5. April 2026, 09:03

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Jagd

Finger weg von Wildtieren im Urlaub

Ein Tiger-Selfie, Elefantenreiten– und baden oder Schwimmen mit Delfinen: VIER PFOTEN warnt vor diesen und anderen vermeintlichen Attraktionen in den Ferien, die in Wahrheit Tierquälerei sind.

Redaktion Wild beim Wild — 7. Juli 2025

In den rumänischen Karpaten tötete eine Bärin Anfang Juli 2025, die ihre Jungen bei sich hatte, einen italienischen Motorradtouristen (48).

Kurz bevor sie ihn angriff, fütterte und filmte er sie und stellte die Videos auf Facebook.

Oder um unnatürliche Kunststücke aufzuführen oder mit Besuchenden zu interagieren, werden Wildtiere unter grausamen Bedingungen gehalten und sogar psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt.

Mit der Tierschutz & Tourismus-Kampagne klärt die globale Tierschutzorganisation über die Grundsätze von tierfreundlichen Reisen auf und gibt Tipps, damit der Tierschutz im Urlaub nicht auf der Strecke bleibt.

Tierische Attraktionen sollte man immer kritisch sehen. Was für Touristinnen und Touristen eine lustige Ferienerinnerung sein mag, bedeutet für Tiere oft ein Leben voller Qual. Wir rufen Reisende dringend dazu auf, alle Aktivitäten zu meiden, bei denen Wildtiere gefüttert oder gestreichelt werden können – dasselbe gilt für Selfie- und Reitangebote. Im besten Fall sollten Tiere nur aus der Ferne in ihrem natürlichen Lebensraum oder in echten Schutzzentren beobachtet werden, erklärt Sarah Bartels, Campaignerin bei VIER PFOTEN Schweiz.

Tiere, die für Touristenattraktionen ausgebeutet werden, erleiden oft ein trauriges Schicksal. «Diese Begegnungen sind völlig unnatürlich. Selbst wenn man ihnen die Schmerzen nicht ansieht, sind diese Tiere enormem Stress ausgesetzt. Um sie gefügig zu machen, wird der Wille der Elefanten brutal gebrochen. Löwenjungen werden ihren Müttern entrissen. Sobald sie dann zu gross für Selfies sind, werden sie zu lebendigen Zielscheiben für die Gatterjagd. Pferde und Esel, die Touristinnen und Touristen tragen müssen, leiden oft stundenlang in unerträglicher Hitze, ohne Schatten, Pausen oder genügend Wasser», sagt Bartels.

Anhand der folgenden Tipps von VIER PFOTEN können Reisende Tiere im Urlaub schützen und sie auf eine tierfreundliche Art erleben:

1. Beobachten Sie Tiere in freier Wildbahn: Wildtiere lassen sich am besten in ihrem natürlichen Lebensraum aus einer sicheren und respektvollen Entfernung beobachten. Boykottieren Sie Tourveranstaltende, die auch grausame Trophäenjagden anbieten.

2. Nur anschauen, nicht anfassen: Selbst wenn es gut gemeint ist – das Halten oder Streicheln von wilden Tieren ist niemals tierfreundlich, ganz im Gegenteil.

3. Füttern verboten: Wenn Sie wilde Tiere füttern, verlieren diese die natürliche Scheu vor dem Menschen sowie die Fähigkeit, selbstständig Nahrung zu finden. Es lehrt die Tiere zudem auch, dem Menschen zu nahezukommen. Dies kann zu Konflikten führen und zu einer Gefahr für die lokale Bevölkerung werden.

4. Keine Selfies mit Tieren: Unterstützen Sie keine Anbietenden, die mit Tierfotos Geld machen. Ein perfektes Foto für Sie bedeutet für die Tiere lebenslanges Leid. Tiger oder Löwen werden oft mit Medikamenten ruhig gestellt, um mit Touristinnen und Touristen zu posieren, und verbringen ihr Leben in grausamer Gefangenschaft.

5. Unterstützen Sie nur echte Schutzzentren: Informieren Sie sich vor Ihrem Besuch im Internet. In echten Schutzzentren steht das Tierwohl an erster Stelle. Direkte Interaktionen zwischen Tieren und Besuchenden sind daher tabu. Sobald die Einrichtung Selfie-, Streichel- und Füttermöglichkeiten oder Tiershows anbietet, oder in Zucht und Wildtierhandel involviert ist, sollten alle Alarmglocken schrillen.

6. Verzichten Sie aufs Reiten: Vermeiden Sie Aktivitäten wie Elefanten-, Kamel-, Esel- und Pferdereiten. Die Tiere müssen oft ein hartes Training ertragen und leiden unter miserablen Haltungsbedingungen mit wenig Futter, Wasser und Ruhezeiten.

7. Meiden Sie Tiershows: Aufführungen mit Wildtieren, z. B. in Zirkussen oder Meeresparks, sind Tierquälerei. Die Haltungsbedingungen sind völlig unzureichend, worunter die Tiere furchtbar leiden.

8. Finger weg von dubiosen Souvenirs: Kaufen Sie keinen Modeschmuck oder andere Andenken, die tierische Produkte enthalten (wie zum Beispiel Leder exotischer Tiere, Schildkrötenpanzer, Elfenbein, Korallen, Pelz usw.). Der Kauf solcher Produkte fördert die Wilderei von Tieren in der Natur und das Aussterben bedrohter Arten. Wenn das Tier unter Schutz steht, drohen sogar hohe Geld- bis hin zu Gefängnisstrafen.

9. Kulinarische No-Gos: Meiden Sie Restaurants und Strassenstände, die Hunde-, Katzen-, Busch- oder Fleisch von gefährdeten Arten, wie zum Beispiel Haifischflossen, anbieten. Um auf Ihrem Teller zu landen, erleiden diese Tiere zuvor Qualen. Der Konsum von gefährdeten Arten fördert zudem die Wilderei und torpediert jegliche Bemühungen, die Wildtiere zu schützen.

10. Abstand halten: Streuner und Wildtiere können Angst vor Menschen haben und greifen an, um sich zu verteidigen, wenn man ihnen zu nahekommt. Halten Sie daher zu Ihrer eigenen Sicherheit Abstand, um das Risiko von Tollwut und der Übertragung von anderen Krankheiten zu vermeiden.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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