Die Fuchsjagd ist legalisierte Bandengewalt
Der Fuchs ist das Lieblingstier vieler Menschen – doch die Wildtiere leiden unter der Tierquälerei der Hobby-Jäger.
Keine Abschusspläne für Füchse
Das grundlose Foltern und Töten von Tieren ist asoziales Verhalten und Tierquälerei. Für Füchse gibt es keine Abschusspläne.
Wer seinen Hund der Gewalt aussetzt, die Hobby-Jäger gegen Füchse verüben, würde der Hobby-Jäger wegen Tierquälerei angezeigt. Was würden seine Kinder sagen, wenn sie dann verstehen würden, was es bedeutet? Dass die Füchse während ihrer Paarungszeit im Januar und Februar gejagt werden, dass aggressive Jagdhunde die Füchse schikanieren, dass Füchse wegen ihres Fells abgeschlachtet werden? Die Schonzeit für Füchse auf Bundesebene ist nur vom 1.3. bis 15.6. Nur der Kanton Genf und Neuenburg jagt keine Füchse während der Paarungszeit.
Hobby-Jagd zerstört natürliche Regulation
Wie wir aus jagdfreien Gebieten wissen, sorgt die Sozialstruktur unter den Füchsen dafür, dass sie sich nicht über Gebühr vermehren. Lässt man Füchse in Ruhe, so leben sie in stabilen Familiengemeinschaften, in denen nur die ranghöchste Füchsin Nachwuchs bekommt. Die Geburtenrate ist relativ gering und die Populationsdichte bleibt konstant.
Das zeigt zuletzt auch das seit 15. März 2015 bestehende Fuchsjagdverbot in Luxemburg, der 50 Jahre ohne Hobby-Jagd Kanton Genf oder im Schweizer Nationalpark. Ohne die Hobby-Jagd ist nirgendwo eine merkliche Veränderung der Zahl der Füchse festzustellen. Im Nationalpark bei den Gämsen übrigens auch nicht.
Sobald dieses stabile System jedoch durch die Hobby-Jagd gestört wird, bricht es auseinander. Nahezu jede Füchsin trägt zur Vermehrung bei und die Anzahl der Welpen pro Wurf nimmt zu. Das ist ein von der Natur vorgesehener, ganz normaler Prozess. Die Tierarten erhöhen ihre Reproduktion, um Bestandsverluste zu kompensieren und damit die Art zu erhalten.
Sadismus und Besessenheit
Gewaltunterhaltung wird überwiegend von Männern inszeniert und konsumiert.
Bei der rechtswidrigen Darstellung von Gewalt gegen Tiere handelt es sich auch um eine Straftat; Hobby-Jäger filmen live die Annäherung und die Bergung, mit Action-Kameras sowohl die Hunde als auch sich selbst, die Angst der Tiere vor dem Tod. Füchse mit blutenden Augen, die in Panik geraten und von mit GPS ausgestatteten Hunden auf der Treibjagd gejagt werden, zeugen von Sadismus und der Besessenheit der Hobby-Jäger, Tiere zu quälen.
Das Problem ist definitiv der Persönlichkeitstyp, der sich zur Hobby-Jagd hingezogen fühlt. Wer hat schon Spass daran, jemanden zu töten, der benachteiligt ist? Wen kümmert es schon, wenn viele gegen einen sind? Wer bringt Hunden bei, andere Tiere zu quälen? Wer fängt Füchse, um sie zu töten?
Knapp 10’000 Niederjäger sind es in der Schweiz, die sich verpflichtet haben, über 15’000 Füchse zu töten (2022). Friedliche Füchse, die Lieblingstiere vieler Schweizer, die aber nur wenige im wirklichen Leben sehen, werden an Hooligans und Trophäenjäger verkauft. Die schwindelerregende Zahl der jedes Jahr in der Schweiz unnötig getöteten Füchse zeigt, dass das Töten demselben Suchtmuster folgt, das Serienmörder auf der Suche nach dem Adrenalinstoss antreibt, den sie bei jedem Töten verspüren. Hobby-Jäger leben, um Tiere, meist aus Spass zu töten.
Psychologische Parallelen zu Serienmördern
Auf Englisch wird geschrieben und erforscht, was Trophäenjäger psychologisch antreibt. Der Psychologieprofessor Geoffrey Beattie zitiert in seinem hochaktuellen Buch «Trophy Hunting, a Psychological Perspective» (2020) den Kriminologen Xanthe Mallett mit den Worten, dass die absichtliche Schädigung von Tieren ein erster Indikator für emotionale Kälte und Abstumpfung im Hintergrund von Psychopathen sei. Da bei der Trophäenjagd Tiere vorsätzlich verletzt und getötet werden, weist Mallet darauf hin, dass Trophäenjäger Eigenschaften mit Serienmördern teilen: Risikobereitschaft, emotionale Kälte, mangelndes Einfühlungsvermögen, Fixierung auf Waffen, Narzissmus und Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden anderer.
Auch der Wildtierforscher und Autor Gareth Patterson weist auf erschreckende Ähnlichkeiten zwischen Serienmördern und Trophäenjägern hin. Beide Kategorien planen ihre Aktionen im Voraus. In Jagdzeitschriften folgt die Bildästhetik dem gleichen männlichen Blick wie in der Gewaltpornografie. Grinsende Hobby-Jäger verfolgen ihre Opfer oder manipulieren Tiere. Die Jagdwaffen sind zum Tier hingeneigt, vorzugsweise im Fokus des Bildes, als männliches Potenzsymbol für die Lust und Kraft zum Töten.
Laut John Douglas, einem der Top-Profiler des FBI, sammeln Serienmörder Souvenirs und Trophäen von ihren Opfern und lassen sich von pornografischen Bildern von Gewalt inspirieren, um ihre Gewaltfantasien zu verlängern. Es ähnelt der Art und Weise, wie Trophäenjäger durch Bilder von sich selbst mit getöteten Tieren in den sozialen Medien und durch das Dekorieren ihrer Häuser mit Trophäen angeregt werden.
Die schweizerische Natur wird heute mit Wildkameras und tückischen Ködern vermint, um im Voraus genau zu kartieren, wo sich Tiere aufhalten. Die Beamten der kantonalen Jagdbehörden, die viel Blut an ihren Händen haben, organisieren dieses leidige Treiben.
Wenn es sich um Menschen handelt, spricht man von rechtswidriger Verfolgung (Stalking) oder versuchter Körperverletzung. Wenn es Füchse betrifft, wird es zu rechtlicher Verfolgung und legalisierter Körperverletzung, mit dem Ziel, den Fuchs zu töten und ihm spasseshalber sein Leben zu rauben. Das hat nichts mit Jagd zu tun, sondern ist eine schwere pathologische Störung.
Dossiers: Fuchs in der Schweiz: Meistgejagter Beutegreifer ohne Lobby | Fuchsjagd ohne Fakten: Wie JagdSchweiz Probleme erfindet
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