4. April 2026, 20:15

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Jagd

Die problematische Realität der Hobby-Jagd: Zwischen Tradition und Unethik

Alles, was Hobby-Jäger tun, unabhängig davon, was sie sagen und was sie tatsächlich tun, hat nur eine einzige Absicht: die Jagd zu erhalten!

Redaktion Wild beim Wild — 18. Juni 2025

Kein Hobby-Jäger wird zum Jagen gezwungen.

Es wird kein Beamter mit einem richterlichen Beschluss an der Haustür erscheinen, um jemanden dazu zu zwingen, auf eigene Kosten einen Jagd- und Waffenschein zu erwerben, sowie ein Gewehr und Munition anzuschaffen.

Es wird niemand gezwungen, ein Jagdrevier zu pachten, und es wird niemand gezwungen, eine Jagd gegen Bezahlung zu machen. Wenn jemand jagt, tötet er aus reiner Freude.

Welchen Geisteszustand kann man bei jemandem erwarten, der feige aus dem Hinterhalt ein Tier beim Fressen erschiesst, obwohl er dessen Fleisch und Haut zum Leben überhaupt nicht benötigt und dieses dann als «Hobby», «Naturschutz», «Artenschutz», «Seuchenschutz» oder «Tradition» bezeichnet?

Wer Tausende Franken ausgibt, erwartet auch eine entsprechende Gegenleistung. Niemand tut das aus Liebe zu Tieren oder Natur.

Die Hobby-Jagd ist ein Hobby für Killer. Nicht mehr, nicht weniger!

Das Grüne Abitur

Immer mehr Grossstadtmenschen zieht es aus ihrem Büro raus in die freie Natur – nicht nur zur Erholung, sondern auch für den Naturschutz. Würde man hier mehr sinnvolle Angebote zur Entschleunigung anbieten, müssten sie nicht bei der Jagd enden, absacken und verblöden.

Naturfreunde machen aktiv schöne Erlebnisse in der Natur, ohne Wildtiere zu exekutieren, damit sie sich wohlfühlen. Es gibt unzählige lobenswerte Menschen, welche die Natur auch nutzen, hegen und pflegen – nachhaltige, selbstlose Arbeit leisten bei der Feuerwehr, Zivilschutz, Tierschutz, Bergwaldprojekt, Trockenmauern erstellen, Biotope pflegen, Landdienste absolvieren, Rehkitzrettung, Wildtierstationen, usw. Keinem von denen käme es in den Sinn, dafür ein gewaltsames Opfer in der Form eines Lebewesens zu fordern, wie dies die Hobby-Jäger tun.

Dass man sich mit dem unethischen “Grünen Abitur” wie bei einer Sekte Unfug und unwissenschaftlichen Nonsens aneignet, merkt der Absolvent erst später.

Im deutschsprachigen Raum wird jemand mit „einem Jagdschein“ umgangssprachlich als eine Person bezeichnet, die einen Freibrief aufgrund von bescheinigter Unzurechnungsfähigkeit besitzt.

Der Ursprung dieser Redewendung liegt darin, dass der Besitzer eines Jagdscheins in seinem Jagdrevier Wildtiere jagen darf, während dies anderen unter Strafe verboten ist. Analog dazu hat eine Person, die nicht zurechnungsfähig ist, eine Art Freibrief, der es ihr erlaubt, straflos Dinge zu tun, die anderen untersagt sind.

Gen Z

Die Gen Z sind Digital Natives, die von frühester Jugend mit Internet, Spielkonsolen und sozialen Netzwerken vertraut sind. Jetzt wollen sie virtuelle mit Offline-Erfahrungen verbinden.

An der Stelle, wo Gewalt sich entlädt, werden genauso Schäden verursacht, wie am Punkt, auf den sie gerichtet ist. Und dies denkbar konkret auf neuronaler Ebene. Wissenschaftler haben dies bei Untersuchungen herausgefunden. Auch Neuropsychologen bestätigen: Die Amygdala, ein Kerngebiet im Gehirn, ist bei Gewalttätern auffällig zurückgebildet oder gestört. Ist dieser zentrale Teil des Gehirns defekt, ist unter anderem das Ekelgefühl ausgeschaltet.

Wer den Jagdschein macht, erhält also immer zweierlei: einen Schein fürs Töten und einen Schein fürs Verblöden.

Immer wieder werden aus dem Hobby-Jäger-Milieu Dinge behauptet, die bei einer genauen Analyse ihren Ursprung in der Jagdliteratur und derartigen unwissenschaftlichen Quellen haben. Das liegt vor allem an der häufig unzulänglichen Ausbildung in den Kursen zur Jägerprüfung, die überwiegend von teils Fanatikern mit sektenartigem Gedankengut durchgeführt werden und keinen regulären Qualifikationsnachweis brauchen. Nach der Ausbildung bewegt sich der Hobby-Jäger nur noch im Echoraum der Jagdpresse, die seine schiefen und oft auch falschen Darstellungen stetig wiederholt.

In den Jagdvereinen bestätigt man sich dann gegenseitig in seiner Sicht der Dinge. Auf diese Weise ist eine abgeschottete und militante Gruppierung entstanden, die für neue Informationen kaum zugänglich ist. Das Fatale dabei ist, dass Lokalpresse und Politik immer noch glauben, unter dem Jägerhut stehe Sachwissen bereit, weshalb sie bei allen Naturthemen gerne den örtlichen Hobby-Jäger befragen. So kontaminieren die Hobby-Jäger dann auch noch den öffentlichen Raum.

Mehrwert:

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: In unserem Dossier zur Jagd bündeln wir Faktenchecks, Analysen und Hintergrundberichte.

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