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Jagd

Deutsche Trophäen-Hobby-Jäger töten bedrohte Arten

Trophäenjäger zielen in der Regel auf die stärksten Tiere ab, die für den Fortbestand ohnehin bedrohter Bestände besonders wichtig sind. Jagdverbände führen sogar Rekordlisten und vergeben Medaillen für die größten Stoßzähne, Hörner und Schädel. Diese unnatürliche, menschengemachte Selektion schwächt verändert die Alters- und Geschlechtszusammensetzung, verringert die Fortpflanzungsrate und die genetische Gesundheit bejagter Bestände.

Redaktion Wild beim Wild — 15. März 2021

Deutsche Grosswild-Hobby-Jägerinnen und -Jäger erlegen Eisbären, Löwen oder Giraffen und bringen die Felle, Zähne und andere Teile als Trophäe nach Hause.

543 Jagdtrophäen im Jahr 2020

Aus Afrika, Kanada, Argentinien und weiteren Ländern führten sie 543 Jagdtrophäen ein, wie aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums hervorgeht.

«Es ist völlig absurd, während mehr und mehr Tierarten vor dem Aussterben stehen, werden weiterhin Teile geschützter Tiere als Jagdtrophäen nach Deutschland gebracht – ganz legal», sagte Steffi Lemke, die naturschutzpolitische Sprecherin der Grünen.

Unter den Trophäen: 164 Zebras, 109 Paviane, acht Elefanten, 14 Löwen, drei Breitmaulnashörner, ein Eisbär und 40 Giraffen.

Grösste Grosswild-Hobby-Jägerschaft nach den USA

«Die Deutschen sind die grössten Grosswild-Hobby-Jäger nach den Amerikanerinnen und Amerikanern und Spanierinnen und Spaniern», sagte Daniela Freyer von Pro Wildlife.

Laut der Artenschutzorganisation Pro Wildlife schrumpften allein die Giraffenbestände zwischen 1985 und 2015 um 36 bis 40 Prozent. Schätzungen gingen von unter 100’000 Giraffen in ganz Afrika aus.

«Einheimische wandern für viele Jahre ins Gefängnis, wenn sie mit einem Elefantenzahn erwischt werden – und dann kommt ein reicher Trophäen-Hobby-Jäger aus Deutschland und kann seine Elefantentrophäe einfach mitnehmen. Das ist nicht die richtige Botschaft», so Daniela Freyer von Pro Wildlife.

Mehr zum Thema Hobby-Jagd: Im Dossier Wilderei und Jagdkriminalität in der Schweiz dokumentieren wir Fälle, Rechtsfragen und wiederkehrende Muster. Die wissenschaftlichen Belege stehen in der Übersicht Studien zu den Auswirkungen der Hobby-Jagd.

Die Position der IG Wild beim Wild: Die IG Wild beim Wild lehnt die Hobby-Jagd ab. Unser Vorbild ist der Kanton Genf, der seit 1974 ohne Hobby-Jagd auskommt: ohne Jagdzeiten, ohne Jagdhunde, ohne Treibjagden, ohne Hochsitze, ohne die Tierquälerei und die Kriminalität, die anderswo zur Jagdsaison gehören. Was dort seit über fünfzig Jahren funktioniert, widerlegt jedes Positionspapier von JagdSchweiz. Ein Verband, der seine Politik auf Behauptungen stützt, die er in den eigenen Dokumenten widerlegt, ist keine Fachorganisation, sondern eine Fabrik für Fehlinformationen.

Alle Beiträge werden von der IG Wild beim Wild sowie von externen Co-Autorinnen und Co-Autoren verfasst. Recherche, Strukturierung und redaktionelle Prozesse können dabei durch KI-gestützte Werkzeuge unterstützt werden.

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