Friedhof Hörnli: Rehe umgesiedelt und abgeschossen
Während der Einfangaktionen bleibt der Friedhof jeweils für die Öffentlichkeit geschlossen.
Anfang 2023 hat die Fondation Franz Weber im Auftrag des Kantons 21 Rehe vom Friedhof am Hörnli in den Kanton Jura umgesiedelt.
Nun folgen zwischen Ende Januar und Mitte März weitere Einfangaktionen, laut einer Medienmitteilung von Basel-Stadt.
Kanton Jura: Zwei Monate Hobby-Jagd auf Rehe
Im Kanton Jura und Neuenburg dauert die Hobby-Jagd auf Rehe ganze 2 Monate (Oktober und November), während sie in anderen Kantonen (z.B. Wallis oder Graubünden) ebenfalls mit Patentjagd nur 2 Wochen im September dauert. Im Kanton Waadt sind es 4 Wochen im Oktober. Es ist reine Tierquälerei, Rehe während 2 Monaten so kurz vor dem Winter durch Hobby-Jäger zu terrorisieren. Während dieser Zeit brauchen Rehe Ruhe, um sich für den Winter vorbereiten und in Ruhe äsen zu können. Der Kanton Jura ist also alles andere als ideal und schon gar nicht tierfreundlich!
Die letztjährigen Rehe wurden rund um die Kantonshauptstadt Delsberg umgesiedelt und laut örtlichen Hobby-Jägern bereits in der ersten Jagdsaison abgeschossen.
Der Kanton Jura jedoch schreibt am 1.2.2024: Bisher sind von den 21 Tieren, die 2023 im Bezirk Delsberg freigelassen wurden, sechs gestorben. Die Anderen werden weiterhin beobachtet und auch Geburten konnten im letzten Frühjahr von den Wildhütern nachgewiesen werden. Fotobeweise kann der Kanton Jura jedoch keine liefern.
Anders als im letzten Winter und aufgrund der gesammelten Erfahrungen werden die Freilassungen dieses Mal innerhalb der drei Bezirke des Kanton Jura stattfinden.
In der Region Delsberg werden auch immer wieder Luchse gefangen, umgesiedelt und dann von Hobby-Jägern abgeschossen.
Jura nimmt wieder sämtliche Friedhofs-Rehe auf
«Erfreulicherweise» hat sich der Kanton Jura bereiterklärt, sämtliche auf dem Friedhof verbliebenen Rehe aufzunehmen. Die Fondation Franz Weber führt die geplanten Umsiedlungen wiederum unter der Leitung von Prof. Dr. Claude Fischer durch, eines anerkannten Wildtier-Spezialisten der Haute école du paysage, d’ingénierie et d’architécture de Genève (HEPIA). Das Bundesamt für Umwelt hat das Vorhaben geprüft und die entsprechende Bewilligung erteilt. Wie im letzten Jahr werden die Rehe mit Stellnetzen gefangen und anschliessend in Einzelkisten in den Jura transportiert, wo sie mit einer Ohrmarke versehen und in vorgängig bestimmten Rayons freigelassen werden. Es sind vier Einsätze mit Stellnetzen geplant. Sollte sich herausstellen, dass einzelne Tiere krank oder verletzt sind, so werden diese erlöst.
Rehe konnten sich an Kastenfallen gewöhnen
Ergänzend kommen dieses Mal sogenannte Kastenfallen zum Einsatz. Die entsprechenden sieben Fallen, dabei handelt es sich um grosse Holzkisten, stehen bereits seit Mitte Dezember 2023 auf dem unteren Teil des Friedhofs. So konnten sich die Tiere an diese gewöhnen, ohne dass sie sich schlossen, wenn ein Reh sie betrat. Während der Einfangaktionen werden die Fallen aktiv in Betrieb genommen: Wenn ein Tier eine Kiste betritt, schliesst sich diese und die gefangenen Tiere können umgehend in den Kanton Jura transportiert werden. Die Kastenfallen sind mit Wildtierkameras ausgerüstet.
Zaun als langfristige Lösung
Sobald der Hauptteil des Friedhofs frei von Rehen ist, sollen ein neuer Zaun und ein neues Tormanagement sicherstellen, dass keine neuen Rehe auf das Gelände gelangen. Das Bau- und Verkehrsdepartement erarbeitet derzeit einen entsprechenden Ratschlag. Aufgrund der zu erwartenden Kosten wird der Grosse Rat abschliessend darüber befinden.
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