Gebietsfremden Tieren wird kein Schutz gewährt: Sie sind unerwünscht und «wertlos», obwohl auch sie längst nicht mehr als Sache gelten.
Speziesismus per Gesetz
Ihr Recht auf Leben wird ihnen aufgrund ihrer Herkunft und im Namen des von Menschen vorgegebenen ökologischen Gleichgewichts per Gesetz abgesprochen. Das ist gelebter «Speziesismus»: Der Mensch zeigt mit seiner Haltung gebietsfremden Wildtieren gegenüber einmal mehr, dass er überzeugt ist, allen anderen Spezies überlegen zu sein und diese deshalb behandeln zu können, wie er will. Diese Haltung ist mehr als verwerflich und darf nicht mehr länger akzeptiert werden.
In einem Artikel der Basler Zeitung vom 4.9.2021 klärt auch der Wildtierexperte Darius Weber über Waschbären auf: «Sie sind weder nützlich noch schädlich noch dramatisch».
Es gäbe andere Möglichkeiten, nicht-letale Massnahmen für die Populationskontrolle der Waschbären, wie auch die EU-Verordnung vorsieht, aber diese werden nicht angewandt, weil die Hobby-Jägerschaft unter Berufung auf das EU-Recht lieber selbst tätig werden will. Die EU-Verordnung verlangt nicht unbedingt die Tötung. Militanten Hobby-Jägerinnen und Hobby-Jägern fehlt es per se an ethischen, nachhaltigen Lösungsansätzen.
30 bis 40 Waschbären leben allein im Kanton Baselland. So zumindest eine Schätzung, die der Baselbieter Jagdaufseher Rolf Wirz nennt. Er ergänzt aber sogleich: «Ich denke, die Dunkelziffer ist hoch und es hat viel mehr Waschbären bei uns.» Und dies, obwohl das Tier in Europa eigentlich nicht heimisch ist. Zahlen für die ganze Schweiz gibt es nicht.
Im Baselbiet fängt man die Waschbären nun ein, um ihre Ausbreitung zu stoppen. «Ich fange sie nicht ein, um sie danach freizulassen», sagt Wirz. Die gefangenen Tiere würden getötet. Seit 2016 gelten Waschbären in Europa als invasive Art, die zum Abschuss freigegeben ist.
Überall, nur nicht im Tessin
Waschbären wurden 1975 erstmals in der Schweiz nachgewiesen, so Biologin Sarah Hummel von Info Fauna. Sie kämen mittlerweile wohl in der ganzen Schweiz vor, mit Ausnahme des Tessins. Besonders betroffen seien die beiden Basel, Aargau, Solothurn, Schaffhausen und Zürich.
Aufgeschreckt wurde man in der Nordwestschweiz aber nicht nur wegen der vergleichsweise hohen Anzahl gesichteter Tiere, sondern auch, weil man hier die ersten sogenannten Reproduktionsnachweise fand. 2020 wurden in Kaiseraugst (AG) junge Waschbären gesichtet, 2021 in Gelterkinden und Lausen (beide BL) und 2022 in Schinznach (AG), schreibt SRF.ch.
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