen Wildfleisch im Jahr verzehrt werden. Als bedenklich stuft das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit die Situation von Jägern und Familien ein, die ein oder mehrmals pro Woche Wildfleisch essen.

Während Kupfer und Zink essenziell für den Menschen sind, gilt Blei als hochgiftig. Behörden empfehlen deshalb seit Jahren Kindern, Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch auf den Verzehr von Fleisch, mit Bleimunition erlegtem Wild zu verzichten.

Fälle von Hepatitis E nehmen laut dem Universitätsklinikum Bonn rasend zu. Eine Möglichkeit, sich anzustecken, ist der Verzehr von rohem oder nicht durchgegartem Wildfleisch. „Da diese Infektion in der Regel harmlos verläuft, wird das gesundheitliche Risiko durch das Hepatitis E-Virus (HEV) bislang unterschätzt“, warnt Gastro­enterologe Prof. Christian Strassburg vom Universitätsklinikum Bonn. Denn bei Menschen mit einem stark geschwächten Immunsystem kann die Leberentzündung einen chronischen Verlauf bis hin zu einer Zirrhose nehmen. Bei Schwangeren besteht die Gefahr eines akuten, lebensgefährlichen Leberversagens. In beiden Fällen hilft oft nur noch eine Lebertransplantation.

Krankheiten

So bestehe durch Wildfleisch eine erhöhte Gefahr, an Toxoplasmose, Trichinellose, Sarkosporidiose, Zystizerkose, Taeniose, Echinokokkose oder an larvale Alariose zu erkranken, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung.

Wildfleisch ist zudem weniger lang haltbar, als Fleisch von geschlachteten Nutztieren. Mehrere Faktoren verursachen den schnelleren Verderb: das fehlende Ausbluten, der verzögerte Eintritt in die Kühlkette und ungünstige hygienische Bedingungen.

Rohes oder mangelhaft gegartes Wildfleisch kann mit Krankheitserregern wie Trichinellen, Salmonellen, E.-coli, Hepatitis E-Viren usw. belastet sein. Deshalb sind beim Umgang mit Wildfleisch wie Reh oder Wildschein besondere hygienische Sorgfalt geboten.

Fleisch passt genetisch und anatomisch nicht zum Mensch

Nur, weil der Mensch alles essen bzw. fressen kann, heisst dies nicht, dass er ein Mülleimer ist, der alles in sich aufnehmen soll. Das Essen des Homo sapiens ist laut Studien seit je hauptsächlich pflanzlich geprägt. Fleisch wurde eher nur in Notzeiten zum Überleben verarbeitet. Der Fleischanteil unserer Vorfahren war bei rund 5 %. Darauf deuten viele anatomische und physiologische Merkmale im heutigen Menschen hin.

Dazu gehört der Schluckmechanismus des Menschen: Tierische Fleischfresser können ihre Nahrung in grossen Brocken hinunterschlingen, die Verdauung beginnt erst im Magen. Für Pflanzenfresser gilt dagegen: Sie müssen gut kauen, damit sie ihre Kost verwerten können. Der menschliche Speichel enthält ein Enzym, das den Abbau von Stärke schon beim Kauen ermöglicht.

Echte Fleischfresser verspeisen ihr Fleisch somit roh, Menschen bevorzugen dagegen gekochtes oder gebratenes Fleisch. Durch die Erhitzung werden jedoch die natürlichen verdauungsfördernden Enzyme wiederum im Fleisch zerstört. Die Bauchspeicheldrüse muss daher mehr eigene Enzyme produzieren, wodurch sie allmählich überstrapaziert und geschwächt wird. Dann ist es nicht mehr weit bis zum Ausbruch einer Krankheit.

Hobby-Jäger ziehen unter Vorwänden tierliebende Menschen in ihren Bann und schrecken auch nicht davor zurück, in Pflegeheimen ihre Unkultur zu verbreiten.

Ein Pflegeheim sollte immer eine qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung anbieten und nicht Aas den Heimbewohnern unterjubeln.

Für die IG Wild beim Wild ist Tierschutz immer auch Menschenschutz.

Mehrwert:

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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